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Kulmbach
Gericht

Stinkefinger kommt teuer

Teuer zu stehen kam einem 20-Jährigen aus dem Landkreis sein Ausraster gegenüber zwei Polizisten. Der junge Mann wurde wegen Beleidigung in zwei Fällen verurteilt. Der 9. November vergangenen Jahres h...
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Teuer zu stehen kam einem 20-Jährigen aus dem Landkreis sein Ausraster gegenüber zwei Polizisten. Der junge Mann wurde wegen Beleidigung in zwei Fällen verurteilt.

Der 9. November vergangenen Jahres hätte für den 20-Jährigen eigentlich ein ganz normaler Abend werden können. Er wollte am Wochenende mit Freunden feiern. Der junge Mann, der als Verkäufer arbeitet, hatte ziemlich viel getrunken. Bier und Wein, gab er vor Gericht an.

Um 0.45 Uhr traf er dann in der Saalfelder Straße auf zwei Polizeibeamte. Sofort streckte er beiden den Mittelfinger. Die Polizisten nahmen keine Notiz davon. "Wir wollten in der Saalfelder Straße ein Fahrzeug kontrollieren. Doch der Angeklagte kam auf uns zu", sagte sie im Zeugenstand aus.

Beim Näherkommen titulierte der Angeklagten die Polizisten als "Wichser" und rief ihnen die Worte "Ich ficke euch" entgegen - und das nicht nur einmal. Und immer wieder zeigte er den Stinkefinger.

Einer der Beamten ahnte Schlimmeres und schaltete die Body-Cam an. "Der Angeklagte setzte sich richtig in Szene und beleidigte uns weiter."

Der Beschuldigte selbst konnte dem Gericht nicht erklären, warum es zu dieser Eskalation gekommen war. "Die ganze Aktion war an Sinnlosigkeit nicht zu überbieten", kommentierte Richter Christoph Berner den Vorfall. Der Jugendrichter verurteilte den Angeklagten zu einem Jugendarrest von zwei Tagen. Außerdem muss der fast 21-Jährige 700 Euro an den Suchtarbeitskreis bezahlen und innerhalb eines halben Jahres sechs Termine bei der Suchtberatung wahrnehmen.

Der junge Mann aus dem Landkreis war schon vorher zweimal verurteilt worden, jeweils wegen Betäubungsmitteldelikten.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten "geistige Unreife" bescheinigt und vorgeschlagen, das Jugendstrafrecht anzuwenden. Im Strafmaß regte der Anklagevertreter sogar vier Tage Jugendarrest und eine Geldstrafe von 900 Euro an. "Das ist die letzte pädagogische Maßnahme", redete Richter Berner dem jungen Mann ins Gewissen.