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Erlangen

Starke Gemeinschaft gegen Corona

Die Katastrophenschutzbehörden der Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen-Höchstadt haben entschieden, ein gemeinsames Zentrum am Westbad einzurichten. Es werden nur Menschen mit Termin getestet.
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Das Technische Hilfswerk Erlangen (THW) baut die Infrastruktur der Teststation auf.  Fotos: Michael Busch
Das Technische Hilfswerk Erlangen (THW) baut die Infrastruktur der Teststation auf. Fotos: Michael Busch
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Michael Busch Der Parkplatz am Schwimmbad West in Erlangen ist gesperrt. Ein Zaun um zwei Zelte, die laut der Beschriftung vom Technischen Hilfswerk sind. Passanten schauen irritiert, was da vor sich geht, immerhin ist der Betrieb am Bad komplett eingestellt. Aufklärung gibt am Nachmittag von Erlangens Bürgermeister Florian Janik und dem Landrat Alexander Tritthart. "Nach dem Beschluss der beiden Führungsgruppen des Katastrophenschutzes des Landkreises und der Stadt Erlangen ein gemeinsames Testzentrum zu betreiben, wurde begonnen, ein Testzentrum aufzubauen." Mit einer sogenannten Drive-through-Station (Durchfahrtsstraße) werde man den Vorgaben der Katastrophenleitung Bayern gerecht. Janik erklärt: "Die Station wurde von den ehrenamtlichen Kräften des THW Erlangen aufgebaut." Betrieben werde es durch die Feuerwehren des Landkreises und der Stadt Erlangen sowie dem Ortsverband Erlangen-Höchstadt des Bayerischen Roten Kreuzes sowie des ASB. "Wir sind eine starke Gemeinschaft, die sich dieser Aufgabe widmet", betonten Janik und Tritthart unisono.

Der Landrat ergänzt: "Nach kurzen Telefonaten waren wir uns sehr schnell einig. Der Platz sei ideal gelegen für zu Testende aus der Stadt, aber eben auch aus dem westlichen wie auch östlichen Landkreis, die entsprechend anfahren müssen.

Der medizinische Part des Rachenabstriches werde durch das medizinische Personal der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) bewerkstelligt. Die technische Leitung vor Ort erfolge durch die Feuerwehren.

"Technisch können wir nach diesem Wochenende starten", sagt der Feuerwehrchef Erlangens, Friedhelm Weidinger. Nun gelte es nur noch mit der KVB abzuklären, wann die den Startschuss geben. Nach der derzeitigen Vorgabe werde das Testzentrum von Montag bis Freitag mindestens sechs Stunden pro Tag betrieben werden. "Wir können das ganze allerdings nach Bedarf anpassen", betont Janik. Daher stünde auch jetzt schon ein drittes Zelt zur Verfügung, um bei einem erhöhten Testaufkommen die Mehrzahl an zu testenden Personen auffangen zu können.

Nicht ohne Termin

Eines ist allen Beteiligten ganz wichtig: Ohne Termin wird nicht getestet. Entweder entscheidet die KVB oder der Hausarzt, ob eine Testung geschehen muss. "Wer ohne Termin kommt, wird von uns abgewiesen", sagt Weidinger.

Ziel der zentralen Testung sei es, Arztpraxen und Kliniken zu entlasten. Vor allem aber können künftig viel mehr Personen pro Tag getestet werden. So kann entweder zeitnah Entwarnung gegeben werden, oder aber es können schnellstmöglich die nötigen Maßnahmen ergriffen werden. Der Hausbesuchsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern wird in reduzierter Form weiter betrieben, um Testungen für Ältere bzw. Immobile zu ermöglichen.

Sicherheit für die Kräfte

Generell laufe es so ab, dass diejenigen, die zur Station kommen sollen eine Identifikationsnummer erhalten. Wer mit dem Auto kommt, wird durch die Zelte gelotst. Stefan Wagner vom THW erläutert: "Optimalerweise bleibt der zu Testende im Auto sitzen, fährt in das Zelt und erhält dort seinen Abstrich. Wir wollen das die Menschen im Auto bleiben." Ausnahmen gebe es natürlich bei denjenigen, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß kommen. "Das ist natürlich möglich", sagte Janik.

Neben dem medizinischem Personal werden Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehren aus Stadt und Landkreis das Zentrum vor Ort betreuen. Diese werden ebenfalls durch Masken, entsprechende Desinfektionen und die Abstände geschützt werden.

Weidinger betont: "Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir bereits jetzt viele Ehrenamtliche haben, die sich für diesen Job zur Verfügung stellen." Eine Mobilisierung, wie es im Katastrophenfall möglich ist, sei momentan nicht nötig. Die starke Gemeinschaft aus Stadt und Landkreis ermögliche diesen Schritt, um dem Corona-Virus Herr zu werden.

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