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Stabwechsel, aber kein Abschied beim Posaunenchor

"Lobet den Herrn mit Posaunen." Mit diesen bewusst gewählten Worten aus dem Psalm 150 begann Pfarrer Peter Ahrens seine Predigt, bei der zwei Männer des Pos...
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Pfarrer Peter Ahrens und Vertrauensfrau Christine Diersch (Mitte), dankten Werner Gräbner und Hellmuth Müller (von links), die ihre Ämter an Karin Schulz und Manfred Hoffmann abgaben. Foto: Dieter Hübner
Pfarrer Peter Ahrens und Vertrauensfrau Christine Diersch (Mitte), dankten Werner Gräbner und Hellmuth Müller (von links), die ihre Ämter an Karin Schulz und Manfred Hoffmann abgaben. Foto: Dieter Hübner
"Lobet den Herrn mit Posaunen." Mit diesen bewusst gewählten Worten aus dem Psalm 150 begann Pfarrer Peter Ahrens seine Predigt, bei der zwei Männer des Posaunenchors im Mittelpunkt standen.
Der Geistliche erzählte eine bekannte Geschichte von einem "kleinen Lob", das größer werden wollte, durch die Welt wanderte und nirgends gebraucht wurde. Es war schon ganz traurig, weil nirgends und niemand mehr gelobt wurde. Bis es in der Trebgaster Markgrafenkirche ankam. Dort lobte der Pfarrer zwei verdiente Leute, die etwas Besonderes geleistet haben. Und das über mehr als fünf Jahrzehnte. Die beiden, denen das Lob galt, Chorleiter Werner Gräbner und Obmann Hellmuth Müller, gaben ihre Ämter nach 55 und 48 Jahren in jüngere Hände ab.
Beide waren ein eingespieltes Team. Sie haben einen großen Teil ihres Lebens in den Dienst der Kirchenmusik gestellt und setzten sich unermüdlich für "ihren" Posaunenchor ein. "Sie verlassen uns Gott sei Dank zwar nicht, aber sie reichen den Stab weiter. Sie haben zusammen viel Kraft in den Posaunenchor investiert und viel miteinander erlebt. Ihre vielen Auftritte bei Gottesdiensten, Geburtstagen und ähnlichen Anlässen haben sich in all den Jahren zu einer fünfstelligen Zahl addiert", stellte Pfarrer Peter Ahrens fest.
Werner Gräbner leitete ab 1962 den damals gerade ins Leben gerufenen Posaunenchor in Lanzendorf. "Ich hatte dort ein Jahr vorher gerade meine erste Lehrerstelle angetreten und konnte weder Trompete oder Posaune blasen noch dirigieren", erinnert er sich. "Damals hieß es eben: Der Lehrer muss das können." Mit seiner Versetzung nach Trebgast 1967 übernahm Gräbner die seit 1954 bestehenden Trebgaster Bläser und begründete mit Thomas Grünke und dem Johanneschor den über die Gemeindegrenzen hinaus hervorragenden kirchenmusikalischen Ruf Trebgasts.
Hellmuth Müller kennt jeder, wenn auch manche unter einem anderen Namen. Egal ob "Betscher" (der Familienname seines Großvaters) oder "Sattler" (Berufsbezeichnung), alle wissen, wer damit gemeint ist. Er ist Gründungsmitglied und nunmehr seit 63 Jahren mit seinem Bariton-Bass eine Stütze des Chores. Selbst 30 Jahre im Kirchenvorstand tätig, ist Hellmuth
Müller immer ansprechbar und hilfsbereit, nicht nur für den Posaunenchor, sondern darüber hinaus für alle Belange der Kirchengemeinde. Als Bläser bleibt er dem Chor erhalten.
Sein Nachfolger als Obmann ist Manfred Hoffmann. Karin Schulz, die den Dirigentenstab übernommen hat, freut sich, dass alle weitermachen. Auch der bisherige Chorleiter versucht, mit seiner Trompete die zweite Stimme zu unterstützen. Beeindruckend ist für die neue Chorleiterin immer wieder das Spannungsfeld zwischen dem jüngsten (16 Jahre) und dem ältesten Bläser (80). "Ich habe einen tollen Chor übernehmen dürfen." Dieter Hübner


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