Kirchlauter

Staatsstraßenausbau liegt auf Eis

Bürgermeister Karl Heinz Kandler informierte die Neubrunner, die Fragen und Kritik vorbrachten.
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In der Heilig-Länder-Halle in Neubrunn diskutierten die Bürger beim Bürgerforum mit dem Bürgermeister Karl Heinz Kandler.  Foto: Ewald Stretz
In der Heilig-Länder-Halle in Neubrunn diskutierten die Bürger beim Bürgerforum mit dem Bürgermeister Karl Heinz Kandler. Foto: Ewald Stretz

Ewald Stretz In der Heilig-Länder-Halle in Neubrunn fand eine Bürgerversammlung der Gemeinde Kirchlauter statt. Bürgermeister Karl Heinz Kandler (SPD) gab einen umfassenden Bericht.

Die Gemeinde Kirchlauter hat nach seinen Angaben zurzeit eine Gesamteinwohnerzahl von 1322 Personen. Die Gemeinde habe 2019 viel investiert. Für die Feuerwehren, Spielplätze, Baugebiete, Friedhöfe, Bagger für den Bauhof und Breitbandausbau seien 629 000 Euro ausgegeben worden. Für die Jahre 2020 bis 2024 sind laut Kandler geplant: der Glasfaseranschluss für die beiden Schulhäuser, Feuerwehren, Spielplätze, Radwege, Baugebiete, Sanierung "Obere Wirtschaft", Erneuerung Oskar-Kandler-Zentrum und Anschluss von Pettstadt ans Kanalnetz sowie Kamerabefahrung des Kanals in Neubrunn.

Kindergarten und Schule

Der Neubrunner Kindergarten ist derzeit mit 20 Kindern belegt; seit September 2016 gilt hier die Landkindergartenregelung. Das obere Stockwerk wurde durch die Bauhofmitarbeiter ausgebaut; hier werden ab dem nächsten Schuljahr die Schulkinder betreut. In den Kindergarten Kirchlauter gehen derzeit mit Krippenbelegung 31 Kinder. In der Grundschule Kirchlauter werden derzeit 77 Schüler in vier Klassen unterrichtet. Die Klassenzimmer bekamen ab dem Schuljahr 2019/2020 Beamer, Laptops, Dokumentenkameras und Leinwände. Der Pausenhof der Kirchlauterer Schule wurde neu gestaltet und die Aufgangstreppe durch die Gemeindearbeiter instandgesetzt.

Die Spielplätze in der Gemeinde sind jetzt alle neu gestaltet und mit neuen Geräten bestückt, wie aus dem Bericht des Bürgermeisters weiter hervorging. Der Spielplatz am "Steinlein" (am Sportheim des FC Neubrunn) bekommt noch ein neues Spielgerät (im Frühjahr).

Im zweiten Verfahren für den Breitbandausbau werden derzeit die Weiler und Mühlen Winterhof, Paßmühle, Klaubmühle sowie Weikartslauter erschlossen. Der gemeindliche Anteil beträgt hier 60 741 Euro.

Neue Feuerwehrautos

Für die Feuerwehren Kirchlauter und Neubrunn werden je ein Mannschaftstransportwagen angeschafft. Beide Feuerwehrvereine beteiligen sich mit jeweils 15 000 Euro an den Kosten. Die Fahrzeuge werden laut Kandler voraussichtlich Mitte Dezember ausgeliefert.

Kandler sagte zum Ausbau der Staatsstraße Kirchlauter/ Kottendorf, dass die Ausschreibung zurückgezogen worden sei, weil die wasserrechtliche und naturschutzrechtliche Genehmigung durch das Landratsamt nicht erteilt wurde. Im Dezember finde deswegen ein Treffen mit dem Straßenbauamt und dem Landrat statt.

Zur Sanierung der "Oberen Wirtschaft" in Neubrunn teilte Kandler mit, dass das Amt für ländliche Entwicklung 65 Prozent der förderfähigen Kosten übernehme. Die Gemeinde werde etwa 220 000 Euro investieren. Nach der Fertigstellung der Außensanierung gehe es an den Innenbereich, und hier sei die Schreinermeisterschule Ebern mit im Boot, die hervorragende Vorschläge unterbreitet habe.

Für die Sanierung des Oskar-Kandler-Zentrums Kirchlauter kam vom Amt für ländliche Entwicklung ein Förderbescheid von 763 000 Euro. Das Millionenprojekt wird sowohl vom Freistaat Bayern als auch von der Bundesrepublik gefördert. Geplant sind eine Dacherhöhung, neue Heizung und Lüftung, neue Fenster und Türen und eine andere Innenraumgestaltung.

Zu der Frage, wann endlich Handyempfang da ist, sagte der Bürgermeister, dass die Anbieter Vodafone und Telekom ihre Freigabe erteilt haben. Der Aufbau der Sendeanlage werde sich aber noch bis Anfang 2021 hinziehen; die volle Funktionsfähigkeit der Sendeanlage kann der Bürgermeister aktuell nicht bestimmen.

Durch die Bauhofmitarbeiter bekam Gemeindearchivar Franz Rödelmaier einen neuen Raum in der Neubrunner Schule. Bürgermeister Kandler bedankte sich beim Team des Bauhofs, das eine Menge an Aufgaben bewältigt habe. Hier habe der neu angeschaffte Bagger schon hilfreiche Dienste geleistet.

Nach dem Bericht des Bürgermeisters waren die Bürger mit Fragen und ihren Anliegen an der Reihe. Klaus Eichert wollte wissen, warum kein Radweg nach Ebelsbach gebaut werde. Der Bürgermeister antwortete, dass das Tal zu eng sei; eine Planung sei nicht vorgesehen.

Dieter Adrian fragte, wann endlich das Parken auf Gemeindegrund aufhöre; das Problem sei schon länger bekannt und angesprochen worden. "Hier wird sich demnächst was tun, wir sind dran", sagte der Bürgermeister. Der Gehweg in Richtung Zeiler Weg an einem Anwesen sei auch immer verstellt. "Die Kinder müssen auf die Straße ausweichen, das kann doch nicht sein", rügte Paul Dürrbeck.

Weitere Anfragen

Jochen Steppert fragte den Bürgermeister, wie seine Meinung zur Neubrunner Schule mittlerweile ist, nachdem einiges investiert wurde. Karl Heinz Kandler sagte: "Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Schule geschlossen wird, aber ich halte mich an den Beschluss des Gemeinderates."

Rainer Kirchner meinte zur Sanierung des Oskar-Kandler- Zentrums, dass die Kosten für die Gemeinde (Eigenanteil rund 900 000 Euro) nicht zu halten seien. Der Bürgermeister erklärte dazu, dass ein Abriss mit Neubau auf zwei Millionen Euro kommen würde.

Kritik gab es wegen des Kanalanschlusses von Pettstadt nach Kirchlauter, weil die Kosten auf die Gebühren umgelegt werden. Das müsse so geschehen, sagte Kandler. Auch die Sanierung im Friedhof Neubrunn mit den neuen Wegen stieß auf Kritik; viele Bürger wollten diese Gestaltung angeblich nicht, hieß es, aber der Gemeinderat habe nach der Besichtigung mit Neubrunnern so entschieden.

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