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Herzogenaurach

Standgebühren für sich behalten

Untreue, Unterschlagung und Urkundenfälschung, das wird einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Herzogenaurach vorgeworfen. Damit hat sie die Stadt um nicht wenig Geld gebracht.
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Standgebühren für den Trödelmarkt am Weihersbach soll die Angeklagte veruntreut haben. Foto: Archiv/Richard Sänger
Standgebühren für den Trödelmarkt am Weihersbach soll die Angeklagte veruntreut haben. Foto: Archiv/Richard Sänger

Niklas schmitt Die Vorwürfe, wegen derer sich eine 45-Jährige aus Herzogenaurach vor dem Erlanger Amtsgericht verantworten muss, sind nicht gering. In den Jahren von 2014 bis 2019 soll sie insgesamt 54 654 Euro unterschlagen haben.

Seit 2001 ist die Frau bei der Stadtverwaltung Herzogenaurach angestellt und im Sachgebiet Generationen.Zentrum für die Gebühren von Trodelmärkten - Kaution und Standgebühr - und Seniorenfahrten zuständig. Diese Position soll die Mitarbeiterin ausgenutzt haben, um sich selbst zu bereichern.

Zwei Anklagepunkte

Die Herzogenauracherin soll jeweils 2014, 2015 und 2016 das von den Standbesitzern gezahlte Geld für sich behalten haben, statt es in dem Tresor im Amt zu hinterlegen. Dabei sei der Stadt ein Schaden von 1122 Euro entstanden, so die Anklage.

Wesentlich schwerer wiegt aber der zweite Punkt der Anklage. Demnach soll die 45-Jährige zwischen September 2014 und Juni 2019 nicht nur Teile des Geldes für Seniorenfahrten - insgesamt 53 532 Euro - für sich behalten, sondern das auch mit falschen Abrechnungen versucht haben, zu verschleiern.

Gesammelt wurde das Geld für die Fahrten vom Besitzer der Lottoannahmestelle Batz. Von dort habe die Frau das Geld, obwohl sie dafür nicht zuständig war, genommen und sollte es wie die Standgebühren in einen Tresor im Amt hinterlegen.

Stattdessen soll sie aber einiges in ihre eigene Tasche gesteckt haben. Um den Betrug zu verschleiern, soll die die Verwaltungsmitarbeiterin noch 19 Mal falsche Abrechnungen angefertigt haben, auf denen sie die Unterschrift des Ladenbesitzers fälschte. So hatte es den Anschein, dass die Geldsumme im Tresor mit der an der Lottoannahmestelle abgegebenen übereinstimmt.

Untreue und Unterschlagung

Damit beläuft sich die Anklage auf drei Fälle der Untreue, 50 Fälle von Unterschlagung und der Urkundenfälschung, die zur Verschleierung dessen dienten.

Vor Gericht äußerte sich die Angeklagte nicht. Gleich zu Beginn bat ihre Verteidigerin Chanell Eidmüller um ein Rechtsgespräch mit Richter Hagen Förster sowie den beiden Schöffinnen. Dabei konnte allerdings keine Einigung erzielt werden.

Erreicht hingegen wurde eine Vertagung des Prozesses. Denn ob der Schaden tatsächlich so hoch ist, wie von der Anklage formuliert, ist noch unsicher. So sollen Gutscheine für die Seniorenfahrten nicht berücksichtigt worden sein. Die Einzahlungsprodukte müssten noch einmal durchgesehen und erweitert werden, da die bisher miteinbezogenen Produktnummern zu eng gesteckt gewesen sein. Damit das Schöffengericht also den Fall in seinem gesamten Umfang beurteilen kann, bedarf es weiterer Untersuchungen, die am kommenden Prozesstermin miteinfließen sollen.

Mädchennamen verwendet

Außerdem, so sagte Eidmüller, habe ihre Mandantin einige Buchungen unter ihrem Mädchennamen vorgenommen. Demnach wären diese dann zwar korrekt vorgenommen worden, tauchten allerdings nicht als Buchung der Mitarbeiterin in den Beweisen auf.

Ist das alles zusammengetragen, kann der Prozess fortgesetzt werden.