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Herzogenaurach
Stellungnahmen

Stub-Gegner bezweifeln Berechnungen

Die Stadt-Umland-Bahn (Stub), die einmal die Städte Herzogenaurach, Erlangen und Nürnberg verbinden soll, könnte nach der jüngsten Kostenschätzung des Zweckverbandes (ZV) Stub rund 372 Millionen Euro ...
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Die Stadt-Umland-Bahn (Stub), die einmal die Städte Herzogenaurach, Erlangen und Nürnberg verbinden soll, könnte nach der jüngsten Kostenschätzung des Zweckverbandes (ZV) Stub rund 372 Millionen Euro kosten - ohne Planung und Züge. Dass man in einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2015 noch von 258 Millionen Euro ausgegangen war, hat die Verantwortlichen nicht weiter aus der Ruhe gebracht, denn gleichzeitig mit der neuen Kostenschätzung wurden die neuen Förderrichtlinien des Bundes veröffentlicht. Demzufolge werde der Bau der Stub für die beteiligten Kommunen billiger als ursprünglich angenommen.

Die Kritiker der Stub-Pläne wollen in den Jubel allerdings nicht einstimmen. So heißt es unter anderem in einer Stellungnahme der Bürgerinitiative (BI) "Pro Aurachtalbahn", dass die vom Zweckverband vorgelegte Berechnung im Widerspruch zu offiziellen Daten aus einer Anfrage des Deutschen Bundestages stehe. Demnach betrage die Kostensteigerung für Schienenprojekte im Zeitraum von 2015 bis 2018 genau 108,7 Prozent. Das sei eine Folge davon, dass die Nachfrage nach Bauleistungen im Schienenbereich deutlich größer sei als vorhandene Bau-Kapazitäten. Lege man diese Zahlen zugrunde, käme man bereits für Ende 2018 auf Kosten von über 500 Millionen Euro.

Eine Milliarde Euro?

Der Bau der Stub werde wohl kaum vor 2023 beginnen können, schreiben Manfred Horn und Ulrich Bogen von der BI, und die von Verkehrsminister Andreas Scheuer neu zugesagten Milliarden für Bahnprojekte würden die Nachfrage vermutlich weiter anheizen. Im Gleichschritt damit würden auch die Preise steigen und die Kosten für die Stub dadurch möglicherweise bei einer Milliarde Euro ankommen.

"Es macht fassungslos, wie die Stub-Feierer dieser Tage diese Fakten ignorieren, obwohl sie öffentlich in Leserbriefen bzw. auf der letzten Bürgerversammlung in Herzogenaurach darauf hingewiesen wurden. Mancher empfindet es als Zeichen der totalen Abgehobenheit, mancher als Arroganz", heißt es in der Stellungnahme der BI.

Bei der alternativen Aurachtal-S-Bahn, die die BI bevorzugt, würden Kosten- und Zeit-Risiken minimiert, so Horn und Bogen. Nachdem diverse Bedenken bezüglich der Machbarkeit durch einen branchenbekannten Bahnexperten ausgeräumt worden seien, sei die sture Verweigerung einer Prüfung nach wie vor nicht vermittelbar. Die Aurachtalbahn wäre die schnellste Verbindung zwischen Erlangen und Herzogenaurach, Anschluss an das S-Bahn-Netz sowie Brücken seien vorhanden, die Trasse zum Teil elektrifiziert und in Betrieb. Eventuell könnten sich die Stub und eine Aurachtal-S-Bahn sogar ergänzen, wird es zum Schluss versöhnlich. red

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