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"SPD hat viel durchgesetzt"

Zu den Geehrten der Marktschorgaster SPD (Bericht unten) gehörte auch Ewald Nüssel, der seit 60 Jahren Mitglied ist. Er hat sich sich vom Werkzeugmacher zum Unternehmer emporgearbeitet und sich stets ...
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Ewald Nüssel
Ewald Nüssel

Zu den Geehrten der Marktschorgaster SPD (Bericht unten) gehörte auch Ewald Nüssel, der seit 60 Jahren Mitglied ist. Er hat sich sich vom Werkzeugmacher zum Unternehmer emporgearbeitet und sich stets für die soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Nüssel hat viele Patente entwickelt und ist mit dem Innovationspreis des Landkreises Kulmbach ausgezeichnet worden.

Er hält viel von seinem System

der Lohnerhöhungen; wir haben ihn hierzu befragt.

Was war ihrer Anliegen?

Ewald Nüssel: Ich habe immer gehofft, dass die Lohnerhöhungen nicht allgemein prozentual auf den monatlichen Verdienst aufgerechnet werden. So erhält zum Beispiel ein Arbeiter bei einem Monatslohn von 1500 Euro bei drei Prozent Erhöhung 45 Euro mehr, ein Angestellter bei einem Monatsgehalt von 3000 Euro jedoch 90 Euro. In 35 bis 40 Jahren wird die Schere immer größer und wirkt sich auch auf die Rente aus. Was konkret haben Sie getan? Ich habe 1987 in der Firma Lofer als Geschäftsführer eine anderes System eingeführt, was ich für gerechter halte. Erhielt der Arbeiter eine monatliche Erhöhung von damals 45 Mark, so bekam der Angestellte denselben Betrag. Wie haben Sie da begründet? Jeder, egal ob Arbeiter, Angestellter oder Beamter, muss für die Preiserhöhungen für Lebensmittel, Miete und so weiter den gleichen Betrag aus seinem Geldbeutel bezahlen. Gab es auch Gegenwind und, wenn ja, von wem? Natürlich gab es dagegen immer wieder Argumente wie: Wir haben studiert und

in den ersten Jahren nichts verdient. Alles gut und schön, aber das wird ja durch ein höheres Gehalt oder Sonderzahlungen bei guter Leistung ausgeglichen. Nebenbei bemerkt: Der Steuerzahler hat auch einen Teil der Ausbildungskosten getragen. Wenden ihr System schon andere an?

Ich kann es nur hoffen. Sie sind 60 Jahre SPD-Mitglied. Was sagen Sie heute zu "Ihrer" Partei?

Manche vergessen, welche Leistungen die SPD als Arbeiterpartei erfolgreich durchgesetzt hat. Ich würde mir mehr Verständnis und Treue für die SPD als Arbeiterpartei wünschen.

Das Gespräch führte Bruno Preißinger.

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