Coburg

Stadt gibt 30 Euro Zuschuss für Kindergarten-Kinder

Der Freistaat bezuschusst den Besuch eines Kindergartens mit 100 Euro pro Monat für jedes Kind ab drei Jahren. Die Stadt Coburg will ab September 2020 noch mal 30 Euro drauf packen. Dies beschloss der...
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Der Freistaat bezuschusst den Besuch eines Kindergartens mit 100 Euro pro Monat für jedes Kind ab drei Jahren. Die Stadt Coburg will ab September 2020 noch mal 30 Euro drauf packen. Dies beschloss der Stadtrat am Donnerstag nach kurzer Debatte.

Am Anfang hatte ein Antrag der CSB gestanden, den Kindergartenbesuch in Coburg ganz kostenfrei zu stellen. Doch nach den Vorgesprächen mit der Verwaltung und im Jugendhilfesenat stimmten sie einem neuen Vorschlag zu. Demnach wird der städtische Zuschuss auf 30 Euro gedeckelt. Dafür wird er auch für die Kinder bezahlt, die zwar in der Stadt wohnen, aber einen Kindergarten außerhalb besuchen. Ausgezahlt wird das Geld direkt an die jeweilige Kindertagesstätte, so, wie die 100 Euro vom Freistaat auch. Die 30 Euro werden auch nur für die Kinder gewährt, deren Eltern die restlichen Kosten selbst tragen. Denn für sozial Schwache übernimmt die Kommune die Betreuungskosten ohnehin.

Eine Gegnerin dieses Vorschlags fand sich mit Monika Ufken in der SPD-Fraktion. Das Geld solle lieber in eine Verbesserung der Betreuung in den Kindertagesstätten gesteckt werden, mit mehr Personal, kleineren Gruppen, mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung, sagte sie. Denn schon die 100 Euro pro Kind kämen aus dem Gute-Kita-Gesetz des Bundes, und in Bayern würden sie einfach weiterverteilt. Dabei seien Eltern unabhängig vom Einkommen bereit, für mehr Qualität in der Betreuung auch mehr zu zahlen, sagte Ufken. "Es wäre ein wertschätzendes Signal für unsere Einrichtungen."

Durchsetzen konnte sich Monika Ufken mit ihrem Vorschlag nicht. Man habe im Jugendhilfesenat durchaus über eine Qualitätssteigerung gesprochen, sagte Christian Müller (CSB). Aber alle Kitas im Stadtgebiet würden die Anforderungen erfüllen, und es sei der Staat, der die Qualitätsansprüche definiere. Die 30 Euro pro Kind seien "ein Signal der Familienfreundlichkeit". Sieben Stimmen gab es für Ufkens Vorschlag, das waren nicht einmal alle Mitglieder der SPD-Fraktion.

Ab 1. September werden die 30 Euro pro Kind ausbezahlt. Die Verwaltung rechnet mit Kosten von etwa 25 000 Euro im Monat und hat für das Haushaltsjahr insgesamt deshalb rund 100 000 Euro eingeplant. Ab 2021 würde sich demnach schon ein Zuschussbedarf von rund 300 000 Euro ergeben, vorausgesetzt, die Zahl der Kinder in Kitas bleibt annähernd gleich. sb

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