Wimmelbach

So wichtig ist Wintergemüse

Die Heilpraktikerin Karin Hedtfeld aus Wimmelbach weiß, dass die Natur zur richtigen Zeit die richtigen Kräuter und Gemüse bietet. Die meisten Gemüsesorten haben wilde Vorfahren.
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Auch auf kleinem Raum - wie beispielsweise in einem Hochbeet - kann Wintergemüse angepflanzt werden.  Fotos: Carmen Schwind
Auch auf kleinem Raum - wie beispielsweise in einem Hochbeet - kann Wintergemüse angepflanzt werden. Fotos: Carmen Schwind
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Bereits als kleines Kind fragte sich die Heilpraktikerin Karin Hedtfeld aus Wimmelbach, woher die Natur wohl weiß, was in welcher Jahreszeit gut für die Menschen ist. "Schon als meine Urgroßmutter mich als kleines Mädchen in die Pampa schickte, um Löwenzahn oder Brennnesseln zu sammeln, habe ich darüber nachgedacht", verrät sie und lacht. Das Interesse an Kräutern und Natur blieb ihr erhalten.

Schon immer versucht sie, sich entsprechend der Jahreszeiten zu ernähren. Denn früh merkte Karin Hedtfeld, dass die Natur zur richtigen Zeit die richtigen Kräuter und Gemüse bietet. Gerade in der kalten Jahreszeit ist zum Beispiel Wintergemüse für die Menschen sehr wichtig. "Ja, denn sie sind Vitamin- und Mineralienspender", weiß die Heilpraktikerin. Sie erklärt, dass es sich hierbei um Gemüsesorten handelt, die im Winter geerntet werden können oder die durch ihre besondere Lagerfähigkeit den ganzen Winter über frisch verzehrt werden können.

"Wobei die meisten Gemüsesorten wilde Vorfahren haben; Helgoländer Wildkohl, wilde Melde, wilde Möhren, Pastinaken oder die berühmte Ostfriesenpalme beispielsweise. Sie gab es schon lange bevor sich jemand an die Arbeit der Veredelung machte", berichtet Karin Hedtfeld.

Sie stammt aus dem Norden, deshalb liebt sie Grünkohl. Gekocht wird er traditionell mit geräuchertem Bauchspeck und mit Würstchen, die regional unterschiedliche Namen haben. "Die Norddeutschen nennen sie Pinkel, die Westfalen Mettwürstchen und die Franken Rohpolnische", erklärt die Heilpraktikerin. Sie erzählt, dass es in Norddeutschland Salzkartoffeln dazu gibt, in anderen Regionen Bratkartoffeln. "Eine fette Mahlzeit. Wenn man Fett verdauen will, braucht man Bitterstoffe wie zum Beispiel Endiviensalat, Zuckerhutsalat oder Chicorée", ergänzt Karin Hedtfeld und erklärt weiter, dass Fett in früheren Zeiten eine ganz andere Bedeutung für die Menschen hatte, denn die Winter waren viel kälter.

Hülsenfrüchte und Kartoffeln

Wichtige Nahrungsmittel im Winter sind Hülsenfrüchte und Kartoffeln. "Hülsenfrüchte sind gute Proteinlieferanten und haben eine Menge Kalium und Kalcium in sich, leider aber nur wenig Vitamine. Deshalb kann man sie ergänzen mit Feldsalat, Grünkohl, Kohlrübe, Schwarzwurzeln, Meerrettich, Rosenkohl oder Weißkohl", zählt die Heilpraktikerin auf.

Sie erklärt, dass Grünkohl zum Beispiel voller Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin K und Kalzium steckt und diese Vitalstoffe bekannt dafür sind, dass sie Entzündungsprozesse unter Kontrolle halten und das Immunsystem stärken.

Oder Meerrettich: Er enthält viel Vitamin C, B-Vitamine, Kalium, Kalzium, Eisen und Senfglykoside. Er wird wegen der antibiotischen und antibakteriellen Wirkung, die auf die Scharfstoffe zurückgehen, geschätzt und weil er die Abwehrkräfte stärkt. Er ist geruchlos, entfaltet aber beim Brechen, Aufschneiden oder Reiben seine Schärfe.

"Im Winter war früher dann auch noch die Zeit der Hausschlachtungen. Um unsere inneren Organe - insbesondere die Leber - nicht gänzlich zu verärgern, gab und gibt es zur besseren Verdauung bittere Salate und senfölhaltige Gemüse oder Sauerkraut mit Kümmel", so Karin Hedtfeld. Weiter sagt sie: "Heute weiß man, dass die senfölhaltigen, also scharfen Gemüse oder Wurzeln nicht nur antibiotisch, sondern auch gegen Viren und Pilzerkrankungen helfen. Ihre besondere Wirkung ist aber die Vorbeugung. So kann man bei regelmäßigem Verzehr durchaus ohne grippalen Infekt durch den Winter kommen." Deshalb bieten sich Wintergemüse auch gut für gesunde und wärmende Eintöpfe während der kalten Jahreszeit an.

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