Kulmbach

Sprache ist der Schlüssel

Koordinator Peter Müller berichtete von den Erfahrungen mit Bildung und Integration für Migranten im Landkreis.
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Das Erlernen der deutschen Sprache ist der Knackpunkt bei der Integration Zugewanderter. Deshalb bemüht sich der Landkreis weiter um die Förderung von Bildungsangeboten durch den Bund. Symbolbild: Waltraud Grubitzsch, dpa
Das Erlernen der deutschen Sprache ist der Knackpunkt bei der Integration Zugewanderter. Deshalb bemüht sich der Landkreis weiter um die Förderung von Bildungsangeboten durch den Bund. Symbolbild: Waltraud Grubitzsch, dpa
Der Kreisausschuss gab gestern "grünes Licht" zum Aufstockungsantrag für die zweite Förderperiode der Bildungsangebote für Neuzugewanderte im Landkreis. Laut Peter Müller, der im Landkreis als Koordinator hierfür tätig ist, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Kommunen bei Bildungsangeboten für Migranten. Das Projekt, an dem auch der Landkreis Kulmbach teilnimmt, startete bereits im November 2016 und jetzt wird es für weitere zwei Jahre verlängert. Gewährt wird eine Vollförderung der Personalkosten einschließlich 3000 Euro für die Fortbildung. Landrat Klaus Peter Söllner: "Sinnigerweise müsste dieser Aufstockungsantrag beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gestellt werden."
Der Schlüssel zur erfolgreichen Arbeit und damit zur Integration ist die Bildung. Dabei sind nach Worten des früheren Polizeibeamten alle Akteure in der Kommune, Kirche, freie Träger, Schule, Agentur, Stiftungen und Ehrenamt gefragt. Dafür seien aber Kooperationsstrukturen notwendig.
Peter Müller berichtete, was bisher geschehen ist. Als Fazit aus der bisherigen Erfahrung stufte Müller die Sprache als Schlüssel zum Erfolg ein: "Wir brauchen noch mehr praxisbezogene Systeme und es müssen das Erlernen der Sprache, Beschäftigung und Sozialkontakte einher gehen. Neuzugewanderte müssen beteiligt werden, denn die Mitgestaltungsmöglichkeit schafft Motivation und Sachgerechtigkeit."


Zeit und Geduld notwendig

Gezeigt habe sich, dass sich die Helferstrukturen reduziert und verändert haben. Neuzugewanderte müssten verstehen lernen, wie Deutschland funktioniert. Integration ist nach Müllers Worten das gemeinsame Bemühen, eine unterschiedlich gestaltete Lebenssituation auf die größtmögliche Normalität hin zu entwickeln: "Wir brauchen dafür Zeit, Gelassenheit und Geduld." Neuzugewanderte wollen nach Müllers Erfahrung eigenständig und unabhängig von Sozialsystemen sein. Müller weiter: "Wir brauchen Kompetenzfeststellungstests und an die Fertigkeiten angepasste Bildungs- und Ausbildungskonzepte sowie berufliche Entwicklungsmöglichkeiten."
Zum Thema Sicherheit sagte Müller: "Es gelten die Regeln und Gesetze unseres Landes für alle! Straftaten lassen sich nicht mit kulturellen Unterschieden und Verhältnissen in der Heimat rechtfertigen. Terrorismus, Gewalt und religiöser Fanatismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft." Wichtig ist Peter Müller ferner eine Fortbildung und Professionalisierung der hauptamtlich Tätigen, was die Deradikalisierung angeht.
Die Arbeit von Peter Müller als Koordinator für Neuzugewanderte bezeichnete Landrat Klaus Peter Söllner als Segen für den Landkreis: "Er leistet eine unglaublich wichtige Arbeit, die wir im normalen Tagesgeschäft nicht bewältigen könnten."
Abteilungsleiterin Camelia Sancu vom Gesundheitsamt gab einen kurzen Sachstandsbericht zur Gesundheitsregion plus, die nunmehr auch für den Landkreis Kulmbach anerkannt und vom zuständigen Ministerium genehmigt wurde. Sie machte deutlich, dass eine gute medizinische Versorgung zu den Fundamenten einer attraktiven Region gehöre: "Daher gehört unser Augenmerk der Aufrechterhaltung, dem Aufbau und der Optimierung gerade dieses Bereiches." Camelia Sancu berichtete weiter, dass sich die relevanten Gesundheitsakteure im Landkreis Kulmbach noch besser vernetzen werden. Sie werden in zwei Arbeitsgruppen agieren: 1. Handlungsfeld: Gesundheitsförderung und Prävention. 2. Handlungsfeld: Gesundheitsversorgung. Und bei Bedarf wird eine Arbeitsgruppe "Food, Nutrition and Health" gegründet. Eine Bedarfsanalyse zur Identifikation von regionalen Gesundheitsproblemen und zur Analyse der Gesundheitsdaten wird extern vergeben.
Für die Errichtung und den Betrieb der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus des Landkreises Kulmbach wird dem Landkreis von Seiten des Ministeriums für die Zeit vom 15. Mai 2018 bis 31. Dezember 2022 eine Zuwendung in Höhe von 244 300 Euro bewilligt.
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