Grundfeld

So schmeckt's im Paradies

Tomaten sind unser Gemüse des Monats August. In diesem trocken-heißen Sommer haben Tomaten ein besonders intensives Aroma. Wie man die Pflanze bei sengender Hitze pflegen sollte, verrät Helga Dressel aus Grundfeld.
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Helga Dressel beim Pflegen ihrer Tomatenpflanzen Foto: Dominic Buckreus
Helga Dressel beim Pflegen ihrer Tomatenpflanzen Foto: Dominic Buckreus
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Matthias Einwag Was Tomaten betrifft, ist Helga Dressel eine Institution und eine Instanz: Seit ihrer Kindheit liebt und kultiviert sie Paradiesäpfel, wie Tomaten auch genannt werden. In ihrem Garten in Grundfeld verbringt sie jede freie Minute mit der Pflege ihrer Nachtschattengewächse, von denen derzeit 153 verschiedene Pflanzen dort wachsen.

Insgesamt hat Helga Dressel inzwischen die Samen von 285 historischen Tomatenpflanzen im Magazin, die sie alle selbst gezogen hat. Für ihre Ausbildung zum Bayerischen Gartenführer schrieb die 58-Jährige eine Facharbeit - natürlich über Tomaten.

Die Hitze und Trockenheit in diesem Sommer setzte allen Pflanzen sehr zu. Deshalb fragen wir Helga Dressel, wie sie ihre Pflanzen vor derart extremen Witterungseinflüssen schützt. "Ja, die Hitze, das ist ein Problem", antwortet sie. "Tomaten brauchen eine Temperatur zwischen 18 und 28 Grad - liegt sie darüber, dann kochen sie innerlich und verbrennen."

Um wachsen und gedeihen zu können, brauchen Tomaten viel Calcium, fährt sie fort. Und genügend Wasser selbstverständlich. "Ich gieße meine Tomaten nur vormittags, damit sie feucht genug sind für den heißen Tag - am besten früh um 5 Uhr", sagt sie. Dann nämlich hätten Pflanze und Frucht genügend Zeit, die Feuchtigkeit zu verteilen, bis es mittags tropisch warm ist. Tagsüber gießt Helga Dressel nicht mehr, denn das brauche die Pflanze nicht. "Kommt diese Affenhitze, die wir hatten, auf die Blätter, dann verbrennen die."

Intensiver als sonst

Der Geschmack der Tomaten sei durch die sommerlichen Temperaturen in diesem Jahr intensiver als sonst. Der Grand-Brix-Wert, mit dem der Zuckergehalt angegeben wird, sei durch die anhaltende Wärme sehr hoch.

Helga Dressel rät, die Tomaten nicht in der Mittagshitze zu ernten, sondern frühmorgens oder spätabends, denn dann schmecken sie noch intensiver. Eine spezielle Sorte, die extreme Hitze besonders gut wegstecken kann, gebe es jedoch bisher nicht.

Gut gegen Kopfweh

Zwei Tipps möchte Helga Dressel unseren Lesern zum Genuss der Tomate geben, die "unser zehntwichtigstes Nahrungsmittel" sei. Erstens: "Wer einen Kater hat, sollte anderntags Tomatensaft trinken, denn die darin enthaltenen Elektrolyte peppen den Mineralstoffhaushalt auf. Zudem bewirkt der Tomatensaft, dass man nicht so schnell Kopfweh kriegt."

Zweitens: "Wer mit dem Flugzeug verreist, sollte Tomatensaft trinken, denn der wirkt vorbeugend gegen die Strahlung, der man im Jet ausgesetzt ist. Das ist wissenschaftlich erwiesen."

Wer nun aber meint, Helga Dressel interessiere sich für nichts anderes auf der Welt als für die roten Paradeiser, der irrt. Als Gästeführerin im Staffelsteiner Kurpark erzählt sie den Teilnehmern auch gern etwas über Bäume. Ihr Schwerpunkt in diesem Jahr ist die fränkische Walnuss, die ja vor allem in den Fluren rund um Uetzing sehr lange schon weit verbreitet ist.



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