Stockheim

Stockheim schiebt Millionenprojekt an

Für die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens St. Wolfgang wurde der Grundsatzbeschluss gefasst. Es wird mit Kosten von über zwei Millionen Euro gerechnet. Grünes Licht bekam der 1. FC Stockheim für ein neues Kunstrasenspielfeld.
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Der Kindergarten St. Wolfgang in Stockheim wird erweitert und der bisherige Bestand wird saniert und umgebaut. Rechts des bestehenden Gebäudes wird angebaut und links vom Eingang aus gesehen werden Kinderwagen-Stellplätze errichtet. Foto: K.- H. Hofmann
Der Kindergarten St. Wolfgang in Stockheim wird erweitert und der bisherige Bestand wird saniert und umgebaut. Rechts des bestehenden Gebäudes wird angebaut und links vom Eingang aus gesehen werden Kinderwagen-Stellplätze errichtet. Foto: K.- H. Hofmann

Karl-Heinz Hofmann Stockheim —  In der Sitzung am Montag fasste der Stockheimer Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung und Erweiterung des Kindergartens St. Wolfgang in Stockheim. Weiter wurde einem Antrag des 1. FC Stockheim auf Bezuschussung des Neubaus eines Kunstrasenspielfeldes unter Beifall der zahlreichen jugendlichen Zuhörer stattgegeben.

Die Ersatzbeschaffung eines Rüstwagens für die Feuerwehr Stockheim sowie für die Beschaffung von Mannschaftstransportwagen (MTW) für die Feuerwehren Burggrub und Neukenroth waren weitere einstimmige Grundsatzbeschlüsse des Gremiums.

Das Interesse an dieser Sitzung war groß, die Zuhörer standen bis in den Flur hinaus. Bedeutsam waren auch die Vergaben von Gewerken zur Sanierung der Rentei. Das unter Denkmalschutz stehende historische Gebäude soll zu einem Begegnungs- und Kulturzentrum saniert und umgebaut werden. Die Elektrotechnikarbeiten wurden der Firma Elektro Feuerpfeil, Ludwigsstadt, anvertraut. Sie gab das günstigste und wirtschaftlichste Angebot mit 120 012 Euro ab. Die Firma Wärmehaus Schneider, Reitsch, erhielt mit dem günstigsten und wirtschaftlichsten Angebot über 177 422 Euro den Zuschlag für die Heizungsarbeiten. Ebenfalls wurde Wärmehaus Schneider, Reitsch, mit den Ausführungen der Sanitärinstallationsarbeiten zum Preis von 111 791 Euro beauftragt.

Extreme bei den Angeboten

Bürgermeister und Gemeinderäte freuten sich, dass alle Arbeiten zu den berechneten Kosten angeboten wurden, teils sogar darunter. Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigten die Angebote für die ehemalige Scholz-Halle zur Nutzungsänderung durch die Feuerwehr Stockheim. Für die Innenausbauarbeiten lagen Preisangebote vor, die zum Teil 300 Prozent über der Kostenberechnung lagen. Das Gremium hat diese Ausschreibung aufgehoben und wird ohne Festlegung eines Zeitpunktes neu ausschreiben.

Eingangs der Beratung und Informationen zu Umbau und Erweiterung des Kindergartens St. Wolfgang meinte das Gemeindeoberhaupt, es müsse gehandelt werden. Die Zunahme an Kindern und die Nachfrage nach Kindergartenplätzen sei positiv und erfreulich. Bisher besteht der Kindergarten Stockheim aus drei Gruppen. Die neue Bedarfsplanung und Anerkennung geht von 98 Plätzen und damit von vier erforderlichen Gruppen aus. Dazu gab es am 15. Juli ein weiteres Abstimmungsgespräch zwischen Gemeinde, Architekturbüro Kersten Schöttner, der Kindergartenleitung und der Aufsichtsbehörde.

Architekt Schöttner stellte in der Sitzung die derzeitigen Planungen und Fördermöglichkeiten vor. Es wird eine höchstmögliche Förderung für jede Baumaßnahme vorgesehen und die Bestimmungen dazu berücksichtigt. Die Gesamtraumfläche wird sich mit Lager und Abstellraum im Dachgeschoss auf insgesamt über 730 Quadratmeter erstrecken. Darin sind ein Anbau mit circa 50 Quadratmetern für eine weitere Regelgruppe, verschiedene Umbauten im bestehenden Gebäude sowie eine Kinderwagen-Abstellfläche enthalten.

Die Gesamtkosten sollen sich nach Kostenberechnung auf 2,092 Millionen Euro belaufen. Nach vorsichtigen Schätzungen könnte sich der Eigenanteil zwischen 750 000 Euro und 1,1 Millionen Euro bewegen, das hängt von den noch nicht bekannten Fördermitteln ab. Alle Maßnahmen sollen zwischen 2020 und 2022, inklusive Außenbereich, abgeschlossen werden. Daniel Wachter (parteilos) regte eine Brandschutzplanung an. Diese sei bei einem so großen Kindergarten dringend erforderlich und wichtig.

Daniel Weißerth (CSU), Beauftragter der Projektgruppe des 1. FC Stockheim, informierte ausführlich über die Vorgespräche bis hin zur Entwicklung des Kunstrasenspielfeldes mit Kabinenkomplex und neuer Flutlichtanlage. Die Umkleidecontainer mit Lärchenholzverkleidung und WCs sollen bereits in diesem Jahr fertiggestellt werden. Mit allen anderen Maßnahmen wolle man 2020 beginnen.

Kork statt Kunststoffgranulat

Der Name Kunstrasenspielfeld könnte etwas irritieren, denn der 1. FC Stockheim hat in die Zukunft gedacht und ökologisch abbaubaren Kork als Materialeinsatz geplant. Somit plane man nachhaltig und müsse nicht fürchten, in einigen Jahren neu beginnen zu müssen, denn Kunststoffgranulat - wie bisher bei Kunststoffrasen eingesetzt - solle laut europäischem Gesetz bald verboten werden. "Das kostet uns jetzt zwar rund 40 000 Euro mehr, aber wir haben ausgesorgt", sind sich die Verantwortlichen der Projektgruppe sicher. Der geplante Kunstrasenplatz wird nicht nur für den 1. FC Stockheim selbst, sondern allen Vereinen, sozialen Einrichtungen und Schulen des Landkreises Kronach beziehungsweise der umliegenden Bereiche zur Verfügung stehen und stelle daher eine Bereicherung für die Region dar. Daher stellte der Verein einen Zuschussantrag an die Gemeinde auf Bezuschussung von zehn Prozent der Baukosten, die sich nach einer Berechnung auf 903 784 Euro belaufen.

Anwohner äußern Befürchtungen

Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu. Bürgermeister Detsch sprach von einem starken Signal der Gemeinde an Jugend und Vereine. Einige Anwohner monierten in ihren Wortmeldungen, dass sie überhaupt nicht oder zu spät über das Vorhaben informiert wurden. Und sie fürchteten auch eine Verschlimmerung der jetzt schon katastrophalen Parkplatzsituation.

Der Rathauschef entschuldigte das Informationsdefizit mit vielen Gesprächen und einer langen Vorlaufphase, in der Gerüchte aufkamen, aber noch keine konkreten Pläne vorlagen. Jetzt sei der Zeitpunkt, den Anwohnern zu sagen, was konkret geplant ist.

Die Parkplatzsituation gehöre in die Planungen und werde sich verbessern, genauso wie man an die Festplatzsituation anderer Vereine gedacht habe. Alle und alles sei in die Überlegungen mit einbezogen worden, so Detsch.

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