Unterrodach

Stöhr tritt auch aus der CSU aus

Veronika Schadeck Marktrodach — Was ist in Marktrodach mit den Volksparteien los? Die Kandidatur von Michael Stöhr auf der Liste der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜWG) war am Donnerstagabend ei...
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Veronika Schadeck Marktrodach — Was ist in Marktrodach mit den Volksparteien los? Die Kandidatur von Michael Stöhr auf der Liste der Überparteilichen Wählergemeinschaft (ÜWG) war am Donnerstagabend eine Überraschung. Seit Montag hat der Unternehmer auch kein CSU-Parteibuch mehr.

In der Gemeinderatssitzung am Montagabend erklärte er, dass er sich nicht mehr mit der Politik der Christsozialen identifizieren könne. Stöhr kommt aus einem CSU-geprägten Elternhaus. Sein Vater Richard war über 20 Jahren als CSU-Mitglied im Gremium. Acht Jahre lang war Michael Stöhr CSU-Gemeinderat, zuletzt Fraktionsvorsitzender.

Wie er auf Anfrage erklärte, sei er mit dem Kurs der CSU unzufrieden. Nach wie vor wolle er sich aber für seine Heimat engagieren. Stöhr: "In der Kommunalpolitik braucht es für ein Engagement keine Parteizugehörigkeit!" Bei der ÜWG fühle er sich nun als Parteiloser gut aufgehoben. Eigentlich, so räumt er ein, habe er trotz seiner Kandidatur auf der ÜWG-Liste bis zur nächsten Wahl Mitglied bei der CSU bleiben wollen. Der Kreisvorsitzende Jürgen Baumgärtner habe ihn aber nahe gelegt, die Partei zu verlassen.

Stöhr habe eine gute Arbeit geleistet, so der Vorsitzende der Frankenwald-CSU, Jürgen Baumgärtner. Wenn aber die politischen Inhalte nicht mehr deckungsgleich mit denen von Stöhr sind, dann sei es besser, die Partei zu verlassen. Und er meint: "Die CSU wird wieder sonnigere Zeiten erleben!"

Keine Fraktion mehr

Davon ist auch Jörg Müller überzeugt. Er wisse es seit einigen Wochen, dass Michael Stöhr unzufrieden mit der Partei sei. Aber: "Es ist alles gut, wir wünschen ihm alles Gute!" Bedauern äußert Müller, dass er nun das einzige CSU-Mitglied im Gremium sei und seine Partei somit keine eigene Fraktion bilden kann. "Am 15. März 2020 wird sich das aber ändern", ist Müller überzeugt.

Für Michael Stöhr steht fest, dass sich die politische Landschaft nach den Kommunalwahlen in Marktrodach verändern wird. Seit über 30 Jahren hat die SPD die Mehrheit. Durch interne Streitigkeiten wegen des Bürgermeisterkandidaten, durch den Parteiaustritt von Bürgermeister Norbert Gräbner und Thomas Hümmrich habe die SPD zwei Kommunalpolitiker verloren, die viele Stimmen verzeichnen konnten. Auch die CSU in Marktrodach habe mit ihm und Hubert Bähr - dieser verließ wegen Querelen mit Jürgen Baumgärtner vor rund drei Jahren die Partei - zwei Schwergewichte verloren. Alle kandidieren nun auf der ÜWG-Liste, hinzu kommt die Liste "Menschen für Marktrodach!" Für Stöhr steht fest: "Die Volksparteien werden in Marktrodach verlieren!"

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