Schlüsselfeld
Diskussion

Stadt schreibt Bauherren Satteldächer vor

Am Ortseingang von Schlüsselfeld, aus Richtung Reichmannsdorf kommend, sollen neue Bauplätze entstehen. In der Sitzung wurden die künftigen Festsetzungen des Bebauungsplans vorberaten. Vor allem wegen...
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Am Ortseingang von Schlüsselfeld, aus Richtung Reichmannsdorf kommend, sollen neue Bauplätze entstehen. In der Sitzung wurden die künftigen Festsetzungen des Bebauungsplans vorberaten. Vor allem wegen der Dachformen, wie Gerhard Wittmann vom Bamberger Planungsbüro betonte. "Bei solchen Fragen scheiden sich meist die Geister", stellte er fest.

Die lebhafte und kontroverse Diskussion bestätigte seine Aussage. Ein Teil der Räte plädierte für einheitliche Satteldächer, andere wollten auf verpflichtende Festsetzungen hinsichtlich der Dachform lieber verzichten. Das lang gezogene Areal zwischen der Fortunastraße und der Staatsstraße 2262 sei am sinnvollsten mit neun Baugrundstücken zu nutzen, erläuterte Wittmann. 19 bis 20 Meter breit würden die Grundstücke. Die Frage sei, wie "sensibel" - landschaftlich gesehen - die Stadträte das Gelände am Ortseingang einordnen. Auf Werbung, um die Grundstücke zu verkaufen, müsse die Stadt bei dem derzeitigen Bauboom wohl nicht setzen, so Wittmann.

"Ich bin zwar grundsätzlich dafür, dass jeder nach seinem Geschmack bauen kann", sagte Zweite Bürgermeisterin Patricia Hanika (SPD), selbst Architektin von Beruf. In diesem Falle habe die Bebauung jedoch Fernwirkung, und darauf sollte Rücksicht genommen werden. "Wir leben in Franken", kommentierte Hans Wagner (FWG). Womit er deutlich machte, dass er Satteldächer favorisiere. "Ich kann damit leben, dass jeder so baut, wie er will", sagte Rainer Herdegen (SPD). Eine Bebauung mit unterschiedlichen Stilen lockere das Ganze auf.

"Wäre das irgendwo hinterm Berg, würden wir nicht darüber nachdenken", war die Meinung von Bürgermeister Johannes Krapp (CSU). "Kein Problem mit unterschiedlichen Dachformen", hatte Winfried Gerner (UBG). Die Erfahrung habe gezeigt, dass ohnehin bei den meisten Bauanträgen Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans ausgesprochen wurden. Außerdem habe die Feuerwehr gegenüber ein Flachdach, die Schule und der Supermarkt in der Nähe auch. "Ich bin dagegen, dass man die Bürger so einschränkt." Vielfalt mache das Baugebiet schöner und bunter.

Einschränkungen werde man den Bauherren ohnehin durch den Schallschutz zur Staatsstraße auferlegen müssen, sagte Planer Wittmann. Bei Satteldächern müsste auch die Farbe einheitlich in Rot festgeschrieben werden. Bei der Abstimmung sprach sich eine Mehrheit der Stadträte für die verpflichtende Festsetzung von Satteldächern aus. See

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