Laden...
Forchheim

So wird das Haus zur Burg

In Zeiten wie diesen ist es ein gutes Gefühl, etwas zum eigenen Schutz zu tun. Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche rückläufig ist, darf man nicht leichtsinnig werden. Gauner finden neue Wege - auch in Forchheim.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Einbruch dauert meist nur wenige Minuten: Tür auf, ins Haus rein und mit der Beute wieder raus.  Foto: dpa
Der Einbruch dauert meist nur wenige Minuten: Tür auf, ins Haus rein und mit der Beute wieder raus. Foto: dpa
+1 Bild

Günter Flegel und Sabine Memmel Es ist ein Siedlungsgebiet wie viele in Franken, doch auf den zweiten Blick ist vieles anders: Alle Häuser sind von Mauern und Zäunen geschützt. Auf den Torpfosten und am Haus sind Kameras. Das Schild eines Sicherheitsdienstes weist diskret aber unübersehbar darauf hin, dass wachsame Augen unterwegs sind.

In dem Dorf hatten vor knapp drei Jahren "Fensterbohrer" zugeschlagen. Die Bande professioneller Einbrecher wird für eine Serie von Straftaten verantwortlich gemacht, die immer nach dem gleichen Schema abliefen - sie verschafften sich Zugang über Fenster oder eine Tür, gingen mit der Beute wieder raus und ab auf die Autobahn.

Immens ist auch der psychologische Schaden. Die Betroffenen leiden bis heute unter dem Gefühl, dass ihr persönlichster Lebensbereich von Fremden verletzt wurde. "Ich war drauf und dran, nach dem Einbruch das Haus zu verkaufen", erzählt einer der "Siedler", die nach den Vorfällen aufgerüstet haben: Seither gleicht das Wohngebiet einer Festung. "Man fühlt sich zwar sicherer, aber irgendwie auch eingesperrt."

Zur gefühlten Sicherheit könnte ebenfalls die Bilanz der bayerischen Polizei beitragen, die seit Jahren fallende Zahlen bei Wohnungseinbrüchen verzeichnet - auch in Forchheim. Die Zahl der Wohnungseinbrüche geht immer weiter zurück (siehe Zahlenbox), vor allem aufgrund verstärkter technischer Sicherungen am Haus, weiß der stellvertretende Inspektionsleiter Robert Schaffranietz.

Doch seit dem Jahreswechsel hat es in Forchheim und seinen Ortsteilen eine regelrechte Einbruchsserie gegeben: vier versuchte und drei vollendete Einbrüche sowie zwei in leerstehenden Anwesen. "Bei einem dieser Einbrüche hatten wir einen Schaden von mehreren tausend Euro", erzählt Schaffranietz.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen. Die Täter konnten noch nicht geschnappt werden. "Bei den drei vollendeten Einbrüchen haben wir es aller Voraussicht nach mit Banden zu tun. Bei den versuchten Einbrüchen waren keine Profis am Werk. Das ist Beschaffungskriminalität", so Schaffranietz.

Wie kann ich mich schützen?

Wie schütze ich mich vor solchen Einbrüchen? Schaffranietz empfiehlt: Türen und Fenster einbruchsicher machen, Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder, Jalousien herunter lassen und: "Auf die Nachbarn schauen. Halten sich unbekannte Personen oder Fahrzeuge auf, die sogar ums Haus schleichen, sofort die Polizei anrufen". Einige Anwesen sichern sich mit Überwachungskameras sowie einer Alarmanlage. Das sei aber eher die Ausnahme, meint Schaffranietz. "Manche nutzen eine Wildkamera von Jägern. Die dürfen aber nicht auf Nachbaranwesen oder den öffentlichen Bereich gerichtet sein."

Wer sich unsicher ist, ob sein Haus oder seine Wohnung einbruchsicher ist, kann jederzeit die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle in Bamberg zu Rate ziehen. Sie kommt kostenfrei vor Ort und beurteilt die Sicherheit, Tel. 0951/9129408 .

Verwandte Artikel