Redwitz

Stromtrasse elektrisiert erneut

Redwitz erhebt im laufenden Verfahren Einwände gegen die geplante Höchstspannungsleitung.
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Hinter dem Umspannwerk Redwitz würde die zweite Schneise durch den Ebnether Wald (im Hintergrund) führen. Foto: Thomas Micheel
Hinter dem Umspannwerk Redwitz würde die zweite Schneise durch den Ebnether Wald (im Hintergrund) führen. Foto: Thomas Micheel

Wiederum beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung mit dem Planfeststellungsverfahren für den Ersatzneubau der 380/110-kV Höchstspannungsleitung Ostbayernring im Abschnitt Umspannwerk Redwitz/Umspannwerk Mechlenreuth.

Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) informierte, dass der Ostbayernring eine rund 185 Kilometer lange bereits bestehende Stromtrasse sei. Diese führe von Redwitz über Mechlenreuth und Etzenricht bis nach Schwandorf in der Oberpfalz. Die Leitung wurde in den 1970er Jahren in Betrieb genommen und ist mit einem 220-kV- und einem 380-kV-Stromkreis bestückt. Der geplante Ersatzneubau werde zwei 380-kV-Stromkreise tragen und streckenweise 110-kV-Leitungen der Bayernwerk AG im Gestänge mitführen. Der Ostbayernring sei als reine Freileitung geplant.

Aufrüstung nicht machbar

Die bestehenden Masten seien für die Aufrüstung statisch nicht ausreichend. Daher wurde der Ersatzneubau des Ostbayernrings auf der bestehenden Trasse in den Bundesbedarfsplan aufgenommen. Die geplante Trasse verlaufe parallel zur Bestandsleitung in einem Abstand von rund 110 Metern. Bei Obristfeld verlaufe sie nördlich der Bestandsleitung und rücke vom Ort weg, damit allerdings näher an den Aussiedlerhof. Ein Teil des Ebnether Walds zwischen den Masten 8 und 9 werde überspannt. Der Rückbau der bestehenden Leitung sei ebenfalls Inhalt des Planfeststellungsverfahrens.

In seiner Stellungnahme lehnt der Gemeinderat den Ersatzneubau des Ostbayernrings ab. Es bestehe die Gefahr, dass die Varianten 3 und 4 der P 44 mod gebaut werden, die ebenfalls nach Mechlenreuth führen, weil die neue Trasse des Ostbayernrings, obwohl neu gebaut, dann plötzlich als Bestandstrasse gelte, die im Rahmen einer Bündelungsvorgabe zu bevorzugen sei. Weiterhin erhebt die Gemeinde folgende Einwendungen: Es sei unerträglich, dass scheibchenweise Trassen erneuert oder neu errichtet werden, die die Gemeinde und das Umspannwerk betreffen. Die Netzbetreiber werden aufgefordert, ein Gesamtkonzept für das Umspannwerk Redwitz vorzulegen. Weiter wird eine neue Schneise durch den Ebnether Wald abgelehnt. Dies sei ein unzumutbarer weiterer Eingriff in die Natur . Selbst bei der jetzt geplanten Teilüberspannung werde eine große Schneise von Redwitz her sichtbar sein. Es wird beantragt, den Ebnether Wald bei einem Bau vollständig zu überspannen. Zudem bestehen gegen die Netzverstärkung gesundheitliche Bedenken. Christian Zorn (CSU) will das Stromtrassenthema auf allen politischen Ebenen zu platzieren.



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