Birkach
Ehejubiläum

Standesamtlich getraut wurden sie im Wohnzimmer des Bürgermeisters

"Es war heiß, richtig heiß, kein Wölkchen am Himmel, und vor der Tür war ein riesiger Misthaufen", erinnert sich Walter Schrenk an den Tag vor genau 50 Jahren. Der Tag, an dem er seine Gertrud, gebore...
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Glückwünsche und Blumen von Bürgermeister Bernhard Storath für Gertrud und Walter Schrenk (rechts) Foto: Monika Schütz
Glückwünsche und Blumen von Bürgermeister Bernhard Storath für Gertrud und Walter Schrenk (rechts) Foto: Monika Schütz

"Es war heiß, richtig heiß, kein Wölkchen am Himmel, und vor der Tür war ein riesiger Misthaufen", erinnert sich Walter Schrenk an den Tag vor genau 50 Jahren. Der Tag, an dem er seine Gertrud, geborene Elflein, zum Traualtar führte.

Zu Fuß, wie es damals üblich war, zog die Hochzeitsgesellschaft in die Kirche zu Pfarrer Hans Kormann. Die standesamtliche Trauung hielt der damalige Birkacher Bürgermeister Hümmer bei sich zu Hause im Wohnzimmer.

Kennengelernt hatten sich beide drei Jahre zuvor beim Tanzen, beim "Schnupfer" in Eggenbach. Nach dem Tanz brachte Walter seine Angebetete mit dem Auto nach  Hause auf ihren elterlichen Bauernhof. "Mit dem alten Opel", schmunzelt er. Die Liebe zur Frau ist geblieben, die zu den Oldtimern auch. Mittlerweile hat der Jubilar zehn alte Bulldogs und einen silberfarbenen Mercedes 250 SE Coupe auf dem Anwesen stehen, restauriert und schraubt leidenschaftlich gerne oder führt Eicher, Holder mit Knicklenker, Hanomag und IHC zum Oldtimertreffen aus. Er ist Mitglied bei der Feuerwehr, dem Kriegerverein und im Gesangverein, alle beide im Gartenbauverein, beim VdK und bei den Radfahrern. "Jeder ist in jedem Verein, das ist so bei uns auf dem Dorf", erzählt er.

Nur am Wochenende zu Hause

Gertrud Schrenk ging als junges Mädchen in die Winterschule nach Staffelstein, lernte dort im hauswirtschaftlichen Zweig und durfte nur an den Wochenenden nach Hause. Mit ihren beiden Brüdern half sie den Eltern auf dem Hof, erledigte Arbeiten in der Landwirtschaft und versorgte Kühe, Schweine, Kaninchen und Geflügel.

Nach der Hochzeit zog Walter zu ihr. Eine Hochzeitsreise gab es nicht. Nur zur Silberhochzeit erfüllten sich die beiden einen Wunsch und reisten nach Paris, in die Stadt der Liebe. Nun kümmert sich Gertrud um die Familie, den gepflegten Haushalt und um die Ferienwohnung auf dem Anwesen. Oft zieht es das Jubelpaar zum Wandern und Spazieren in den Böhmerwald, in die Heimat von Walter Schrenk. Er musste als Dreijähriger seinen Geburtsort Buchers verlassen und kam mit seiner Familie nach Rabelsdorf. In Unterpreppach erlernte er den Beruf des Schmiedes, später bildete er sich zum Installateur weiter. In Medlitz arbeitete er bis zum Ruhestand 30 Jahre lang bei der Firma Knippert. ds

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