Wilhelmsthal

Startschuss für Giftinger Radweg

Es kann losgehen: Ab 2020 sollen erste Fahrräder auf einen eigenen Weg entlang der KC3 nach Gifting rollen. Die 2,3 Millionen Euro für die etwa drei Kilometer lange Strecke muss die Gemeinde allerdings nicht alleine tragen.
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Ab dem kommenden Herbst sollen Radfahrer nicht mehr die Straße nutzen müssen, um von Gifting nach Kronach zu gelangen. Symbolbild: Marian Hamacher
Ab dem kommenden Herbst sollen Radfahrer nicht mehr die Straße nutzen müssen, um von Gifting nach Kronach zu gelangen. Symbolbild: Marian Hamacher
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Es war dieser eine Satz, der ihm immer wieder begegnete - und ihn verfolgte. "Manchmal fehlt uns der Glaube in die Kommunalpolitik", habe er bei Giftinger Dorffesten oftmals zu hören bekommen, sagt Landrat Klaus Löffler. Eine Aussage, die ihm im Gedächtnis geblieben sei. Eine Aussage, die er widerlegen wollte. Den gegebenen Anlass gab es nun am Freitag. Denn der Wunsch nach einem eigenen Radweg habe auf der Agenda der Giftinger weit oben gestanden. Und diesmal habe die Kommunalpolitik geliefert.

Der Radweg wird kommen. Wenn man so will, war der gestrige Spatenstich das endgültige Bekenntnis zu dem Projekt. Schon im Oktober des kommenden Jahres sollen die ersten Fahrräder über den Rad- und Wanderweg entlang der Kreisstraße KC 3 von der Einmündung St 220 bis nach Gifting rollen.

Konkrete Zielsetzung

Bereits im Februar fand das Koordinierungsgespräch mit allen Baubeteiligten statt. Unter anderem nahmen daran das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das Wasserwirtschaftsamt, die Naturschutzbehörden und Vertreter der Regierung von Oberfranken teil. Es handelt sich nämlich um eine Gemeinschaftsmaßnahme des Landkreis Kronach und der Gemeinde Wilhelmsthal. Mit der Aussage "Ich will nicht wissen, was nicht geht, sondern was geht", habe er das Projekt voran getrieben betont Löffler.

Thomas Haas, zuständiger Vertreter der oberfränkischen Regierung, fasste zusammen: "Der Weg wird eine Länge von rund drei Kilometern haben und eine Breite von 2,5 Metern." Derzeit gehe die Regierung von Kosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro aus. Eine Förderzusage liege bereits vor.

E-Bike-Boom half

Weshalb allen Beteiligten das Projekt so sehr am Herzen liegt? "Hätte jemand den Vorschlag vor zehn Jahren gebracht, hätte ich ihn wahrscheinlich selbst belächelt - jedoch zu Unrecht", gesteht Angelika Kempf, Mitarbeiterin des Kronacher Landratsamts. Durch den aufkommenden E-Bike-Boom sei es aber notwendig geworden, sich auch diesem Anliegen zu widmen. Darüber hinaus sei es das Ziel, eine Radlinie vom Rennsteig über Kronach bis hin zum Main zu etablieren.

Mit dem Rad zur Arbeit

Ein Ziel, gegen das wohl auch die beiden Giftinger Werner Welscher und Oliver Haag nichts einzuwenden hätten. "Wenn unsere Kinder in Wilhelmsthal Freunde besuchen wollen, haben wir sie früher oft gefahren", erklären sie unisono. "Das soll sich ändern." Beide hoffen, dass Giftiger den Weg künftig auch nutzen, um mit dem Rad zur Arbeit nach Kronach zu fahren. Bisher sei es nämlich kaum möglich gewesen, auf das Auto zu verzichten.

Bis der Wander- und Radwegs im Oktober 2020 fertiggestellt ist, muss aber noch einiges getan werden. "Für den Winter diesen Jahres sind noch Rodungsarbeiten zu erledigen - danach können nach Auftragsvergabe die Bauarbeiten starten", erklärt der Landrat. In diesem Zusammenhang weist die Wilhelmsthaler Bürgermeisterin Susanne Grebner darauf hin, dass es zu Verkehrbehinderungen kommen kann.

Insgesamt blicke er zwar auf acht planungsintensive Monate zurück, so Löffler, diese hätten ihm aber wieder gezeigt, "was wir für eine bemerkenswerte Zusammenarbeit leisten".

Besonders bedanke er sich bei Susanne Grebner für gute und reflektierte Gespräche sowie bei Haas für die Unterstützung der Regierung von Oberfranken. Auch die Kronacher Polizei habe stets mit ihrem fachlichen Rat zur Seite gestanden. "Netzwerke sind das A und O", betonte Löffler. "Auch ich als Landrat kann nicht alleine arbeiten. Dass ich mich immer auf meine Leute verlassen kann, das schafft Vertrauen." Somit könne selbst die größte Herausforderung gemeistert werden.

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