Herzogenaurach

Spitzenreiter imponiert der TSH

Der Spitzenreiter der Regionalliga hat die bisher viertplatzierten Longhorns klar in die Schranken gewiesen und das Publikum in Herzogenaurach zum Staunen gebracht.
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Robert Merz legte gegen Leitershofen neun Punkte auf, doch selbst zusammen mit den Teamkollegen Ben Gahlert und Dorberth (je 9) kam er nicht auf so viele Zähler wie Matthew Carr von der BG.  Foto: herzopress/Archiv
Robert Merz legte gegen Leitershofen neun Punkte auf, doch selbst zusammen mit den Teamkollegen Ben Gahlert und Dorberth (je 9) kam er nicht auf so viele Zähler wie Matthew Carr von der BG. Foto: herzopress/Archiv

Im Spitzenspiel der 1. Regionalliga haben die 200 Herzogenauracher Zuschauer einer wahren Basketballdemonstration der BG Leitershofen/Stadtbergen beiwohnen dürfen. Mit dem 82:64 gegen die Turnerschaft hat die auf jeder Position hochklassig besetzte Mannschaft ihre Rolle als Aufstiegsfavorit untermauert. Die Longhorns rutschen nach der Niederlage um drei Plätze auf Rang 7 ab, liegen aber noch immer voll im Soll.

Bester Spieler der Regionalliga

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"Man muss anerkennen, dass die Augsburger mindestens eine Klasse besser sind als wir und wohl auch als der Rest der Liga. Mit Matthew Carr haben sie den mit Abstand besten Spieler der Liga in ihren Reihen. Dazu kommt die Centermacht, die aus drei Spielern mit mehr als 2,05 Metern Körpergröße besteht", analysierte TSH-Trainer Nikola Jocic, der aus dem Staunen nicht herauskam: "So ein Spielermaterial hat kaum eine Mannschaft in der ProB, also eine Liga höher. Da können wir einfach nicht mithalten."

Ein Beispiel: Matthew Carr, ein mit 1,75 Meter basketballerischer Zwerg, der aber durchgehend so wirkte, als wäre der Ball mit ihm verwachsen und der zusätzlich das Kunststück schaffte, trotz der Tatsache, dass er der mit Abstand kleinste Akteur auf dem Spielfeld war, die meisten Rebounds seines Teams holte. So führte er die Gäste in allen Statistiken an: 29 Punkte, sieben Rebounds, drei Assists, drei Steals. Auf diese Werte kamen die drei erfolgreichsten TSHler der Partie selbst zusammen nicht. Dennoch war Jocic mit der Leistung seines Teams halbwegs zufrieden: "Wir hatten gute Phasen, allerdings hätte ich mir etwas mehr Engagement in der Defensive gewünscht, so dass das Spiel etwas knapper hätte enden können." TS Herzogenaurach - BG Leitersh./Stadtb. 64:82

Zu Beginn der Partie war die Dominanz der BG noch nicht so deutlich, da die Longhorns gut trafen und in Larry Hall ein stark aufgelegten Gestalter hatten. Er zog immer wieder mit Tempo zum Korb und schloss dort entweder selbst ab oder fand einen freistehenden Mitspieler, der dann hochprozentig vollendete. Für die Leitershofener erzielte Carr gleich zwei schnelle Dreier, doch anschließend wurde die Punktegenerierung auf die Centergarde um Nedim Hadzovic, Bernhard Benke und Milan Tesic verlagert. Nach dem ersten Viertel des Spitzenspiels führten die Gäste mit 24:21.

Im zweiten Durchgang zogen die Augsburger in der Defensive an und zwangen die Herzogenauracher zu vielen schlechten Würfen. Die resultierenden Ballgewinne wandelten die Schwaben flugs in Fast-Breaks um, so dass sie sich langsam, aber sicher absetzten. Die TSH hielt sich durch individuelle Ausnahmeleistungen von Ben Gahlert und Patrick Horstmann im Spiel. Zur Halbzeitpause stand es 50:38 für den Tabellenführer.

Robert Merz übernimmt Offensive

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Doch so schnell beugten sich die Longhorns nicht. Es entstand eine wahre Defensivschlacht. Für die Aurachstädter übernahm jetzt Robert Merz vermehrt die Verantwortung in der Offensive, während auf der Gegenseite der wieselflinke Matthew Carr endgültig das Zepter schwang. Entweder warf und traf er einen seiner sechs Dreier oder er setzte seine jederzeit bereiten Mitspieler in Szene. Vor dem Schlussabschnitt war die Entscheidung noch nicht gefallen (64:53).

Die TSH rackerte, konnte den Vorsprung aber nicht mehr minimieren. Nach weiteren vier Minuten holte Carr beim Stand von 56:70 zum Todesstoß aus: Dank zweier schneller Dreier waren die Leitershofener auf 20 Punkte davongezogen und die Longhorns hatten schlichtweg keine Pfeile mehr im Köcher, um noch einmal zurückzukommen. So trudelte das hochklassige Spiel in den letzten fünf Minuten aus, bis der in der Höhe verdiente Auswärtssieg des Spitzenreiters feststand. pes TSH: Horstmann (8), Gahlert (9), Nakic, Kaiser, Eismann (5), Hall (16), Übbing (4), Kwilu, Dorberth (9), Niederlich, Bauer (4), Merz (9)

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