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Coburg
Unser Thema der Woche // Gesundheit

Stammzellen – dringend gesucht

In Bad Rodach steht für den kommenden Sonntag ein Gesundheitstag auf dem Programm. Was geboten ist, was sich die Veranstalter erhoffen und warum auch Kinder vor Ort einen spannenden Tag erleben können.
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Fünf Milliliter Blut reichen für eine Typisierung zur Stammzellenspende aus. Foto: Sonja Werner
Fünf Milliliter Blut reichen für eine Typisierung zur Stammzellenspende aus. Foto: Sonja Werner
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Bad Rodach  —  "Ein bisschen Muffe bekommt man da schon." Als Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) im Jahr 2014 Stammzellen spendete, war ihm kurz mulmig zumute. "Danch fühlt sich das für ein, zwei Tage an, wie eine leichte Grippe – aber das vergeht", erklärt er. Vorher musste er sich typisieren lassen, um zu prüfen, für welchen Leukämiepatienten seine Zellen in Frage kämen. Die Möglichkeit, eine solche Typisierung durchzuführen, wird es am Gesundheitstag (Sonntag, 16.Februar, 13 bis 17 Uhr) in Bad Rodach für alle 17- bis 45-Jährigen geben. In der Gerold-Strobel-Halle wird die Stiftung für krebskranke Kinder Coburg dafür einen Stand aufbauen. Die entstand im Jahr 1989 aus einem losen Gesprächsgrüppchen von Eltern betroffener Kinder, die im Coburger Krankenhaus behandelt wurden.

"Eine Typisierung ist für die Besucher kostenfrei und verpflichtet zu nichts", erklärt Uwe Rendigs, der Stiftungsvorsitzende und betont: "Eine Spende ist wirklich eine lebensrettende Aktion und ich hoffe, dass viele Menschen kommen werden."

Akuter Bedarf an Spendern

Nur etwa 25 Prozent aller Blutkrebspatienten fänden einen passenden Spender in der eigenen Familie. Der Rest müsse auf Hilfe aus einer weltweiten Datenbank hoffen. In der seien zwar 36 Millionen Menschen registriert, deren Knochenmark bei der Heilung helfen kann – es reiche aber bei weitem nicht für alle Bedürftigen. Manchmal gebe es auch genetische Probleme: "Wir hatten zwei Leukämie-Fälle in der türkischen Community. Für die Kinder war es schwierig, passende Stammzellen zu bekommen. Die von Mitteleuropäern sind nicht kompatibel – die eigenen Landsleute hatten anfangs religiöse Vorbehalte", sagt Rendigs. Mithilfe einiger Imame und der türkischen Sportvereine vor Ort sei es letztlich aber doch gelungen, den Kindern zu helfen.

Vielfältiges Angebot

"Der Gesundheitstag hat quasi einen zweiteiligen Aufbau. Parallel zur Stiftungsaktion haben wir auch über 20 Gesundheitsanbieter aus der Stadt dabei – die stellen sich vor", sagt Ehrlicher. Neben Mitarbeitern der Therme Natur Bad Rodach, des Fitnessstudios Bodyfit und der Markt-Apotheke sind unter anderem auch Dozenten aus dem Medical Park vor Ort. So wird Dr. med. Hans-Jürgen Mees, Chefarzt der Orthopädie zum Thema "Arthrose referieren. Dr. med. Dirk Zauper wird über das Thema "Burnout" sprechen. Der Besucher kann sich also aussuchen, ob er an Mitmachaktionen teilnimmt, sich in Gesprächskreise zum Thema Gesundheit einbringt oder den Vorträgen zuhört.

Ein kleines Highlight soll das von der Reitgemeinschaft Rodach mitgebrachte Voltigierpferd werden. Neben den Sportbegeisterten werden daran vor allem die Kinder ihre Freude haben.

Kreatives Kinderprogramm

Sollten die sich dennoch langweilen, ist im örtlichen Jugendzentrum für Abwechslung gesorgt. Hier bietet Heike Werner ein umfangreiches Programm an – natürlich mit dem Thema Gesundheit. "Von Kinderyoga bis hin zu einem 'Ich-bleib-gesund-Memorie ist einiges dabei. Wir haben uns wirklich was einfallen lassen, sagt die Leiterin der Kindertagesstätte "Marienkäfer". "So können die Eltern auch nicht sagen, dass sie nicht zum Gesundheitstag können, weil sie Kinder haben", schmunzelt sie und betont, wie sehr sie sich auf Sonntag freue. Auch Ehrlicher hofft auf viele Besucher – für die Typisierung wünscht er sich eine dreistellige Beteiligungszahl. Die Nachwirkungen einer darauffolgenden Spende seien nicht schlimmer als ein "Männerschnupfen" sagt er mit einem Augenzwinkern.

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