Wimmelbach

Sozialverband keineswegs nur für alte Leute

"Wir brodeln nicht nur auf Ortsebene, sondern vor allem auf Bundesebene. Es gibt keine Sozialgesetzgebung ohne Beteiligung des VdK", sagt Karin Hedtfeld. Eine deutliche Absage erteilt sie der Vorstell...
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Marianne Zöbelein
Marianne Zöbelein
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"Wir brodeln nicht nur auf Ortsebene, sondern vor allem auf Bundesebene. Es gibt keine Sozialgesetzgebung ohne Beteiligung des VdK", sagt Karin Hedtfeld. Eine deutliche Absage erteilt sie der Vorstellung, der VdK sei nur etwas für alte Leute. Sie denkt an Unfallopfer, plötzliche Erkrankungen und Behinderungen. Das könne auch Kinder und Leute mitten im Leben treffen, weiß die Sozialpädagogin und berichtet von Einzelfällen, mit denen sie zu tun hatte.

Da wäre der 50-jährige Toni. Nach einem Schlaganfall ist er auf den Rollstuhl angewiesen; erst einer mit Elektroantrieb ermöglicht ihm wieder mehr Selbstständigkeit.

Den ersten Kontakt mit solchen Problemen, so erzählt Hedtfeld, hatte sie bereits an ihrer ersten Arbeitsstelle in einem Internat für körperbehinderte Jugendliche. "Was macht ein Contergan-Mädchen, das keine Arme hat und auf die Toilette muss, die doch auch einmal ausgehen und Spaß haben möchte?"

Oder: Ein schwerstbehinderter Fünfjähriger ist auf einen speziellen Rollstuhl und Schienen für die Beine angewiesen. Er wächst schnell - wie jedes Kind, das dauernd neue Schuhe und Hosen braucht. "Verklickern sie mal einer Krankenkasse, wie oft er aus seinen Schienen hinauswächst! Was ist die Mutter dem Vdk für die Unterstützung dankbar!"

"Hurra, Rente - aber bald braucht man Hilfsmittel. Die individuelle Anpassung muss man häufig selber zahlen, weil die Kasse sie ohne Begründung abgelehnt hat", greift Hedtfeld das Thema Bezahlung von Hilfsmitteln und die mangelnde Bereitschaft mancher Krankenkassen auf. Mit praktischen Tipps schlägt sie wieder den Bogen in die Heimat. Sie erinnert an den Euro-WC-Schlüssel für alle Behindertentoiletten in Europa, der für 23 Euro erworben werden kann. Als nächstes stellt sie die SOS-Dose vor. Sie gehört in den Kühlschrank und enthält die wichtigsten persönlichen Dokumente und vor allem medizinische Hinweise - zu Allergien und Medikamenten.

Deshalb sind sie Mitglieder

Marianne Zöbelein: "Da tritt man doch bei. Ich bin seit 20 Jahren Mitglied und habe Gott sei Dank noch nie Beratung und Hilfe gebraucht." Sonja Zenk: "Ich bin dabei, weil wir Hilfe in einer Rentenangelegenheiten benötigten."

Manfred Pihl: "Ich brauchte noch im Arbeitsleben Unterstützung aus gesundheitlichen Gründen. Das ist jetzt 20 Jahre her. 15 Jahre war ich dann Vorsitzender, aber ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen musste ich mein ehrenamtliches Engagement reduzieren."

Matthias Zirkel: "Ich war erkrankt und brauchte Unterstützung. Das war vor 18 Jahren und ich bin dabei geblieben." Lp

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