Coburg
90. geburtstag

Stricken für die Großfamilie

Am Dienstag feierte die in Coburg lebende Frieda Groh (geborene Kinstler) ihren 90. Geburtstag. Geboren wurde die geistig fitte Jubilarin am 11. Juni 1929 im russischen Krasnijar. Dort lebte sie in de...
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Frieda Groh freute sich mit ihrer Urenkelin Luisa über die Glückwünsche des 3. Bürgermeisters Thomas Nowak.  Foto: E. Meißinger
Frieda Groh freute sich mit ihrer Urenkelin Luisa über die Glückwünsche des 3. Bürgermeisters Thomas Nowak. Foto: E. Meißinger

Am Dienstag feierte die in Coburg lebende Frieda Groh (geborene Kinstler) ihren 90. Geburtstag. Geboren wurde die geistig fitte Jubilarin am 11. Juni 1929 im russischen Krasnijar. Dort lebte sie in der großen Gruppierung der Wolgadeutschen. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie nach Sibirien gebracht. Frieda Groh wusste zu berichten, dass sie in Kuh- und Pferdeställen untergebracht waren. Warum diese Ställe errichtet worden waren, blieb unklar, da sich darin keine Tiere befanden. Die Männer wurden sofort in die Trudarmee bei Krasnoturinsk geschickt. Die Trudarmee war ein Zwangsarbeitslager für russlanddeutsche Jugendliche, Männer und manchmal auch für Frauen. Die Frauen der Familie wurden auf die russischen Familien verteilt. Dort mussten sie Putzdienste und weitere Arbeiten verrichten.

1949 lernte die junge Frieda den knapp fünf Jahre älteren Jakob Groh kennen und lieben. Die beiden heirateten und gründeten eine Familie. Vier Jungen und drei Töchter wurden dem Ehepaar geschenkt. Da die Zeiten sehr hart waren, überlebten nur Sohn Viktor und die Töchter Lidia und Frieda, die später heirateten und in den 90er-Jahren zusammen mit ihren Familien nach Deutschland ausreisten.

Frieda Grohs Leidenschaft war die Handarbeit. Hier konnte sie ihre große Kreativität ausleben. Sehr gerne stellte sie Teppiche mit Nadel und Garn her. Diese Methode wird auch Tuften genannt. So hängen bei ihrer Familie in der Spittelleite in Coburg Teppiche mit Storchmotiven oder schwarzen Reihern. Von dem bunten Storchmotiv zeigte sich die neunmonatige Urenkelin Luisa Koch sehr begeistert.

Frieda Groh strickt nach wie vor für ihr Leben gerne Socken für die Kinder, ihre Enkel, elf Urenkel und ihren Ururenkel. Vor fünf Jahren verstarb ihr Ehemann Jakob. Die Jubilarin konnte mit ihm noch die eiserne Hochzeit (65 Jahre Ehe) feiern. Frieda Groh ist eine freundliche und geistig fitte Jubilarin. Lediglich mit dem Laufen klappt es nicht mehr so recht. Aus diesem Grund zog sie zu ihrer Enkelin Julia Koch, da sie hier fast komplett barrierefrei ihren Alltag gestalten kann.

Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak gratulierte der Jubilarin recht herzlich und ließ sich die Krebbel, den Kaffee oder Brombeertee gerne schmecken. em

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