Weiher

Start für die Blumenpracht

Kindergartenkinder lernten, wie man selbst einen Blühstreifen anlegen kann.
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Kristina Schröter, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Kulmbach, zeigt den Kindergartenkindern, wie die Blumensamen zur Aussaat vorbereitet werden. Foto: privat
Kristina Schröter, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Kulmbach, zeigt den Kindergartenkindern, wie die Blumensamen zur Aussaat vorbereitet werden. Foto: privat

Ungläubig staunen die Kinder des Paul-Gerhardt-Kindergartens, als ihnen Kristina Schröter, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Kulmbach, einen DIN-A 4-großen Briefumschlag mit den unterschiedlichsten Blumensamen zeigt. So eine geringe Menge Samen soll wirklich ausreichen, um eine ganze Blumenwiese zu säen?

Doch schnell kann die fachkundige Biologin die Zweifel der Kinder zerstreuen. Sie erklärt den Kindern auch, dass man den Samen viel besser auf der Fläche verteilen kann, wenn man ihn mit der zehn- bis zwanzigfachen Menge Sand vermengt. Das Mischen von Sand und Samen übernehmen Schüler von Real Apple, der Schülerfirma der Kulmbacher Carl-von-Linde-Realschule.

An den routinierten Handgriffen erkennt man schnell, dass die Realschüler schon Erfahrung bei dieser Arbeit haben. Schließlich hatte Real Apple vor über drei Jahren schon die Aktion "10 000 Tankstellen für Hummeln" ins Leben gerufen und war dafür von der UN ausgezeichnet worden.

Erfahrung weitergeben

Diese Erfahrung gaben die Realschüler nun unterstützt von Schröter an die Kinder des Paul-Gerhardt-Kindergartens weiter. Gemeinsam brachten sie den Samen auf der Fläche aus, die zuvor von Helmut Bauer und seiner Familie fachgerecht vorbereitet worden war.

Die Begeisterung beim Ansäen der Blühfläche konnten Stadtrat Alexander Meile, Realschulkonrektor Matthias Höhn, Biologielehrer Jürgen Feulner sowie die beiden Kindergärtnerinnen Johanna Vietze und Carina Sack den Kindern wirklich ansehen. Inmitten einer kleinen Streuobstwiese gelegen verspricht die Blühfläche ein Magnet für Wildbienen, Schmetterlinge und viele andere Tierarten zu werden. Diese Entwicklung wird im Jahresverlauf gemeinsam beobachtet.

Nistplätze anbieten

Da Wildbienen zum Leben aber mehr brauchen als nur Nahrung, sollen auf der Fläche auch Nistplätze für die kleinen Bestäuber entstehen. Deshalb werden die Hobbyschreiner des Mehrgenerationenhauses unter fachlicher Begleitung des LBV-Kreisvorsitzenden Erich Schiffelholz den Rohbau eines Insektenhotels konstruieren. Geplant ist, dass Schüler der Carl-von-Linde-Realschule gemeinsam mit Schülern der Werner-Grampp-Schule die Befüllung des Insektenhotels übernehmen.

"Wir würden uns viele Nachahmer im gesamten Landkreis wünschen, die nach diesem Modell Blühflächen anlegen und den Kindern so den Natur- und Artenschutz näherbringen", betonte Kristina Schröter. Sie verwies bei dieser Gelegenheit auch darauf, dass auch an anderen Schulen bereits ähnliche Projekte geplant seien.

"Heile Welt Paket"

Wer privat eine Fläche für das Blütennetz Kulmbach anlegen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 09221/707-401 informieren. Interessierte können sich für ihren Garten ein sogenanntes "Heile Welt Paket" abholen. Es besteht aus einer Insektennisthilfe, einem Hinweisschild, Blumensamen und Infomaterial. Voraussetzung ist der Erhalt der Fläche für mindestens fünf Jahre sowie nur einmalige Mahd.

Die ausgewählte Samenmischung enthält viele heimische und einige Kulturarten, so dass sich langfristig auf den Standorten eine artenreiche Blumenwiese etablieren kann. red

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