Kronach

Solarpark soll auf den Krautsberg

Die Staffelsteiner Firma IBC Solar stellte ihr Vorhaben anlässlich der jüngsten Sitzung des Gremiums vor. Dieses diskutierte dann sehr kontrovers über den geplanten Bau eines Eigenheims in der Ludwigsstädter Straße.
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Auf dem Krautsberg informierte Matthhias Körner (mit Karte) den Ausschuss über einen geplanten Solarpark in Nähe von Fischbach.  Foto: K.- H. Hofmann
Auf dem Krautsberg informierte Matthhias Körner (mit Karte) den Ausschuss über einen geplanten Solarpark in Nähe von Fischbach. Foto: K.- H. Hofmann

Karl-Heinz Hofmann Der Sitzung des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses der Stadt am Donnerstag ging eine Ortsbesichtigung voraus. Nahe bei Fischbach, auf dem Plateau des Krautsberges, soll ein Solarpark von einer circa 13 Hektar großen Fläche, links und rechts eines Wanderweges, entstehen.

Matthias Körner von IBC Solar Bad Staffelstein informierte über den geplanten Solarpark, der von einer Ausgleichsfläche mit Grünanpflanzung umgeben werden soll und auf dem eine Beweidung durch Schafe angedacht ist. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein betonte ausdrücklich, dass diese Besichtigung nur zur Information diene und eine Beratung und Diskussion erst in einer nächsten Stadtratssitzung auf der Tagesordnung stehen werden.

Klaus Simon (SPD) meinte, bei diesem wichtigen Punkt sollten die Bürger eingebunden werden, worauf der Rathauschef auf die öffentlichen Anhörungen im Zuge des Bauleitverfahrens verwies, auch die Stadtratssitzungen sollen öffentlich stattfinden.

Kontrovers diskutiert wurde dann im Rathaus über zwei Anträge auf Vorbescheid - und zwar in beiden Fällen zum wiederholten Mal. Einmal handelt es sich um den Antrag eines Neubaus einer landwirtschaftlichen Unterstellhalle mit teilweise gewerblicher Nutzung in Seelach, zum anderen um den Antrag für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in der Ludwigsstädter Straße. Diesem Antrag war in der Bauausschusssitzung am 19. September mit acht zu eins Stimmen das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt worden. Grund war die befürchtete weitere Zersiedlung. Sollte ein Standort gefunden werden, der deutlich näher zur bestehenden Bebauung liegt und bei dem die Entwässerung geklärt ist, könne man neu entscheiden. Doch auch der geplante Standort ging Stadtplaner Daniel Gerber nicht weit genug an die bestehende Bebauung heran. Nach wie vor hätte dieser zersiedelnden Charakter.

Auf Nachfragen aus dem Gremium von welcher Entfernung man spreche, informierte Gerber, dass der Antragsteller zwar um zehn Meter an die bestehende Bebauung näher gerückt sei, aber noch ein Abstand von 20 Metern bestehe.

Appell des Bürgermeisters

Für Winfried Lebok (CSU) hilft in einer solch verfahrenen Situation nur die Ausweisung eines Baugebietes, da es sich um Außenbereich handelt. Dann könnte eventuell in diesem Bereich mehr Wohnraum geschaffen werden.

Nachdem sich auch Angela Degen-Madaus (FL) gegen diesen Standort aussprach, hakte Bürgermeister Beiergrößlein nach. Die Bauherrin habe sich kompromissbereit gezeigt und man müsse auch die Vorgeschichte ihres Autohauses kennen, das vor einigen Jahren den Standort von der Innenstadt in den Bereich des Stadtrandes verlegte. Jetzt wolle die Juniorchefin ihr Domizil von Pressig nach Kronach in die Nähe ihres Autohauses verlegen. Da müsse die Kommunalpolitik Fingerspritzengefühl zeigen, statt sich nur auf Paragraphen zurückzuziehen. Die Politik habe hier einen Handlungsspielraum, den man nutzen sollte, appellierte das Stadtoberhaupt an das Gremium. Somit wurde das gemeindliche Einvernehmen, trotz Bedenken gegen die Lage des Bauvorhabens, mit sechs zu drei Stimmen erteilt.

Der zweite Vorbescheid über den Neubau einer Lagerhalle in Seelach wurde gegen die Stimme von Hans-Georg Simon positiv entschieden, allerdings nur für eine landwirtschaftliche Nutzung. Für eine gewerbliche Nutzung, die vom Bauherrn auf die Zeit zwischen 7 und 17.30 Uhr eingeschränkt wird, wurde auf die Prüfung durch das Landratsamt verwiesen.

Trotz vorangegangener Diskussion um genügend Parkplätze wurde einem Antrag auf Umbau des bestehenden Einfamilienhauses mit Anbau zu sieben Appartements in der Bamberger Straße das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt.

Einstimmig wurde auch einem Antrag auf Umnutzung eines Geschäftshauses in ein Wohngebäude in der Johann- Knoch-Gasse das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Ebenso der Umwidmung von Wohnungen zu Büros in der Kulmbacher Straße.

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