Ailersbach

St. Martin ist ein Schmuckstück

Die Renovierung der kleinen Kirche in Ailersbach ist abgeschlossen. Die Bürger packten kräftig mit an.
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Beim Einräumen der Kirchenbänke wurden viele Hände gebraucht: Im Bild von links Michael Dreßel, Michael Heienbrock, Willi Schmitt und Brigitte Schmitt sowie Kirchenpfleger Klaus Lehmann Foto: Evi Seeger
Beim Einräumen der Kirchenbänke wurden viele Hände gebraucht: Im Bild von links Michael Dreßel, Michael Heienbrock, Willi Schmitt und Brigitte Schmitt sowie Kirchenpfleger Klaus Lehmann Foto: Evi Seeger

Ein Kleinod aus denkmalpflegerischer Sicht war die Sankt-Martins-Kirche von Ailersbach schon immer. Jetzt ist sie auch ein Schmuckstück geworden. Nach einer Rundumerneuerung des Kirchenraums erstrahlt das Kirchlein, eine Filialkirche von Sankt Georg Höchstadt, in neuem Glanz. Am Sonntag, 6. Oktober, um 9 Uhr findet der erste Gottesdienst nach der Renovierung statt.

Damit hat die kleine Kirchengemeinde des Höchstadter Ortsteils ihre geistige Mitte wieder. Die Gemeindemitglieder waren es auch, die sich bei der Renovierung besonders ins Zeug gelegt haben. Wie Kirchenpfleger Klaus Lehmann berichtet, waren Ailersbacher Bürger bei der Renovierung immer zur Stelle. Beim Ausräumen des Gotteshauses ebenso wie beim Einräumen. Alle Nebenarbeiten seien ehrenamtlich in Eigenregie ausgeführt worden. Nicht zuletzt deshalb konnten die Kosten relativ niedrig gehalten werden.

Denn an der Kirche gab es viel zu tun. Laut Denkmalliste stammt die Sankt-Martins-Kirche mit ihrer "gotischen Chorturmanlage" aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Nach den Worten von Kirchenpfleger Lehmann ist sie jedoch um einiges älter, ja sogar "älter als die Höchstadter Kirche".

Der gesamte Kirchenraum brauchte einen neuen Anstrich, vorhandene Risse galt es, auszubessern. Orgelprospekt und Brüstung der Empore erhielten - wie auch die Kirchenbänke - einen neuen Anstrich. Der Fußboden aus Solnhofer Platten wurde - soweit notwendig - ausgebessert. Jede Menge Arbeit erforderten die maroden Holzpodeste unter den Kirchenbänken und die hölzernen Altarstufen. Alles wurde ausgebaut, stabilisiert und neu unterfüttert. Künftig dürfen sich die Gottesdienstbesucher auch über neue Polsterauflagen auf den Bänken freuen. Einen neuen Anstrich erhielten auch die Sakristei und die äußere, vom Wetter strapazierte Westfassade.

Darüber hinaus waren verschiedene Maßnahmen wie die Anbringung von Geländern notwendig, um die Sicherheit der Kirchenbesucher zu gewährleisten. Erneuert wurde auch die Beleuchtung. Die Lampen stammen übrigens aus der Höchstadter Kirche. Rund 60 000 Euro wird die Renovierung nach den Worten von Klaus Lehmann kosten. Ein Zuschuss von gut 60 Prozent vom Bamberger Domberg scheint sicher zu sein.

Unangetastet blieben bei der Renovierung die neugotischen Altäre, das 600 Jahre alte Christusbild samt Kreuzweg und die Deckengemälde. Gleich dreimal - an der Decke, auf dem Hochaltar und an der Brüstung der Empore - ist der Schutzpatron, der heilige Martin, in der Kirche gegenwärtig. Die Figur des heiligen Bischofs, die heute an der Empore steht, befand sich einst mittig auf dem Hochaltar. Dahinter habe ein Elektriker bei einer früheren Restaurierung das Altarbild des Heiligen, verdeckt durch eine Silberfolie, entdeckt. Es wurde freigelegt und restauriert. Wem kommt da nicht die Legende um den heiligen Martin in den Sinn: Schon als er Bischof von Tours werden sollte, soll er sich - der Überlieferung zufolge - versteckt haben. So ihn nicht durch ihr Geschnatter die Gänse verraten hätten!

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