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Haßfurt

Sonst hören weitere Betriebe auf

Der Bauernverband forderte in Haßfurt von der Politik Verbesserungen für die Landwirtschaft.
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Sie sprachen für die Landwirte in Haßfurt (von links): der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, Bezirkspräsident Stefan Köhler, stellvertretender Landesgeschäftsführer Matthias Borst und Bezirksgeschäftsführer Eugen Köhler.  Fotos: Günther Geiling
Sie sprachen für die Landwirte in Haßfurt (von links): der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, Bezirkspräsident Stefan Köhler, stellvertretender Landesgeschäftsführer Matthias Borst und Bezirksgeschäftsführer Eugen Köhler. Fotos: Günther Geiling
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Bei den Landwirten ist die Stimmung getrübt. Die Bauern sind wegen neuer Regelungen und Vorgaben aus der Politik frustriert und verärgert, wie die zurückliegenden Protestaktionen deutlich gemacht haben. "Alle warten darauf, dass die Politiker endlich Entscheidungen treffen. Wir brauchen Lösungen in der Sache", forderte der Bayerische Bauernverband (BBV) bei seiner Bezirksversammlung in Haßfurt. Dort trafen sich der BBV-Präsident Walter Heidl und die Vorstände der unterfränkischen BBV-Kreisverbände.

Der Präsident der bayerischen Bauern, Walter Heidl, machte auf seiner Rundtour durch die sieben Regierungsbezirke in Haßfurt Station, um sich mit den Kreisobmännern, den Kreisbäuerinnen, Geschäftsführern sowie Vorstandsmitgliedern aus den Kreisverbänden von Unterfranken über die aktuellen Themen und Brennpunkte auszutauschen. Er sprach auch die Kommunikation an. "Dabei spielen die modernen Medien eine besondere Rolle. Die Leute lesen nicht mehr so viel und deswegen ist eine zielgenaue Information das Gebot der Stunde", betonte Heidl.

Neben dem Thema Kommunikation ging der Präsident im Rahmen eines Pressegesprächs in Haßfurt auf die Düngeverordnung, die Tierhaltung, die Umsetzung der Gewässerschutzstreifen und das Insektenprogramm ein. Die geplanten Verschärfungen bei der Düngeverordnung sowie bei der Tierhaltung könnten dazu führen, dass weitere Betriebe aufhören, befürchtet er. Nach seiner Ansicht könnten "sogar Dinge umgesetzt werden, die kontraproduktiv für die Umwelt sind". Unterfranken habe zwar den niedrigsten Viehbestand, "aber von der Geologie her schwierige Rahmenbedingungen und Probleme bei der Abgrenzung der roten Gebiete. Wenn hier keine Änderung erfolge, gebe es bei den Betrieben in den roten Gebieten weiter eine Abwärtsspirale. Die entscheidende Frage für die Bauern sei: "Was mache ich mit meiner Gülle?"

Der Präsident fordert mit Blick auf die Nitratbelastung des Grundwassers mehr Messstellen, damit die Gebiete besser voneinander abgegrenzt werden können. Ebenso müsse der Zwischenfruchtanbau gewährleistet sein, damit ein vernünftiger Bewuchs entstehe. Selbst die Wasserwirtschaft befürchte, das ohne eine vernünftige Düngung von Zwischenfrüchten kein Anbau mehr erfolge, sagte er.

Bezirkspräsident Stefan Köhler sprach in diesem Zusammenhang den bayerischen Gemeindetag an, der klage, dass das Wasser schlecht sei. "Aber wenn man ihn nach den Ursachen fragt, dann kommt nichts. Die wollen nur die Vorschriften verschärfen", schimpfte er.

Natürlich wollten die Bauern dazu beitragen, dass die Nitrat-Probleme dort gelöst werden, wo sie auftreten. "Bayern hat nur in in acht Prozent eine Überschreitung, während diese Zahl deutschlandweit bei 28 Prozent liegt. Bayern ist also besser, ist aber von den gleichen Maßnahmen betroffen und wird für andere in Sippenhaft genommen. Die roten Gebiete sind ein sehr scharfes Instrument für sensible Gebiete und deswegen bräuchte man mehr Messstellen."

Gegen weitere Auflagen

Mit Blick auf das Insektenprogramm, das durch das Volksbegehren veranlasst wurde, erläuterte Köhler, Unterfranken habe schon viele FFH- und Vogelschutzgebiete. Er nannte um die 50 000 Hektar und warnte vor weiteren Auflagen für die Landwirtschaft beim Pflanzenschutz, die auch die Winzer und Obstbauern oder in der Mainaue zwischen Haßfurt und Zeil die Ackerflächen betreffen könnten.

Präsident Walter Heidl ging auch auf die Tierhalteverordnung ein, deren Vorschriften ebenfalls verschärft werden sollen. Er sprach sich energisch dagegen aus und erwähnte das Beispiel der Zuchtsauen. "Die Landwirte haben in ihre Ställe investiert und diese sind noch lange nicht abgeschrieben."

Und vor allem kleinen Milchviehbetrieben, die für den Erhalt der Kulturlandschaft wichtig sind, seien erneute Auflagen nicht zuzumuten. "Das sind genau die kleinen Betriebe, die sich um ihre Tiere kümmern und mit dieser Diskussion in ein schiefes Licht gerückt werden", beschrieb Heidl.

Der BBV-Bezirksgeschäftsführer Eugen Köhler brachte auch die "Bauernmilliarde" ins Gespräch. Er bedauerte die falsche Wortwahl. Man hätte sagen müssen, dass sie nur ein Ausgleich für den Umweltschutz sei, "denn, wenn die Güllegrube voll ist, kann sich der Bauer auch mit Geld nicht helfen".

Bei der Bezirksversammlung in Haßfurt gab es eine Ehrung. Die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm wurde mit der "Ehrenmedaille in Silber des BBV" auszeichnet. Damit würdigte der Verband den Einsatz Stamms für die Landwirte.