Kulmbach
Vortrag

Stahlharte Männer im Kulmbacher Mönchshof

Nach dem großen Erfolg des letztjährigen Waffenabends laden die Freunde der Plassenburg für Freitag, 8. November, um 19.30 Uhr zu einer weiteren Veranstaltung unter dem Titel "Stahlharte Männer" in de...
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Richtig zum Anfassen sein wird der historische Waffenabend der Freunde der Plassenburg mit Daniel Burger (mit Helm) am Freitag um 19 Uhr im Bayerischen Brauereimuseum im Kulmbacher Mönchshof. Foto: privat
Richtig zum Anfassen sein wird der historische Waffenabend der Freunde der Plassenburg mit Daniel Burger (mit Helm) am Freitag um 19 Uhr im Bayerischen Brauereimuseum im Kulmbacher Mönchshof. Foto: privat

Nach dem großen Erfolg des letztjährigen Waffenabends laden die Freunde der Plassenburg für Freitag, 8. November, um 19.30 Uhr zu einer weiteren Veranstaltung unter dem Titel "Stahlharte Männer" in den Vortragssaal des Bayerischen Brauereimuseums im Mönchshof in der Hofer Straße 20 in Kulmbach ein. Es wird ein sehr spezieller Abend, der sich nicht der Verherrlichung von Waffen oder des Kriegswesens widmet, sondern bei dem es um Handwerkskunst und Defensivwaffen des Spätmittelalters und der Renaissance gehen wird - und das in Theorie und Praxis.

Hart und glänzend, prachtvoll und undurchdringlich: So sehen Rüstungen in vielen Museen und auch in Spielfilmen aus. Wahrscheinlich kennt jeder die Begriffe Helm, Brustpanzer und Kettenhemd. Doch wer hat schon einmal etwas von Schallern, Schwebescheiben oder Kniekacheln gehört? Was für Schutzwaffen waren das? Woraus bestanden sie? Diente eine Rüstung außer zum Kampf auch noch für andere Zwecke? Diesen und weiteren Fragen geht der Historiker, Archivar und Waffenexperte Daniel Burger auf Einladung der Freunde der Plassenburg nach.

Viel Unsinn wurde - und wird - verbreitet. Hollywood hat dazu beigetragen, dass viele Menschen glauben, ein Ritter musste mit einem Kran aufs Pferd gesetzt werden. Wenn ein Kämpfer in Vollrüstung vom Pferd fiel, war er angeblich nicht in der Lage, ohne Hilfe wieder aufzustehen. Trotz der Schwere der Rüstungen werden mittelalterliche Kämpfe in Filmen und auf Mittelaltermärkten oft als grobe Aktionen, als dumpfes "Draufloshauen" gezeigt.

Burger wird zeigen, dass Rüstungen sowohl zu Pferd als auch zu Fuß eingesetzt wurden. In einem Lichtbildervortrag wird die Entwicklung vom Kettenhemd des Hochmittelalters bis hin zur vollständigen Plattenrüstung des 15. und 16. Jahrhunderts kurz vorgestellt. Erhaltene Rüstungen des frühen und hohen Mittelalters sind seltene Kostbarkeiten. Wo erhaltene Originale fehlen, helfen viele Grabdenkmäler gerade auch im fränkischen Raum mit faszinierenden Details. Mit Nürnberg besaß Franken ein herausragendes Zentrum dieser Plattnerkunst.

Selber Hand anlegen

Burger, Historiker und Archivar am Staatsarchiv Nürnberg, wird präzise moderne Rekonstruktionen der Waffentechnik des Spätmittelalters vorführen und anhand realer Rüstungsteile den Umgang mit der Schutzkleidung demonstrieren. Die Besucher dürfen dabei auch gerne einmal selbst Hand anlegen.

Wer also immer schon einmal wissen wollte, wie sich die Ritter des 15. Jahrhunderts in ihren Rüstungen fühlten und bewegen konnten und wie gut der Schutz der Harnische wirklich war, der ist an diesem Abend bei den Freunden der Plassenburg genau richtig. Eintritt frei. red

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