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Wertpapierforum

Spannender Blick auf die Börse

Die Gäste des Wertpapierforums der VR-Bank Oberfranken-Mitte am Donnerstagabend kamen voll auf ihre Kosten. Norbert Faller, Senior-Manager von Union Investment, gewährte den rund 350 Zuhörern mit sein...
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Fondsmanager Norbert Faller  Foto: Werner Reißaus
Fondsmanager Norbert Faller Foto: Werner Reißaus

Die Gäste des Wertpapierforums der VR-Bank Oberfranken-Mitte am Donnerstagabend kamen voll auf ihre Kosten. Norbert Faller, Senior-Manager von Union Investment, gewährte den rund 350 Zuhörern mit seiner mitreißenden Sprache einen spannenden Blick auf verschiedene Anlagestrategien.

Der Börsenprofi gab auch Einblicke in den aktuellen Aktienmarkt und berichtete über seine interessante Tätigkeit als Fondsmanager.

"Ob Anlegen, Ansparen oder Vorsorgen - für jeden Bedarf gibt es passende Fondslösungen und 4,7 Millionen Kunden vertrauen Union Investment ihr Geld an", betrieb Faller zunächst etwas Eigenwerbung. Dann ging er auf die Situation an den Finanzmärkten ein.

Historisch niedrige Zinsen

Historisch niedrige Zinsen hätten dazu geführt, dass mit traditionellen Anlageformen wie dem Sparbuch oder dem Tageskonto kaum noch nennenswerte Erträge erzielt werden können. "Wer für die unterschiedlichen Marktsituationen gerüstet sein will, braucht eine gut durchdachte Vermögensstruktur. Man sollte nicht alles auf eine Karte setzen, sondern verschiedene Anlageformen und Märkte im Blick haben." Als Kern der Probleme sah der Fondsmanager den Handelsstreit zwischen den USA und China. Faller ging ferner auf den Wandel im Mobilfunkstandard, die chirurgische Robotik oder die Digitalisierung und Automatisierung der Schuhproduktion ein. Für die Leute, die sich im Internet "rumtreiben", habe der Sportartikelhersteller Adidas von Robotern einen Turnschuh in einer limitierten Auflage von 15 000 Stück mit einem Einzelpreis von 1500 Euro produzieren lassen. "Nur 90 Sekunden hat es gedauert, bis Adidas diese Turnschuhe im Internet verkauft hatte."

Vorstand Stephan Ringwald hatte eingangs festgestellt, dass einige Kapitel in betriebswirtschaftlichen Büchern wohl umgeschrieben werden müssten. Und dass das noch eine ganze Weile so bleiben werde, dafür habe Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank, gesorgt, der vor seinem Ausscheiden am 31. Oktober "noch einmal zugeschlagen" habe, "dass man ihn nicht so schnell vergessen wird".

Draghi habe es geschafft, den Leitzins in seiner Amtszeit nicht einmal zu erhöhen, sondern bis auf ein historisches Tief von null Prozent zu senken. Neben den Beschlüssen zum Einlagenzins war für Stephan Ringwald aber noch gravierender, dass die EZB für 2600 Milliarden Euro vorwiegend Staatsanleihen gekauft und damit die Zinsen weiter gedrückt hat. Der Vorstand machte deutlich, dass es im EZB-Rat noch nie so viel Dissens gegeben, Präsident Draghi dies aber bewusst in Kauf genommen habe.

Stephan Ringwald sprach auch die langfristige Zinsentwicklung an, die jetzt Ende Oktober eine Umlaufrendite von 0,41 Prozent erreicht habe. Rei.

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