Lichtenfels

Sommer mit Soul

Die "Orange Shakers" begeisterten bei "Summer in the City" auf dem Lichtenfelser Säumarkt.
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Die Leidenschaft für ihre Musik ist den "Orange Shakers" ins Gesicht geschrieben. Fotos: Markus Häggberg
Die Leidenschaft für ihre Musik ist den "Orange Shakers" ins Gesicht geschrieben. Fotos: Markus Häggberg
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Die Juli-Ausgabe der Veranstaltungsreihe "Summer in the City" hielt ungewöhnliche Interpretationen durch Spielfreude parat. Grund: Die "Orange Shakers" traten am Säumarkt auf. Drei Stunden lang bekam der Sommer in der Innenstadt am Mittwoch Rhythmus, Welthits und Dezibel aus Blues, Rock, Soul und Funk.

Eigentlich war es eine Heimkehr, welche die "Shakers" da ab 19 Uhr vollzogen. Der "Summer in the City" erfuhr durch sie vor Jahren den Auftakt, nun also waren die fünf Männer mit dem wohl erstaunliche 200 Songs zählenden Repertoire wieder da. Aber was ist das Besondere abseits der Musik bei "Summer in the City"? Da wäre der Inner Circle, der innerste Kern, ein Biergärtchen unter vier Linden im Karree. Wer hier sitzt, hat Musik, Atmosphäre und Gespräche; da wären auch das Unter Tor und ein Brunnen im Rücken sowie Fachwerk zur Ansicht; da wären auch Gaststätten und die Möglichkeit, sich jenseits des Geschehens niederzulassen und der Musik von dort aus zu folgen.

Sich einen Namen gemacht

Sofern man die Sicht frei hat, denn es ist damit zu rechnen, dass sich so 200 Leute auch noch stehenderweise ums Biergärtchen gesellen. Im Falle der Kronacher "Orange Shakers" war dem so, die ziehen Publikum an und haben sich oberfrankenweit einen Namen gemacht. Die "Musiker und der Schlagzeuger" (launige Formulierung auf ihrer Webseite) haben im Grunde das vor kurzem wetterbedingt abgesagte Konzert nachgeholt.

"Liebe Freunde, liebe Festgäste", grüßte Gitarrist Stefan Kratofil das Publikum. Und der Mann, der ein Bekenntnis zu den Dire Straits auf dem T-Shirt trug, zeigte sich in Hochform. Mit seiner roten Gibson schuf er schneidende und wohlige Töne, phrasierte er druckvoll Klassiker wie "Papa Was a Rolling Stone" und ging mit Wah-Wah-Effekt auf Claptons Spuren. Ein wenig nach Claptons behauchter Stimme klingt auch Sänger Larry, "der einzige Franke, der den amerikanisch-kalifornischen Dialekt perfekt beherrscht", wie es in der Band heißt.

Musik aus vier Jahrzehnten

Der 44-jährige Amerikaner hat eine gewisse Lässigkeit in der Stimme, die dunkel und kontrolliert ist. Aber auch wenn man sich regelmäßig zu Bandproben und Auftritten trifft, so kommen die "Orange Shakers" am Lampenfieber nicht vorbei. "Ich werd's net los", sagte auch Sänger Larry, der sich ausmalte, was er vom Tag nach dem Auftritt am Säumarkt zu erwarten hat: "Ich werde keinen Ton rausbringen." Kompakt, glaubwürdig soulig und so ernsthaft wie locker absolvierte das Quintett (Bass, Drums, E-Gitarre, Keyboard, Vocals) einen temporeichen Ritt durch gute Musik aus vier Jahrzehnten maßgeblicher Populärmusik.

Eine der letzten Nummern, welche die Band nach weit über zwei Stunden reiner Spielzeit brachte, war eine sehr soulige Interpretation des Beatles-Klassikers "Come Together". Eine klasse Live-Performance fand ihr Ende, jeder Musiker hatte durch Spielfreude tiefen Eindruck hinterlassen.

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