Oberhaid

Staffelbach wird wie Salzburg

Der österreichische Investor Erich Grausgruber überträgt ein Projekt aus seiner Heimat nach Oberfranken - 30 Eck-Reihenhäuser sollen im Oberhaider Gemeindeteil für "Jungfamilien" entstehen.
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In diesem Bereich will der österreichische Investor sein Bau-Projekt umsetzen. Foto: Ronald Rinklef
In diesem Bereich will der österreichische Investor sein Bau-Projekt umsetzen. Foto: Ronald Rinklef

Anette SchreiBer 1,2 Hektar im Baugebiet "Kirchäcker" in Staffelbach lagen seit der Ausweisung des Gebietes 1980 im Dornröschenschlaf. Dann verstarb der Besitzer, und das Areal kam auf den Markt. Der österreichische Investor Erich Grausgruber erwarb die Fläche im vergangenen Jahr und hat hier Großes vor: Aus bisher geplanten 13 Bauparzellen möchte er nun 15 machen und auf diesen jeweils zwei Eck-Reihenhäuser errichten. Zuerst soll ein Muster-Eck-Reihenhaus entstehen.

Auf Staffelbach kam der Österreicher, da seine Frau aus Eltmann stammt und er damit mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut ist, wie der FT auf Nachfrage erfahren hat.

"Jungfamilien" die Zielgruppe

Grausgruber war vor kurzem im Oberhaider Gemeinderat zu Gast, um sein Vorhaben zu erläutern. Vergleichbare Häuser habe er bereits in der Salzburger Region realisiert, in insgesamt drei Projekten waren es 21 Wohneinheiten. Zielgruppe sind vor allem die von ihm so bezeichneten Jungfamilien, also Leute um die 30 mit einem oder zwei Kindern.

Diese wollen kompakt leben und sind an Häusern mit Wohnflächen zwischen etwa 105 und 130 Quadratmetern interessiert. Sie wollen mit ihren Häusern und Grundstücken, so Grausgruber, "möglichst wenig Arbeit und sich nicht um einen großen Garten kümmern müssen". Zu Preisen äußert sich der Investor nur vorsichtig, da österreichisches und deutsches Baurecht unterschiedlich sind und diese eben auch von den Erschließungskosten mit abhängen. In Österreich wurden die Objekte mit knapp 130 Quadratmetern (inklusive Grundstück) für knapp unter 400 000 Euro verkauft.

Wie Erster Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) zu Grausgrubers Projekt anmerkte, hatte sich die Gemeinde im Vorfeld der dafür nötigen Bebauungsplan-Anpassung an das Landratsamt gewandt. Dieses begrüße das Vorhaben, da es eine Nachverdichtung im Ort bedeute. Es betrachte die Planung als positiv für die Entwicklung des Ortes, gab der Bürgermeister wieder.

Bauland in der Gemeinde ist begehrt, wie die Nachfrage nach dem zuletzt erschlossenen Neubaugebiet "Mahlrain-Nord" gezeigt hat.

Niedrigenergiehäuser

Wie Investor Erich Grausgruber dem Gremium erklärte, sollte eigentlich der Planer, ein Baumeister und Architekt, das Projekt vorstellen, er war jedoch eingeschneit. Etwas Ähnliches wie bei Salzburg solle nun jedenfalls auch in Staffelbach entstehen. Niedrigenergiehäuser mit monatlichen Kosten um die 50 Euro. Seine Tochter wohne selbst in so einem.

Grausgruber will nun zunächst und möglichst noch heuer ein Musterhaus hinstellen und vorfinanzieren, ebenso die Erschließung. "Die Gemeinde werden keine Kosten treffen", versicherte der Österreicher. Man werde etwa ein halbes Jahr warten, ob diese Hausart nachgefragt werde, falls nicht, einfach die Bauplätze einzeln und unbebaut verkaufen.

Joneitis merkte Richtung Gremium an, es gehe erst einmal um einen Entwurf und die Grundsatzentscheidung, ob man so etwas haben wolle. Dem Investor wiederum gab er zu verstehen, dass Wohnbaufläche dringend benötigt werde, es Nachfrage gebe, man aber auch Details in einem städtebaulichen Vertrag zu klären habe und die Erschließung nach DIN-Vorschriften erfolgen müsse.

Aus den Reihen des Gremiums wurde die Nachfrage nach Wohnraum bestätigt und, dass heute wohl keine großen Gärten mehr gefragt seien. Nachfragen betrafen die Käuferklientel.

Grausgruber zeigt sich überzeugt, dass wohl nicht alle Immobilien von denen erworben werden, die selbst drin wohnen, sondern eine Kapitalanlage suchen. Gleichwohl zeichnete sich der Tenor ab, dass vorzugsweise Einheimischen Wohnraum geboten werden solle. Darauf der Investor - die Gemeinde werde Interessenten wohl an ihn verweisen. Die Frage, wie verkauft werden soll, beantwortete er: "Verkauft wird nach Reihen." Alles andere sei erschließungstechnisch wenig sinnvoll. Das Projekt gehört gemeinsam umgesetzt - Investor, Gemeinde, Bürger - war man sich einig. Froh ist die Gemeinde, dass jemand zu 100 Prozent das Risiko trägt. Der Gemeinderat stellte sich einstimmig hinter das Vorhaben. Jetzt geht es um einen städtebaulichen Vertrag.



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