Steppach
Seltenheit

Steppacher Storch taucht nach 24 Jahren auf

Wöchentlich melden begeisterte Naturfreunde dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) ihre Weißstorchsichtungen. Doch nach Überprüfung der aktuellsten Ringnummer konnten die bayerischen Naturschützer ihren...
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Der aus Steppach stammende Storch wurde 1992 im Tiergarten Nürnberg beringt und ist zwischen 1994 und 2018 nicht mehr gesichtet worden. Foto: M. Müller
Der aus Steppach stammende Storch wurde 1992 im Tiergarten Nürnberg beringt und ist zwischen 1994 und 2018 nicht mehr gesichtet worden. Foto: M. Müller
Wöchentlich melden begeisterte Naturfreunde dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) ihre Weißstorchsichtungen. Doch nach Überprüfung der aktuellsten Ringnummer konnten die bayerischen Naturschützer ihren Augen kaum glauben. So stellte sich heraus, dass es sich bei dem fotografierten Weißstorch um einen ganz besonderen, weil schon sehr alten Storch handelt.
Der Vogel aus Steppach wurde 1992 im Tiergarten Nürnberg gepflegt und mit der Nummer "DER-A737" beringt. Nach einer ersten Freilassung 1993 wurde er wegen Störung des Flughafenbetriebs in Nürnberg nochmals eingefangen und ist jetzt nach einer zweiten Auswilderung 1994 bei Freystadt (Kreis Neumarkt) wieder in Aspertshofen im östlichen Nürnberger Land gesichtet worden. "Nach 24 Jahren ohne Sichtung ist das wirklich etwas Außergewöhnliches", sagt die LBV-Biologin Oda Wieding in einer Pressemitteilung.
Gerade beringte Vögel können den Naturschützern viele wissenschaftliche Daten zu Durchschnittsalter und Lebenserwartung, aber auch zu Zugwegen, Nestbauverhalten und vielen weiteren Fragen liefern. "Solche Beobachtungen sind wichtig für unsere Bestandsüberwachung des Weißstorchs", erklärt die LBV-Weißstorchexpertin. Erst im Vorjahr sei das in Bayern lange Jahre durch den LBV durchgeführte Artenhilfsprogramm Weißstorch erfolgreich beendet worden. Eine Bestandsüberwachung durch den LBV solle aber weiterlaufen, um sowohl Bruterfolg als auch Bestandstrends und potenzielle Gefährdungen einschätzen und gegebenenfalls reagieren zu können.
Aus diesem Grund versucht der LBV laut Pressemitteilung, sein Netz aus Horstbetreuern aufrechtzuerhalten. Zusätzlich sind aber natürlich Beobachtungen aus der Bevölkerung erwünscht.


Kein Nest in der Umgebung

Und genau so eine sorgt jetzt für Verblüffung. Wie sich nach der Kontaktaufnahme mit dem Storchenfreund herausstellte, hat sich DER-A737 seit 2016 immer wieder mal im Garten in Aspertshofen sehen lassen. "Er scheint aber nicht zu brüten, da uns in der näheren Umgebung kein Storchennest bekannt ist", sagt Oda Wieding.
"Vereinzelt können Störche durchaus sogar über 30 Jahre alt werden, und mit seinen 26 Jahren könnte DER-A737 theoretisch sogar noch für Nachwuchs sorgen", erklärt die Biologin weiter. Die Besonderheit der Beobachtung liegt auch darin begründet, dass das Durchschnittsalter eines Weißstorchs nur bei ungefähr acht Jahren liegt. "Natürlich werden wir DER-A737 so weit wie möglich weiter beobachten, im Garten des Naturfreundes in Aspertshofen ist er jedenfalls immer willkommen." red


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