Höchstadt a. d. Aisch

St. Anna ist gut vorbereitet

Der erste Fall eines Patienten mit dem Coronavirus hat nun auch Deutschland erreicht. Wie ist das Kreiskrankenhaus in Höchstadt auf die Viruskrankheit vorbereitet?
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theresa schiffl Im Kreiskrankenhaus St. Anna ist die Stimmung bezüglich des Coronavirus noch relativ entspannt, aber die Lage wird ernst genommen. "Wir beobachten natürlich, wie sich das alles entwickelt", sagt Chefarzt und Infektologe Dr. Martin Grauer.

"Im Moment haben wir mehr Probleme mit der Grippe. Eine Grippewelle rollt über Höchstadt." Drei Patienten seien aufgrund der Grippe bereits in Isolation. Die Plätze von den speziell ausgestatten Zimmern seien rar, was problematisch sei. Denn gerade von November bis März würden, je nachdem, wie schlimm die Grippe ausfällt, mehr Betten benötigt.

Stimmung aktuell entspannt

Sobald ein Patient die Kriterien erfüllt und der Verdacht einer Erkrankung an dem chinesischen Virus bestehe, würden der Patient isoliert und Proben nach Erlangen geschickt. Dort kann man sich seit ein paar Tagen auf das neue Coronavirus testen lassen. "Bei uns haben schon viele besorgte und verunsicherte Bürger angerufen", erklärt Pressesprecher Johannes Eissing. Eine Hysterie soll vermieden werden. Bei Verdachtsfällen solle zunächst der Hausarzt aufgesucht werden, der die Situation einschätzt und bei Bedarf weitere medizinische Maßnahmen einleiten kann.

"Wenn sich ein Gesunder ohne entsprechende Symptome testen lässt, ist das Ergebnis nicht aussagekräftig. Erst wenn Indikatoren für eine potenzielle Infektion vom Hausarzt festgestellt und ein begründeter Zusammenhang mit einer Chinareise oder Kontakt mit Infizierten besteht, ist ein Test sinnvoll", erklärt Virologe Dr. Armin Ensser. Der Professor sagt: "Man kann noch nicht genau sagen, wie gefährlich die Viruserkrankung wirklich ist, aber wahrscheinlich ist sie harmloser als die Grippe." Diese Ansicht teilt auch Grauer vom St. Anna Krankenhaus.

Gefährdet seien spezielle Risikogruppen wie zum Beispiel ältere Menschen mit einer Vorerkrankung, erklärt Ensser. In Deutschland würde eine mögliche Sterbezahl geringer als in China ausfallen, da die Versorgung viel besser ist, meint Grauer.

"Das ist für uns unbekanntes Gelände", meint Grauer. Zumindest sei das aktuell so. Wenn sich jedoch die Fälle häuften oder neue Erkenntnisse bekannt würden, müsste die Situation neu eingeschätzt und entsprechend gehandelt werden.

Gut vorgesorgt wurde schon: Neben Materialien und Isolationszimmern sei durch Pläne des Bayerische Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) alles gut durchorganisiert. "Bisher können wir nur die Symptome wie Hals- und Gliederschmerzen oder das Fieber senken." Dafür können zusätzliche Bakterieninfektionen mit Antibiotikum behandelt werden.

Geschäftsreisen vermeiden

Und wie kann man sich gegen das Coronavirus schützen? "Die normalen Schutzmaßnahmen, wie Hände öfters mit Seife waschen, Desinfektionsmittel verwenden, auf das Händeschütteln verzichten - all das ist gegen das Coronavirus und auch die Grippe ein guter Schutz", erklärt Virologe Ensser. Infektologe Grauer ergänzt: "Außerdem sollten Reisen nach China nach Möglichkeit verschoben werden." Das gelte insbesondere für Geschäftsreisen. "Dafür kann man ja telefonieren oder skypen. Das ist auf alle Fälle sicherer", sagt Grauer. Wie sich bei dem aktuellen Fall in Starnberg herausstellte, steckte sich der Erkrankte während einer Weiterbildung bei einem chinesischen Gast an.

Die Firma Schaeffler hat für ihre Mitarbeiter ein Reiseverbot nach China ausgesprochen.

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