Kronach
Umweltausschuss

Sortieranalyse: Abfallwirtschaft nimmt Stichproben aus der Grünen Tonne

Bei der jüngsten Sitzung des Abfallwirtschafts- und Umweltausschusses des Landkreises Kronach im Landratsamt gab Thomas Mattes einen Sachstandsbericht zur Durchführung einer Sortieranalyse, wie sie de...
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Bei der jüngsten Sitzung des Abfallwirtschafts- und Umweltausschusses des Landkreises Kronach im Landratsamt gab Thomas Mattes einen Sachstandsbericht zur Durchführung einer Sortieranalyse, wie sie demnächst aufgrund eines neuen Verpackungsgesetzes, das ab 1. Januar 2019 inkraft gesetzt wurde, nötig wird.

"Wir können leider daran nichts ändern, es ist ein Bundesgesetz, aber es ist ein Wahnsinnsaufwand, der getrieben werden muss, wofür ich kein Verständnis habe", machte Landrat Klaus Löffler über die Vorgaben seinem Ärger Luft. Und nach den Erläuterungen von Thomas Mattes herrschte nur noch Kopfschütteln im Gremium.

Mit der Sortieranalyse für den Inhalt der Grünen Tonne wurde durch den Zweckverband Abfallwirtschaft (ZAW) das Büro Sabrowski-Hertrich-Consult (SHC) aus Erlenbach beauftragt. Durch die Abfallwirtschaft des Landkreises Kronach werden in Abstimmung mit SHC Stichproben bei bestimmten Straßenzügen und Anwesen in Pressig, Stockheim, Küps und im Stadtgebiet von Kronach in der Zeit vom 21. März bis 2. April genommen. Die Stichproben werden am Kreisbauhof in Birkach registriert, gewogen, zwischengelagert und anschließend händisch sortiert. Dabei wird in Verpackungen (Kartonagen), Nicht- Verpackungen (Zeitungen, Kataloge, Werbematerial) und Störstoffe (beispielsweise Tetrapack) getrennt. Sinn des Ganzen ist, dass die Abfallwirtschaft das Geld vom Dualen System erhält, das ihr zusteht, erklärt Thomas Mattes.

Defizit im Müllhaushalt

Die Leiterin der Abteilung Abfallwirtschaft, Susanne Knauer-Marx, ging auf die Haushaltssituation 2018 und den Haushaltsentwurf 2019 näher ein. Das Haushaltsjahr 2018 schließt mit einem Defizit in der Abfallwirtschaft von 880 000 Euro. Bei der Gebührenkalkulation wurde dieses mit 883 330 Euro angenommen. Das Ergebnis 2018 kann noch mit der Rücklage ausgeglichen werden, die dann aufgebraucht ist, weshalb man 2019 neue Gebühren ansetzen musste, um den Haushalt auszugleichen. Damit entspricht man den Gesetzesvorgaben, die eigentlich keine Rücklagen vorsehen, aber kostendeckende Haushaltsführung verlangen. Bei der Bauschuttentsorgung ergibt sich 2018 ein Defizit von 60 650 Euro (Kalkulation 65 150 Euro).

Für das Haushaltsjahr 2019 schließt das Jahr in der Abfallwirtschaft aufgrund der angepassten Gebühren mit einem ausgeglichenen Ergebnis. Beim Bauschutt verbleibt ein Defizit von 45 400 Euro. In der Abfallbeseitigung Hausmüllentsorgung beläuft sich der Gesamthaushalt erstmals auf über fünf Millionen Euro. Die Müllabfuhr durch Privatunternehmen kostet rund 1,090 Millionen Euro und die Zuweisungen an den ZAW betragen 1,860 Millionen Euro und für den Unterhalt der Abfalldeponien fallen 556 000 Euro an. Dem stehen als größte Einnahmen die Abfallbeseitigungsgebühren (Personengebühr) mit 4,459 Millionen Euro und von ZAW 260 000 Euro gegenüber.

Landrat Klaus Löffler hob in der Sitzung die hervorragende Ausarbeitung des neuen Problemmüll-Konzeptes hervor. Die Besonderheit dieses neuen Konzeptes sei es, dass man auch landkreisübergreifend innerhalb des Zweckverbandes Abfallwirtschaft der Stadt Coburg und der Landkreise Coburg, Lichtenfels und Kronach seinen Problemmüll abgeben darf.

Entsorgung im Nachbarlandkreis

Wenn es bequemer ist, eventuell aus beruflichen Gründen eine Sammelstelle außerhalb des Landkreises anzusteuern, kann man Problemmüll dort kostenfrei abgeben. eh



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