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Eggolsheim

Starke Rollen in Krimikomödie

In "Tot ist tot" werden auch Bedienstete zu Hauptdarstellern. Die Theatergruppe Eggolsheim spielte das Stück an vier Abenden überzeugend. Nach einem tödlichen Treppensturz gibt es Gezänk, Humor und viele Verdächtige.
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Die Theatergruppe Eggolsheim führt die Krimikomödie "Tot ist tot" auf.  Foto: Mathias Erlwein
Die Theatergruppe Eggolsheim führt die Krimikomödie "Tot ist tot" auf. Foto: Mathias Erlwein

Die Theatergruppe Eggolsheim führte an vier ausverkauften Abendveranstaltungen die Krimikomödie "Tot ist tot" in der Kulturscheune auf. Das Stück aus der Feder von Claudia Kumpfe bot neben Spannung auch jede Menge Humor. Das begeisterte Publikum geizte nicht mit Lob und Applaus für die Darsteller, die sich unter der Leitung von Elisabeth Görner nach längerer Zeit mit kleineren Stücken wieder an eine abendfüllende Darbietung getraut hatten.

Vor der Hauptaufführung durfte jedoch zunächst der Schauspielnachwuchs ran. Lena Schmittlein und Johannes Werthmann stimmten am ersten Aufführungswochenende mit dem kurzen Valentin-Stück "Der Hasenbraten" ein. Auf köstliche Weise wurde der "ganz normale Ehe-Kleinkrieg" in Szene gesetzt. Für das zweite Wochenende haben sich für die beiden Rollen die etwas jüngeren, aber auch schon durch den Pfarrfasching erfahrenen Jungschauspieler Anna Ruderich und Lukas Lauer vorbereitet.

Während es bei Karl Valentins "Hasenbraten" lediglich um die Auseinandersetzung um ein verbranntes Mittagsmahl und nicht um "Mord und Totschlag" ging, war das beim Hauptstück anders. Dessen Titel "Tot ist tot" erschreckte im ersten Moment vielleicht sogar so manchen. Doch die Krimikomödie versetzte die Zuschauer nicht in Schrecken, sondern brachte sie weitaus mehr zum Lachen. Zwar hörte man schon kurz nach Beginn einen lauten Schrei und kräftiges Gepolter und erfuhr bald, dass der Herr des Hauses eine Treppe hinuntergestürzt und dabei zu Tode gekommen ist. Das Gezänk und die Sticheleien der insgesamt sechs Frauen, die jeweils auf recht merkwürdige Weise mit dem Toten verbunden waren, steigerte sich so ins Absurde, dass es nur noch komisch, manchmal vielleicht auch etwas tragisch-komisch wirkte.

Mehr genervt war allerdings vor allem der eine der zwei Männer, die als Haupt- und als Hilfskommissar den Fall aufklären sollten. Letzterer versuchte, fast gottergeben, noch zwischen seinem Chef und den Frauen zu vermitteln. Stefan Huber mimte überzeugend den strengen und immer wieder trocken kommentierenden Polizisten. Felix Fiedler stellte den braven Untergebenen dar. Bei seinem Versuch, zwischen den sogar aufeinander losgehenden Furien zu schlichten, stürzte er im Gemenge gleich zweimal zu Boden.

Bei der lebhaften Krimikomödie war es kaum möglich, so etwas wie Haupt- und Nebenrollen zu unterscheiden. Selbst die beiden weiblichen Bediensteten (Tanja Herbert-Nebe und Tanja Bayerlein) wurden durch ihre Beziehung zum Toten und vor allem durch ihr starkes Spielen zu Hauptfiguren.

Die eigentlichen Gegenspielerinnen waren Ehefrau Beate vom Seiden (Elke Ruderich) und Penelope Höschen (Krissi Secknus), die junge und gerade wichtigste Geliebte des verstorbenen Hausherrn. Als Beates Freundin Birgit Peters spielte Maria Eismann die sich mit der Ehefrau Solidarisierende, bis sich immer mehr die Abgründe dieser "Freundschaft" herausstellten.

Alle diese Frauen standen im Verdacht, den als skrupellosen Frauenhelden bekannten Siegmund vom Seiden aus Rache absichtlich die Treppe hinuntergestürzt zu haben, sogar seine "fromme" Schwester Sieglinde, dargestellt von Hedi Neubert.

Die Leiterin der Eggolsheimer Theatergruppe, Elisabeth Görner, musste eine ganze Zeit warten, bis sie sich nach dem begeisterten Schlussapplaus ihren Schauspielern und Helfern danken konnte.