Einberg

Sportlich, schön, von festem Wesen

Teams aus Hovawart-Hunden und Hundetrainern aus ganz Deutschland und darüber hinaus ermittelten in Einberg ihre Sieger. Auf diese Teilnahme haben sie jahrelang hingearbeitet.
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Im Schutzdienst musste der Hund beweisen, dass er selbstbewusst die Auseinandersetzung mit dem Prüfungshelfer sucht. Djambo Grofje Celjski im Besitz von Beatrix Wangenbrenner (Kirchdorf am Inn) erfüllte die Prüfungsaufgaben mit Bravour.  Foto: Martin Rebhan
Im Schutzdienst musste der Hund beweisen, dass er selbstbewusst die Auseinandersetzung mit dem Prüfungshelfer sucht. Djambo Grofje Celjski im Besitz von Beatrix Wangenbrenner (Kirchdorf am Inn) erfüllte die Prüfungsaufgaben mit Bravour. Foto: Martin Rebhan
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Hundesport vom Feinsten war am vergangenen Samstag auf dem Gelände des VfB Einberg zu erleben. Der Rassezuchtverein für Hovawart-Hunde (RZV) mit Sitz im schleswig-holsteinischen Sophienhamm, der größte und älteste Zuchtbuch führende Verein im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), ermittelte seinen deutschen Meister im Gebrauchshundesport nach der Internationalen Gebrauchshundesportverordnung (IPG). Die Meisterschaften finden im jährlichen Wechsel zwischen den sechs Landesgruppen statt. Nach 2014 war Rödental-Einberg wieder Austragungsort der Meisterschaften.

Dass man seitens des Vereins gerne nach Rödental kommt, hat auch eine tiefere Bedeutung. Am 12. Juni 1948 wurde der "Rassezuchtverein für Hovawart-Hunde Coburg e.V." ins Vereinsregister eingetragen. Der RZV hat es sich nach eigenem Bekunden zur Aufgabe gemacht, mit seiner Zucht im bestmöglichen Maß dazu beizutragen, dass der Hovawart ein Hund bleibt, der durch Gesundheit, Wesenssicherheit, Schönheit und hundesportliche Leistungsbereitschaft seinen Besitzern Freude bereite.

Selbstständige Entscheidungen

Die hundesportliche Leistungsbereitschaft stellten in Einberg insgesamt elf Vierbeiner mit ihren Besitzern eindrucksvoll unter Beweis. "Die Teilnehmer sind alle Könner ihres Faches", beschrieb die Pressewartin der Landesgruppe Süd, Annemarie Schröder, das Leistungsniveau des Starterfeldes. Nach ihren Worten steckt viel Arbeit und Hingabe darin, die Qualifikation für die Zulassung zur deutschen Meisterschaft zu erreichen. "Bis man so weit ist, braucht es Jahre", betonte Schröder. Nach ihrer Darlegung liegt es schon in den Genen eines Hovawarts, ob er sich für den Hundesport eignet oder nicht. "50 Prozent ist Vererbung, 50 Prozent ist Erziehung", beschreibt sie die Wesensart der Hunde. Deutlich macht sie, dass die Arbeit mit einem Hovawart nicht einfach ist, da er als Hofhund gewöhnt ist, selbstständig Entscheidungen zu treffen. "Der Hovawart ist kein Schäferhund, der nur Schwarz und Weiß kennt", meinte die Expertin.

Und dass die Hunde Entscheidungen treffen müssen, wurde von ihnen bei den einzelnen Prüfungen immer wieder abverlangt. Eröffnet wurden die Meisterschaften mit der Fährtensuche. In freier Natur galt es für den Hund, eine Spur aufzunehmen und auf hinterlegte Gegenstände zu verweisen. Bei der Unterordnung ging es hauptsächlich darum, dass der Vierbeiner nach einem vorgegebenen Muster seiner Bezugsperson über einen Parcours folgt. "Der Hund muss hier auch zeigen, dass er schussfest ist", war von Annemarie Schröder zu hören. Mit "schussfest" meinte sie die Eigenschaft, dass sich der Hovawart durch einen Knall nicht irritieren lässt. Dritte Prüfung war der Schutzdienst. Hier musste der Vierbeiner den Ausdruck vermitteln, jederzeit selbstbewusst die Auseinandersetzung mit dem Prüfungshelfer zu suchen.

282 von maximal 300 Punkten

Für die Wertungsrichter war es keine leichte Aufgabe, ihre Punkte in dem leistungsmäßig dicht beieinanderliegenden Starterfeld zu vergeben und damit über Sieg und Platz zu entscheiden. Am Ende hatte buchstäblich Reinhold Sans (Schönau, Baden-Württemberg) mit Jako ex Canis Lupus die Nase vorn. Das Team erreichte 282 (Note sehr gut) von 300 möglichen Punkten und sicherte sich so den Titel des deutschen Meisters. Vizemeister wurde Christian Ilgner (Sewekow, Brandenburg). Mit Clara vom Langhagensee erreichte er 269 Punkte (Note gut). Die Bronzemedaille ging an Antje Engel aus Saalfelden (Österreich), die mit Denzel Grofje Celjski 265 Punkte (Note gut) errang.

Aber nicht nur die Teams aus Hund und Mensch bevölkerten das Vereinsgelände in Einberg. Auch viele andere Hundehalter aus nah und fern nahmen die Meisterschaften zum Anlass, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, und gaben so der Veranstaltung die verdiente Aufmerksamkeit.

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