Lichtenfels
Konzert

"Stärker als die Angst" lockte viele Zuhörer in die Kirche "Heilige Familie"

Ist Angst ein Grundgefühl unserer Tage? "Ja!", sagen die Mitglieder des evangelischen Freundeskreises Hof (EFH), einer speziellen Gemeinschaft innerhalb der evangelischen Landeskirche in Bayern. "Stär...
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Lieder, die Mut machen und helfen, Angst zu überwinden, servierte der Chor des evangelischen Freundeskreises Hof seinem Publikum in der Kirche "Heilige Familie". Foto: Joachim Wegner
Lieder, die Mut machen und helfen, Angst zu überwinden, servierte der Chor des evangelischen Freundeskreises Hof seinem Publikum in der Kirche "Heilige Familie". Foto: Joachim Wegner

Ist Angst ein Grundgefühl unserer Tage? "Ja!", sagen die Mitglieder des evangelischen Freundeskreises Hof (EFH), einer speziellen Gemeinschaft innerhalb der evangelischen Landeskirche in Bayern. "Stärker als die Angst" lautet das Motto ihrer Konzerttour 2019. Mit Mut machenden Liedern und Erzählungen wollten die Sänger auch diesmal ihre Zuhörer "mit hineinnehmen in die ausgestreckten Arme Gottes". Beim Konzert des Chores und der Band des evangelischen Freundeskreises Hof am Samstagabend in der voll besetzten Kirche "Heilige Familie" waren alle 420 Sitzplätze besetzt, daneben verfolgten noch viele Zuhörer das Konzert im Stehen.

"Jeder kennt die Angst"

Wie lange werden wir noch in Frieden leben? Wird unserer Land von Gewalt und Terror überrollt? Was für eine Welt überlassen wir unseren Kindern? Was wird aus mir, wenn ich alt und gebrechlich werde? "Jeder kennt die Angst, verschweigt sie, überspielt sie" machte die musikalische Leiterin des EFH-Chores, Heidrun Seiferth, zu Beginn und auch zwischen den Liedvorträgen deutlich. Nach Ansicht der Chorleiterin haben sich die Menschen noch nie so heimatlos und ungeborgen gefühlt wie heute. Deshalb sehnten sich immer mehr Menschen nach Orientierung, betonte Seiferth. Die Zeit dränge, dass der Mensch umkehre "zu dem, der allein Hilfe in das große Chaos bringen kann".

Deshalb haben sich die Sänger aus Hochfranken zum Ziel gesetzt, die Botschaft der Hoffnung zu den vom Leben Gebeutelten, den Ratlosen und Bedrückten zu bringen. Mit ihren in Deutsch gesungenen Anbetungsliedern, ihren liebevoll komponierten Melodien und persönlichen Bekenntnissen berührte der Chor des evangelischen Freundeskreises seine andächtigen Zuhörer. "Wir vertrauen auf Gott und fühlen uns bei ihm geborgen, weil er stärker ist als alle Angst und immer das letzte Wort hat", lautete die musikalische Botschaft.

Beeindruckend ist das technische Equipment der Botschafter Jesu Christi, die auf einer Großleinwand im Hintergrund immer wieder die Ängste von Menschen aller Generationen thematisierten: Angst vor schlechten Noten, vor Spinnen, vor der Verrohung unserer Gesellschaft, vor dem Verlust von vertrauten Menschen, vor dem Versagen in Prüfungen, vor Abschiebung, vor Terror und vielem mehr.

Musikalische Missionare

"Wenn Sorgen das Herz quälen, sieh auf zu Gott, bei ihm bist du geborgen", sangen die musikalischen Missionare und verwiesen auf Jesus Christus, der die Menschen rette.

Sichtlich gerührt zeigte sich das Auditorium vom Bekenntnis einer Mutter aus dem Chor, die sich um ihren schwer erkrankten Sohn sorgt und befürchten muss, dass er mit seiner unheilbaren Muskelerkrankung nicht mehr lange zu leben hat: "Aber weil Gott allen Kraft gibt, dürfen wir auf ein Wunder hoffen."

Ebenso eindrucksvoll war das Geständnis eines jungen Mannes, der früher in Alkoholsucht und Drogenmissbrauch unterzugehen drohte, bevor er zu Jesus fand. Nicht weniger bewegend waren die Schicksale einer jungen Frau, die ihren Freund durch Krebs verlor und jetzt durch ihren Glauben wieder Mut zum Leben findet, und das eines Musikers, der infolge des Drucks am Arbeitsplatz in eine tiefe Depression verfiel.

Zwei Stunden lang lauschte das Publikum andächtig dem Programm, das vom klassischen Gesang bis zum modernen Pop mit einer kleinen Sprechgesangseinlage reichte.

Nachdem das letzte Lied, ein gesungenes Abendgebet mit der Bitte an Gott, die Menschen frei von Angst zu machen, verklungen war, ernteten die Musiker und Sänger des EFH stehend dargebrachten Applaus. jhw

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