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Großenseebach

SPD-Räte gründen neue Gruppierung

Die bisherigen Gemeinderäte der Sozialdemokraten unterstützen künftig die Wählervereinigung "Miteinander für Großenseebach".
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Werner Schrumpf, Klaus Korn, Christian Jung, Carina Geist, Sonja Pernozzoli und Jürgen Jäkel (v. l.) stellen das Konzept der Wählervereinigung "Miteinander für Großenseebach" vor. Foto: Richard Sänger
Werner Schrumpf, Klaus Korn, Christian Jung, Carina Geist, Sonja Pernozzoli und Jürgen Jäkel (v. l.) stellen das Konzept der Wählervereinigung "Miteinander für Großenseebach" vor. Foto: Richard Sänger

Bei der Kommunalwahl am 15. März des kommenden Jahres wird es spannend in Großenseebach: Wer wird Bürgermeister und wer zieht in den Gemeinderat ein? Im Sportheim wurde nun erstmalig über die neue Wählervereinigung "Miteinander für Großenseebach" (MfG) informiert, und deren Sprecherin Carina Geist, die bislang für die SPD-Fraktion dem Gemeinderat angehört, referierte über die Ziele der Wählervereinigung.

Carina Geist kandidierte 2014 gegen Bürgermeister Bernhard Seeberger (FW) und konnte auf Anhieb 32,41 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen. Der bisherige Amtsinhaber Seeberger hat noch nicht erklärt, ob er noch einmal antritt, aber in der Gemeinde gibt es das Gerücht, dass er nicht mehr kandidiert. Im Gemeinderat sind die Freien Wähler mit sechs Sitzen, die CSU/WBG mit vier und die SPD ebenfalls mit vier Sitzen vertreten.

Beim Informationsabend im Sportheim erklärte Werner Schrumpf (SPD), dass er nicht mehr als Gemeinderat kandidieren, sich aber weiterhin in und für die Gemeinde engagieren und die neue Wählervereinigung unterstützen werde. Noch ist "MfG" nicht amtlich, Carina Geist rief in der gut besuchten Versammlung dazu auf, mitzumachen und Ideen einzubringen. Die offizielle Gründungsversammlung wird in drei Wochen stattfinden und bei einer folgenden Versammlung werden dann die Kandidaten nominiert.

Auch die Senioren im Blick

Wie Carina Geist erklärte, wird es möglicherweise keine SPD-Fraktion mehr geben, es sei denn, Mitglieder aus dem SPD-Ortsverband stellen eine Liste auf. Denn die bisherigen SPD-Gemeinderäte - Klaus Korn, Oliver Hees und sie selbst - werden für die Wählervereinigung "Miteinander für Großenseebach" in die Kommunalwahlen gehen. "MfG ist ein Rohdiamant, der noch geschliffen werden muss", erklärte Geist eingangs. Die Wählervereinigung werde sich mit den Themen Soziales und Umwelt zwei große Schwerpunkte setzen, um die Frage "Was braucht Großenseebach wirklich?" zu beantworten und auch umzusetzen. Dazu würden nicht nur die aktuellen Themen in der Gemeinde, sondern auch die Zukunft und eine nachhaltige Kommunalpolitik gehören.

Carina Geist verhehlte aber auch nicht, dass dies alles Zeit fordere, neue Strukturen geschaffen werden müssen und MfG sich ausschließlich um Großenseebacher Belange kümmern werde. Nachhaltigkeit müsse klug geplant und insbesondere die Bürger müssten mitgenommen werden. Deshalb soll die Kommunikation, also das Miteinander, im Mittelpunkt stehen. Auch in Großenseebach seien die Themen Senioren, bezahlbarer Wohnraum sowie Unterstützungsangebote in diesen Bereichen sehr wichtig. Dabei setzt Carina Geist speziell im Seniorenbereich auf eine interkommunale Zusammenarbeit.

Mit der Kinder- und Jugendarbeit stellte Christian Jung ein weiteres wichtiges Thema vor. So sollen deren Bedürfnisse, Sorgen und Anregungen auch ernst genommen werden, denn die jungen Leute sollen möglichst der Gemeinde Großenseebach erhalten bleiben. Deshalb möchte Christian Jung bestehende Konzepte ausbauen und voranbringen. Kreative Bereiche seien so gut wie nicht vorhanden und es fehle beispielsweise nach wie vor ein Jugendtreff. Werner Schrumpf forderte in seinem Statement ebenfalls mehr bezahlbaren Wohnraum und er würde sich dringend einen Dorfladen in Großenseebach und eine schnelle Wiederbelebung der Gaststätte "Im Winkel" wünschen, auch als Kaffeetreff für die Senioren. Außerdem ist ihm die für Radfahrer "lebensgefährliche" Hauptstraße ein Dorn im Auge, ein Radweg durch Großenseebach sei dringend notwendig.

Die vielen unbebauten Grundstücke im Dorf und fehlende Mietwohnungen hat sich Klaus Korn auf die Fahnen geschrieben. Er würde es sogar begrüßen, wenn für die Baulücken eine weitere Grundsteuer anfallen würde. Deshalb sei es dringend notwendig, die alten Bebauungspläne zu überarbeiten und der Aktualität anzupassen. Für den MfG-Mitstreiter Jürgen Jäkel sind Umwelt und Kultur Themen, denn bisher habe es die Gemeinde versäumt, ein Gesamtkonzept für diese Bereiche zu entwickeln. Außerdem müssten sich die Kommunalpolitiker nach den Wahlen 2020 mit der E-Mobilität und insbesondere mit den erneuerbaren Energien beschäftigen.

"Ein Dorf muss sich ganzheitlich entwickeln und es dürfen keine Splittersiedlungen entstehen", fordert Carina Geist. Das würde die Attraktivität des Dorfes steigern, ebenso wie der Ausbau der Digitalisierung, ganz nach dem Grundsatz "Miteinander für Großenseebach". Deshalb bat Geist am Ende auch, Ideen und Vorschläge einzubringen, denn bei Miteinander für Großenseebach kann jeder mitmachen. Es werde keine Parteistruktur aufgebaut, sondern es geht um ein Miteinander der Bürger für ihr Heimatdorf.

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