Erlangen

Sprechen Sie eigentlich ladinisch?

"Bun de, bëgnodüs" - so kann man in Bozen und vor allem im benachbarten Grödener Tal schon mal begrüßt werden. Eine Minderheitensprache, die aber die Partnerstadt Erlangens ein Stück weit ausmacht.
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Das ist die Einkaufszeile in Bozen. Es geht also auch in schön - wenn auch ein Teil der Läden jene sind, die es in jeder Stadt gibt.  Fotos: Michael Busch
Das ist die Einkaufszeile in Bozen. Es geht also auch in schön - wenn auch ein Teil der Läden jene sind, die es in jeder Stadt gibt. Fotos: Michael Busch
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Michael Busch Wenn Sie Bozen besuchen, gibt es eine echte Schwierigkeit: in Bozen zu bleiben. Nicht, weil Bozen hässlich ist, ganz im Gegenteil. Aber auch das Umland lockt. In etwas mehr als einer halben Stunde ist der Besucher bei den Drei Zinnen und kann die Dolomiten auf sich wirken lassen. Das Grödener Tal (Val Gardena) lockt Sommers wie Winters mit einer unglaublichen Natur. Der Partnerschaftsbeauftragte der Stadt Erlangen, Peter Steger, weiß um die Verlockungen. "Bozen ist eine Stadt mit dem wohl größten eigenen Weinanbaugebiet."

Spannende Sprachen

Es lohnt sich dort überall die Augen aufzuhalten. Denn so findet man zum Beispiel Schulen, die "Ladinisch" sind. Eine Einzigartigkeit in der Region. Als Ladinisch bezeichnet man eine Gruppe romanischer Dialekte, die in mehreren Alpentälern Oberitaliens gesprochen werden. Als hauptsächliche Verbreitungsgebiete gelten Gröden und das Gadertal in Südtirol. In Südtirol sind 70 Prozent der Bevölkerung deutscher, 25 Prozent italienischer und fünf Prozent ladinischer Muttersprache.Bozen ist die Gemeinde mit dem höchsten Anteil der italienischen Sprachgruppe, dieser beträgt über 70 Prozent.

Festival geplant

In Bozen selber kommt man aber mit Deutsch komplett durch, die Zwei- oder Mehrsprachigkeit ist völlig normal. Daher fällt es auch leicht in Bozen auf die Frage antworten zu können: "Was kann ich als Bozener eigentlich in Erlangen entdecken?" Auch hier hilft Steger gerne weiter.

"Erlangen seinerseits wirkt gewinnend auf Gäste aus Bozen durch das in Südtirol kaum bekannte hugenottische Erbe und natürlich die Strahlkraft der Uni und wissenschaftlichen Institute. Die Erlanger Kulturfestivals bieten darüber hinaus viele Möglichkeiten für eine konkrete Zusammenarbeit." Man dürfe aber nicht vergessen und unterschätzen, dass viele aus Bozen stammende Menschen bereits in Erlangen leben. "Zumeist sind diese wegen der Arbeit nach Franken gekommen", führt der Partnerschaftsbeauftragte aus. "Zusammen mit den beiden deutsch-italienischen Vereinen bietet das alle fast ideale Voraussetzungen für das Gelingen dieser jüngsten Partnerschaft."

Und wie geht es weiter? Neben einer Bürgerreise nach Bozen und einem Auftritt der Kantorei St. Matthäus im Oktober in der Partnerstadt sind bereits viele Begegnungen zwischen Schulen, städtischen Ämtern, der Lebenshilfe, von Jugendverbänden und Vereinen oder der Josef-Mayr-Nusser-Fachakademie in Baiersdorf geplant. Eine Besonderheit sei auch verraten: "In Vorbereitung ist für das kommende Jahr ein Bozen-Festival in Erlangen mit kulturellen und touristischen Höhepunkten." Generell gelte aber: Wegen der vielen bereits bestehenden Kontakte kommt es aber auch zu ungezählten Begegnungen jenseits des offiziellen Austauschprogramms, was ja eine Bürgerpartnerschaft auszeichnet.

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