Litzendorf
Gemeinderat

Sozialarbeiter und Projektmanagerin sorgen für Entwicklung

Werner Höchstetter "Stolze 41 000 Runden wurden bereits in der ersten Woche nach Eröffnung auf der neuen Pumptrack-Anlage gedreht", berichtete Gemeindejugendpfleger Franz Bezold den Litzendorfer Gemei...
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Werner Höchstetter "Stolze 41 000 Runden wurden bereits in der ersten Woche nach Eröffnung auf der neuen Pumptrack-Anlage gedreht", berichtete Gemeindejugendpfleger Franz Bezold den Litzendorfer Gemeinderäte. Möglich macht diese Angabe die elektronische Rundenerfassung des Rundkurses.

800 Zuschauer und Beteiligte wohnten der Einweihung der sportlichen Begegnungsstätte bei. Wohl auch, um die angereisten Bike-Profis bei ihren halsbrecherischen Sprüngen zu bewundern.

Ansprechend für die Jugend

Neben diesem Höhepunkt seiner Arbeit in der 6000-Seelen-Gemeinde erwähnte Bezold auch Ausflüge, einen generationsübergreifenden Medienworkshop und andere Aktivitäten in seinem Rechenschaftsbericht. Für das zweite Halbjahr plant der teilzeitbeschäftigte Sozialarbeiter mit dem Filmprojekt "Helden der Heimat" ein weiteres Highlight. Außerdem soll die Jugend in der Hege und Pflege der neuen Pumptrack angeleitet werden.

Bürgermeister Wolfgang Möhrlein betonte den Wert der Sozialarbeit für die Gemeinde: "Projekte wie die Pumptrack-Anlage stehen und fallen mit dem Jugendpfleger vor Ort."

Georg Lunz (Grüne) gab Bedenken Ausdruck, ob die Werbung für einen österreichischen Brausehersteller und das übergroße Firmenlogo der Baufirma, das die Pumptrackanlage ziert, nötig seien. Außerdem hinterließen die Jugendlichen Dosenmüll, was dem Umweltgedanken nicht gerade zuträglich sei. In diese Kerbe hieb auch Susanne Bonora (SPD), die die "Verquickung von Sport und Red Bull" kritisierte.

Wolfgang Heyder (SPD), der die Jugendarbeit "ursprünglich kritisch" sah, lobte den Jugendpfleger, da "die Jugend beteiligt wird". Ebenso wie Raimund Köhler (CSU), der Spenden sammelte und den sozialen Charakter der Anlage als Begegnungsstätte hervorhob: "Es ist wichtig, die Generationen zusammenzubringen und Hemmschwellen abzubauen, damit die Jungen mit den Alten reden." Möhrlein unterstützte ihn: "Jetzt geht's erst richtig los." Auch Herbert Schütz (CSU) lobte den "neuen Schwung", den Bezold in die Jugendarbeit gebracht hat.

Ohne Sponsoren geht nichts

Er sehe das Sponsoring nicht so kritisch, wenn man sich beispielsweise mit anderen Szenetreffs vergleiche wie dem Skaterpark im Nürnberger Burggraben. Ohne Sponsoren und Werbung seien solche Vorhaben nicht mehr denkbar.

Gut angelegtes Geld ist für Möhrlein auch die Verlängerung des Projektmanagements von Edith Obrusnik.

Mit einem Arbeitsumfang von lediglich rund zehn Stunden in der Woche zieht sie Fördermittel für verschiedene Projekte an Land wie für die Revitalisierung der ehemaligen Brauerei Winkler ("soziale Integration im Quartier") oder Bauprojekte in der Ortsmitte ("Neues Wohnen in der Ortsmitte"). Obrusnik gab einen aufschlussreichen Einblick in das Labyrinth des Förderwesens, wozu unbedingt auch die Öffentlichkeitsarbeit gehöre. So berichtete sie von überregionalen Auftritten bei Expertenworkshops in Berlin, wo Litzendorf als Modellgemeinde gelobt wurde, oder beim Tag der Städtebauförderung.

Ihr Aufgabe ist neben der Bewerbung und Präsentation von kommunalen Projekten auch deren Koordinierung und Vernetzung sowie das Generieren von Fördermitteln. In der Zukunft sei es ratsam, sich neben den öffentlichen auch um andere Geldquellen zu bemühen wie beispielsweise das Crowdfunding (Finanzierung durch eine Gruppe von Interessenten).

Laut Möhrlein sei man gut unterwegs, müsse aber am Ball bleiben. Es sei, da man nicht über das dafür nötige Personal in der Verwaltung verfüge, ein guter Weg, mit Obrusnik in die nächste Runde zu gehen. Es bringe nichts, "mitten im Fluss die Pferde zu wechseln, da noch einige Nüsse zu knacken" seien und die in Angriff genommenen Projekte auch fertiggestellt werden müssten.

Verlängerung abgesegnet

Der Gemeinderat befürwortete daraufhin eine Verlängerung des Engagements der Städteplanerin.

Des Weiteren wurden noch die Unterbringung von zwei Kindergarten-Notgruppen im Pödeldorfer Schulhaus sowie einige private Bauvorhaben abgesegnet.

Zum Schluss gab Möhrlein einen Ausblick auf das papierlose Zeitalter aufgrund des Vormarsches von elektronischen Arbeitsabläufen in den Verwaltungen.

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