Haßfurt
Prozess

Stiefvater stand wegen Körperverletzungen vor dem Amtsgericht

Konträre Aussagen standen am Freitag im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Amtsgericht. Es ging dabei um Körperverletzungen, die ein 33-jähriger Stiefvater aus dem nördlichen Landkreis seinem 18-jähr...
Artikel drucken Artikel einbetten

Konträre Aussagen standen am Freitag im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Amtsgericht. Es ging dabei um Körperverletzungen, die ein 33-jähriger Stiefvater aus dem nördlichen Landkreis seinem 18-jährigen Stiefsohn zugefügt haben soll.

Faustschläge ins Gesicht

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte im Juni dieses Jahres an zwei Tagen mit der Faust mehrmals ins Gesicht und auf den Oberarm seines Opfers geschlagen. Der Stiefsohn erstattete daraufhin Anzeige. In der Folge erhielt der Stiefvater einen Strafbefehl über 3200 Euro. Gegen diesen legte er Einspruch ein und musste daher am Freitag zum ersten Mal in seinem Leben auf der Anklagebank des Amtsgerichts Platz nehmen.

Unterschiedliche Aussagen

Dort wies der Angeklagte die Vorwürfe weit von sich. Er sei zu den angeblichen Tatzeitpunkten auf der Arbeit gewesen, gab er zu Protokoll. Der Stiefsohn sei erst einen Monat zuvor bei ihm und seiner Frau, der Mutter des 18-Jährigen, eingezogen. Er habe dessen Schulden gezahlt und ihm eine Arbeitsstelle besorgt, sagte der 33-jährige Angeklagte vor Gericht.

Umgeschubst und geschlagen

Ganz anders lautete die Aussage des 18-jährigen Geschädigten. Sein Stiefvater habe ihn bei Gartenarbeiten kritisiert. Er habe ihn umgeschubst, ihm Erde ins Gesicht gerieben und auf die Arme und ins Gesicht geschlagen, sodass er ein blaues Auge und einen blauen Oberarm hatte.

Er habe arbeiten müssen "bis zum Gehtnichtmehr", berichtete der Geschädigte. Er habe über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden Erdhaufen sieben und Steine schleppen müssen. "Das war nicht hinzukriegen. Ich bin Epileptiker", klagte er im Zeugenstand.

Außerdem habe er "schwarz" auf einer Baustelle arbeiten sollen, was er aber verweigert habe. Nach Angaben der Vorsitzenden hatte der Angeklagte in der polizeilichen Vernehmung zugegeben, seinem Stiefsohn Ohrfeigen verpasst und ihn als "Depperla" beschimpft zu haben.

Geldbuße für guten Zweck

Da der Angeklagte strafrechtlich bisher noch nicht in Erscheinung getreten ist und er mittlerweile keinen Kontakt mehr zu seinem Stiefsohn hat, stellte das Gericht das Verfahren ein. Als Auflage muss der 33-Jährige jedoch 1000 Euro an die Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" zahlen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren