Forchheim
Wirtschaft

Starke Frauen stehen hinter erfolgreichen Handwerksunternehmen

Es gibt den Spruch, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steckt. Neben Kompetenz und Sachverstand bringen sie noch emotionale Qualitäten ein. Solche Frauen von erfolgreichen Handwerks...
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Werner Oppel mit einigen Unternehmerfrauen beim Stammtisch in Forchheim  Foto: Carmen Schwind
Werner Oppel mit einigen Unternehmerfrauen beim Stammtisch in Forchheim Foto: Carmen Schwind

Es gibt den Spruch, dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steckt. Neben Kompetenz und Sachverstand bringen sie noch emotionale Qualitäten ein. Solche Frauen von erfolgreichen Handwerksunternehmen der Region treffen sich seit März 2018 regelmäßig, um sich auszutauschen, gegenseitig zu informieren und Tipps zu geben.

Ins Leben gerufen hat diesen "Unternehmerfrauen-Stammtisch" Werner Oppel, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Forchheim. "Das Handwerk ist damenmäßig unterrepräsentiert. Ich habe gemerkt, dass es wichtig ist, dass sich die Frauen von Unternehmern über den eigenen Berufszweig hinaus austauschen sollten", erklärt Oppel die Idee für diese Treffen. Teilnehmen können alle Chefinnen oder Frauen des Chefs eines Handwerksbetriebs. Sie müssen nicht Mitglied der Innung sein.

Derzeit folgen etwa acht Damen regelmäßig der Einladung. Sie treffen sich in Gaststätten. Doch es handelt sich dabei nicht um eine andere Form des Kaffeekränzchens, sondern jeder Termin wird einem geschäftlichen Thema gewidmet. Beim letzten Treffen unterhielten sich die Frauen über Datenschutz, tauschten sich aus, wie es die anderen Handwerksbetriebe mit Firmenhandy oder WhatsApp-Nutzung halten oder ob Chef und Chefin auch im Urlaub erreichbar sein sollten. Das zweite Thema war das Finden guter Mitarbeiter, denn gerade in kleineren Betrieben sind diese wichtig, da man sich aufeinander verlassen können muss. Die Damen diskutierten, wie sie die Vorauswahl treffen, worauf sie in Bewerbungen achten oder welcher Abschluss wichtig ist.

Wenn Azubis verspielt sind

"Wenn die Auszubildenden noch jünger sind, sind sie noch ein bisschen verspielt und man muss sich als Chefin ein wenig mehr um sie kümmern", erzählt Andrea Hertling vom Metallbau Hertling Wiesenttal. Sie ist eigentlich gelernte Hotelfachfrau und hatte einen "tollen Job" an der Rezeption eines Hotels. "Eigentlich wollte ich ja nie ins Büro, aber als mein Mann die Firma übernommen hat, haben wir gemerkt, dass es für ihn alleine schwierig werden würde", erzählt Andrea Hertling, die im Betrieb fast alles erledigt. Die Firma hat 14 Mitarbeiter und drei Auszubildende. Ihre Arbeitszeit ist flexibel. Wenn es viel zu tun gibt, sind es lange Arbeitstage. Sie arbeitet dann auch am Samstag oder Sonntag. Und auch abends werden durchaus Themen daheim besprochen.

"Da muss man aber aufpassen. Wir trennen Geschäftliches und Privates ganz genau", wirft Silke Dorn von der Haustechnik Dorn in Buckenhofen ein. Denn geschäftlich komme es schon mal vor, dass ihr Mann ihr einen Rüffel erteilt. "Es ist auch ein anderes Arbeiten, denn uns gehört der Betrieb und wir haben die Verantwortung für uns und die Mitarbeiter", sagt sie. Silke Dorn ist gelernte Bankkauffrau. Begeistert ist sie, dass sich - anders als bei der Bank - die Kunden bei den Terminen nach dem Handwerksbetrieb richten.

Bianka Wiemann hatte ihren eigenen Frisiersalon. Jetzt unterstützt sie ihren Lebensgefährten im Metallbau Zocher in Forchheim. Sie verrät: "Den Umgang mit Menschen habe ich ja früher schon geübt. Das kommt mir jetzt zugute. Und wenn ich noch jünger wäre, würde ich noch eine Metallbau-Ausbildung machen."

Da nickt Silke Dorn und sagt: "Das würde ich auch gern machen, denn ich erkläre den Anrufern jetzt schon am Telefon, was sie bei kleineren Schwierigkeiten tun können."

In der Firma des Mannes

Das findet Helga Thummet von der Schreiner Thummet im Markt Neunkirchen am Brand interessant. Sie ist gelernte Bürokauffrau und ließ sich zur Bürokauffrau des Handwerks ausbilden. Früher arbeitete sie beim Fernmeldeamt, jetzt in der Firma ihres Mannes. Neben dieser Arbeit kümmert sie sich um den Haushalt, pflegt die Oma und ist im Kirchenvorstand tätig.

Ute Schwarzmann von Metallbau-Flaschnerei Schwarzmann in Egloffstein arbeitet ebenfalls im Betrieb des Mannes, seit die Zwillinge groß sind. Auch sie hält ihrem Mann den Rücken frei: "Das macht einfach Sinn, wenn man den Partner unterstützt."

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