Sonnefeld

Sonnige Zeiten mit Schröder?

Beim Landesliga-Schlusslicht sind alle mit der Arbeit des Cheftrainers zufrieden. Die Vertragsverlängerung war Formsache, obwohl der Klub abgeschlagen das Tabellenende ziert. Mittelfristiges Ziel: Unter die Top 10 im Fußballkreis.
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Die vermeintliche Skepsis bei Heiko Schröder täuscht. Der 51-jährige Cheftrainer des TSV Sonnefeld weiß ganz genau, was er will. Foto: Dirk Meier
Die vermeintliche Skepsis bei Heiko Schröder täuscht. Der 51-jährige Cheftrainer des TSV Sonnefeld weiß ganz genau, was er will. Foto: Dirk Meier

Als sich der Traditionsklub in einer sehr prekären Situation befand und mehrere Trainerkandidaten dem TSV wegen fehlender Perspektiven Körbe gaben, sagte Heiko Schröder, ohne groß zu zögern, zu. Der 51-jährige Versicherungsangestellte aus Coburg übernahm das schwierige Amt beim angeschlagenen Landesligisten TSV Sonnefeld und hat dies bitte heute nicht bereut - trotz ausbleibendem Erfolg.

Dafür ist ihm Louis Kappenberger sehr dankbar. Der Vorsitzende lobt seinen Cheftrainer trotz der schlechten Tabellensituation über den grünen Klee: "Heiko ist ein akribischer Arbeiter und er macht unsere Mannschaft mit jeder Trainingseinheit besser."

Langfristige Planung

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Von Beginn an war klar, dass diese Zusammenarbeit nicht nur ein Jahr hält. "Wir wollen langfristig mit ihm planen", sagt Kappenberger, der den Vertrag vor kurzem über die laufende Saison um ein weiteres Jahr mit dem langjährigen NLZ-Coach aus Coburg verlängert hat.

Den Abstieg aus der Landesliga hatten er und seine Mitstreiter von Beginn an mit einkalkuliert, schließlich war der Aderlass nach der letzten Serie zu groß. In der nächsten Saison wollen die Sonnefelder allerdings alles andere als "Kanonenfutter" sein. Ganz im Gegenteil, geht es nämlich nach den Vorstellungen von Schröder, dann spielt er 2019/2020 mit seiner Elf eine gute Rolle in der Bezirksliga Oberfranken West. Wir haben uns mit dem Übungsleiter, der seinen Kader bereits zur ersten Trainingseinheit wieder zusammen geholt hat, über die aktuelle und über die künftige Situation sowie über einige Veränderungen im Klub unterhalten. Zudem nimmt TSV-Vorsitzender Louis Kappenberger Stellung zu der ehrgeizigen Vereinsidee, einen Kunstrasenplatz auf dem Hartplatz-Areal des TSV zu bauen (siehe unten).

Hallo Herr Schröder, Sie sind sich mit den Verantwortlichen des TSV Sonnefeld schnell einig geworden. Was gab den Ausschlag für die Vertragsverlängerung?

Heiko Schröder: Das war einfach. Ich fühle mich in Sonnefeld sehr wohl. Die junge Vorstandschaft hat den Verein wieder auf Kurs gebracht. Es mag absurd klingen, aber wir haben als vermeintlich abgeschlagener Tabellenletzter eine bemerkenswert gute Stimmung, die mir das Gefühl gibt, hier noch lange nicht fertig zu sein. Vielmehr freue ich mich auf eine sicherlich ruhigere Folgesaison.

Aber dass die Landesliga-Saison extrem schwer wird, war allen Beteiligten von Beginn an klar. Hatten Sie mit so vielen Gegentore gerechnet?

Befürchtet vielleicht schon, aber vor allem gehofft, dass es mit etwas Glück und gezieltem Training ja auch anders kommen könnte. Letztlich sind viele Tore erst in den letzten Minuten gefallen, als sich das Team körperlich wie mental nicht mehr auf der Höhe befand. Das war ärgerlich, ist aber vergleichsweise einfach abstellbar.

Das 0:0 gegen Ihren Ex-Klub FC Coburg und die anderen Erfolgserlebnisse wie der überraschende Heimsieg gegen Lichtenfels waren deshalb Balsam auf den aufgerissenen TSV-Wunden, oder?

Natürlich waren das für alle Beteiligten tolle Erlebnisse. In den

Derbys waren die Jungs sicherlich noch etwas motivierter und die Gegner dafür eher unerklärlich nervös oder unkonzentriert. Für mich als Trainer ist die Stetigkeit in der Entwicklung entscheidend und diese war über die gesamte Hinserie erkennbar.

Der Abstieg ist trotzdem kaum zu verhindern, welche Rolle wollen Sie in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen?

Zunächst einmal wollen wir die Rückrunde so erfolgreich wie möglich bestreiten, und danach werden wir sehen, was herauskommt. Nachdem nahezu alle Spieler ohne zu zögern für die kommende Saison verlängert haben, werden wir versuchen, uns mit gezielten Verstärkungen weiter zu entwickeln und eine überwiegend siegreiche Folgesaison zu spielen.

Der Kader muss qualitativ, aber auch quantitativ aufgestockt werden. Was planen Sie in personeller Hinsicht und gab es schon Veränderungen zur Winterpause?

In der Tat müssen wir uns breiter aufstellen und befinden uns in einigen vielversprechenden Verhandlungen. Um das funktionierende Gefüge leistungsfähig zu halten, suchen wir junge, intelligente Spieler, die lernwillig und erfolgshungrig sind.

Und wie lautet das Fernziel des TSV Sonnefeld?

Der Verein sieht sich mittelfristig unter den Top 10 im Fußballkreis. Da ist es unabdingbar, sich vermehrt im Nachwuchsbereich zu engagieren. Das war nicht zuletzt auch ein Grund, mich hierher zu verpflichten. Man ist bestrebt, die Trainerpositionen aller Nachwuchsmannschaften mit aktuellen oder ehemaligen Spielern aus der ersten Mannschaft zu besetzen, die ihrerseits die notwendigen und hilfreichen Lizenzen dafür erwerben.

Was sagen Sie zu dem Vorwurf, dass das Niveau auf den Fußballplätzen in den letzten Jahren schlechter geworden ist? Wird in der Jugendarbeit zu wenig getan?

Auch ich nehme ein vor allem technisch sinkendes Niveau wahr, sehe das jedoch etwas differenzierter. Taktisch ist das Niveau zumindest in den überregionalen Ligen eher gewachsen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Die Freizeitgestaltung der Jugendlichen ist geprägt von Leistungsdruck, den sie in ihrem schulischen und häuslichen Umfeld erfahren.

Da bleibt wenig Raum für spielerische Aktivitäten, die dann bequemerweise zu Hause und nicht unter freiem Himmel stattfinden. Vereine haben sich anzupassen, wenn sie weiterhin eine Fußballmannschaft stellen möchten. Um die Jugendlichen bei der Stange zu halten, sind sie qualifiziert auszubilden. Das erfordert deutlich mehr Engagement in die Nachwuchsarbeit als bisher, qualitativ wie quantitativ.

Die Fragen stellte Christoph Böger

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