Bamberg
Energie

Stromtarif aus der Region für die Region

Stromkunden im Landkreis Bamberg können seit dem 1. Mai Energie verbrauchen, die ausschließlich in der Region produziert wird. Als "Möglichkeit, die ihresgleichen sucht" verkauft eine Pressemitteilung...
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Robert Martin
Robert Martin

Stromkunden im Landkreis Bamberg können seit dem 1. Mai Energie verbrauchen, die ausschließlich in der Region produziert wird. Als "Möglichkeit, die ihresgleichen sucht" verkauft eine Pressemitteilung des Landratsamtes dieses neue Angebot. Möglich mache dies der neue Ökostromtarif, mit dem sich die Regionalwerke Bamberg neu aufstellen und gemeinsam mit dem Bayernwerk zum Stromanbieter werden. "Wir richten damit einen komplett regionalen Ökostrom-Kreislauf ein", wirbt Landrat Johann Kalb (CSU) für den aus Wind-, Wasser- und Sonnenkraft erzeugten Strom aus der Region für die Bürger in der Region.

"Mit diesem neuen, in die Zukunft gerichteten Betätigungsfeld haben wir die Regionalwerke Bamberg neu aufgestellt", so Landrat Johann Kalb. Bisher waren die Regionalwerke vorwiegend beratend und koordinierend tätig. Die bisherige Arbeit trage bereits Früchte: Aus regenerativen Quellen wird im Landkreis Bamberg bereits 75 Prozent des dort benötigten Stroms (rund 470 000 Megawattstunden) erzeugt. Vor zehn Jahren waren es lediglich knapp 33 Prozent.

"Wir sind damit unserem Ziel einer energieautarken Region wieder einen schönen Schritt nähergekommen", bescheinigte Landrat Johann Kalb den Regionalwerken Bamberg eine gute Arbeit. Für 2020 haben sich Stadt und Landkreis vorgenommen, dass 80 Prozent der verbrauchten Energie in der Region produziert werden.

Für die Entwicklung eines lokalen Strommarkts hat sich der Landkreis Bamberg das Bayernwerk als Partner an die Seite geholt. Nach den Worten von Reimund Gotzel, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG, macht der Landkreis mit der Entwicklung eines lokalen Strommarktes einen wichtigen Schritt in die Energiezukunft: "Es gibt ein Bedürfnis der Menschen nach regionaler Nähe, Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Die Menschen wollen Energie aus der Heimat. Dort erzeugt, dort verbraucht."

Garantiert aus dem Landkreis

"Die Energiewende muss regional stattfinden und wir sollten die Themen gemeinsam vor Ort anpacken", betont auch Robert Martin, Geschäftsführer der Regionalwerke Bamberg. Der Ökostromtarif der Regionalwerke für eine monatliche Grundgebühr von 9,90 Euro und 25,99 Euro pro Kilowattstunde soll den Bürgern garantieren, dass der verbrauchte Strom aus dem Landkreis Bamberg kommt. "Wir beziehen den Strom von den rund 6000 Windkraft-, Wasserkraft-, Biogas- und Photovoltaikanlagen in unserer Region", betont Martin.

Laut der Regionalwerke produzieren im Landkreis Bamberg die 35 Windkraftanlagen den meisten Strom: 138 166 Megawattstunden seien 2017 ins Stromnetz eingespeist worden. An zweiter Stelle bei der Stromproduktion rangieren die 5880 Photovoltaikanlagen mit 120 063 Megawattstunden pro Jahr, gefolgt von den 46 Biomasseanlagen (116 496 Megawattstunden), 35 Wasserkraftanlagen (55 458 Megawattstunden) und den 141 KWK-Anlagen (40 278 Megawattstunden). red

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