Wachenroth

Sprunghügel sollen wieder weg

Die Gemeinde Wachenroth wollte ihren jungen Bikern ein Angebot machen, doch das Wasserwirtschaftsamt sieht durch die Erdhaufen die Hochwassergefahr steigen.
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Andreas Dorsch Sie toben sich aus und haben richtig Spaß dabei: Die Jugendlichen, die sich täglich auf dem "Gänsanger" zwischen Wachenroth und Kleinwachenroth mit ihren Fahrrädern treffen, über Erdhügel jagen, durch die Luft fliegen oder auf dem Hinterrad daher kommen. Bald soll aber auf diesem Gelände damit Schluss sein. Das Wasserwirtschaftsamt hat die Gemeinde aufgefordert, die Erdhaufen wieder abzutragen.

Bürgermeister Friedrich Gleitsmann (CSU) bleibt wohl nichts anderes übrig, als der Anordnung der Behörde Folge zu leisten. Nachvollziehen kann er die Begründung dafür aber ebenso wenig wie die jungen Biker. Der Knackpunkt ist, dass der Wachenrother Bike-Park am Gänsanger im Tal der Reichen Ebrach liegt. Und hier im Überschwemmungsgebiet sind Bauwerke wie diese Sprunghügel nicht erlaubt, weil sie den Talraum einengen. Es könne nicht garantiert werden, dass es durch die Erdhaufen nicht zu Rückstauungen kommt und dadurch die Hochwassergefahr ansteigen würde, berichtet Gleitsmann aus der Begründung der Behörde.

Keine Beschwerden im Rathaus

Der Bürgermeister vermutet, dass es Klagen von Anwohnern waren, die das Wasserwirtschaftsamt überhaupt erst auf den Plan gerufen haben. Gegner dieses Bike-Parks hätten sich direkt an die Behörde gewandt, sagt Gleitsmann. Im Wachenrother Rathaus seien jedenfalls keine Beschwerden eingegangen.

Dabei hatte es die Gemeinde mit den Sprunghügeln gut gemeint. Überall in Wachenroth sprangen junge Biker durch die Gegend, erinnert sich der Bürgermeister. Als Eltern auf ihn zukamen und nach einem Gelände für ihre radelnden Kinder fragten, sei er mit seinem Bauhofleiter auf den Gänsanger gekommen. Der war in der Vergangenheit übrigens ein Fußballplatz. Den Verantwortlichen im Rathaus war die Hochwasserproblematik durchaus bewusst, doch schätzen sie diese anders ein als die Behörde. Gleitsmann ist sich sicher: "Hätte es keine Klagen von Anwohnern gegeben, wäre nichts passiert."

Die jungen Biker sind froh über ihren Park am Gänsanger. Mitarbeiter des Bauhofs haben einzelne Hügel auch nach ihren Vorstellungen modelliert. Jetzt sollen sie sich davon wieder verabschieden. Bürgermeister Gleitsmann schwebt vor, den jungen Akrobaten auf zwei Rädern ein alternatives Gelände anzubieten. Weil die Gemeinde derzeit aber über keine geeignete Fläche verfügt, appelliert er an Grundstückseigner, vielleicht einen Acker oder eine Wiese zur Verfügung zu stellen. "Natürlich würden wir dafür Pacht zahlen", sagt der Bürgermeister.

Die jungen Biker hätten da auch einen Wunsch: "Ein Gelände, das bergab geht." Darauf hätten sie mehr Möglichkeiten als in der Ebene. Noch besser wäre ein Hang im Wald. Hier sieht Gleitsmann aber Konflikte mit der Jägerschaft schon vorprogrammiert. Schließlich könnte sich das Wild gestört fühlen.

Noch schleppen die Radler im Alter ab zehn Jahre ihre Dirt- und Mountainbikes am Gänsanger auf den Starthügel und lassen's krachen. Dabei gilt für sie das ungeschriebene Gesetz: "Wenn es dich schmeißt, sofort auf und weiter." Und sie werden weiter springen, egal wo.

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