Kulmbach
Tarifverhandlungen

Streit auf dem Bau droht zu eskalieren

Bau-Boom, aber Azubi-Ebbe: Die Bauunternehmen im Landkreis Kulmbach suchen Nachwuchs - und zwar händeringend, so die Bau-Gewerkschaft in einer Pressemitteilung. 78 unbesetzte Ausbildungsplätze seien d...
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Bau-Boom, aber Azubi-Ebbe: Die Bauunternehmen im Landkreis Kulmbach suchen Nachwuchs - und zwar händeringend, so die Bau-Gewerkschaft in einer Pressemitteilung. 78 unbesetzte Ausbildungsplätze seien derzeit bei der Arbeitsagentur gemeldet. "Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern. Die meisten Chefs im Kreis sollten sich darauf gefasst machen, dass es vorerst extrem schwer wird, Azubis zu finden", sagt Gerald Nicklas.
Der Bezirksvorsitzende der IG BAU übt massive Kritik: "Die Arbeitgeber begreifen immer noch nicht, dass es höchste Zeit wird, die Jobs auf dem Bau deutlich attraktiver zu machen. Das fängt bei der Lohntüte an und hört da auf, wo jungen Menschen die Perspektive von einer modernen Job-Zukunft auf der Baustelle gegeben werden muss." Im Moment pralle "der Kampf um die besten Köpfe auf eine Betonkopf-Geiz-Mentalität der Bauarbeitgeber".
Ausdruck dafür sei das jüngste Scheitern der Tarifverhandlungen, bei der die Gewerkschaft ein Lohn-Plus von sechs Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und ein 13. Monatseinkommen gefordert habe. "Für die Zukunft ist auch wichtig, dass Bauarbeiter die Anfahrt zur Baustelle bezahlt bekommen und dass die Arbeitgeber alle Ausbildungskosten übernehmen. Der Bau muss den Azubis einfach mehr bieten", fordert Gerald Nicklas.


Volle Auftragsbücher

"Wir haben einen Bau-Boom, die Betriebe im Landkreis Kulmbach haben volle Auftragsbücher. Viele wissen nicht, woher sie die Leute nehmen sollen,
um die Arbeit zu erledigen. Trotzdem haben die Arbeitgeber nur ein beschämend dürftiges Angebot auf den Tisch gelegt", sagt Nicklas.
Jetzt werde eine Schlichtung immer wahrscheinlicher. Schaffe
es der Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement als Schlichter nicht, die Arbeitgeber dazu zu bewegen, ein vernünftiges Angebot auf den Tisch zu legen, drohe der Bau-Streit zu eskalieren. Davon wäre dann auch der Kreis Kulmbach massiv betroffen: "Wir bereiten uns auf alles vor, auch darauf, das Bauleben lahmzulegen. Vor allem setzen wir aber darauf, dass die Chefs eine Schlichtung als Chance begreifen", so Nicklas. red

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