Forchheim

So entsteht Wasserschutzbrot

Dominik Galster aus Gosberg ist einer von 32 Landwirten, die auf die letzte Stickstoffdüngung seines Weizens vor der Ernte verzichten. Somit gelangt weniger Nitrat ins Grundwasser. Die Stadtwerke Forchheim beteiligen sich.
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Aus dem Weizenmehl aus Wasserschutzgetreide (l.) wird das Wasserschutzbrot gebacken. Aus dem Kreis Forchheim beteiligen sich die Bäckereien Nagel und Pfister aus Forchheim sowie Löw aus Hagenbach.  Foto: PR
Aus dem Weizenmehl aus Wasserschutzgetreide (l.) wird das Wasserschutzbrot gebacken. Aus dem Kreis Forchheim beteiligen sich die Bäckereien Nagel und Pfister aus Forchheim sowie Löw aus Hagenbach. Foto: PR
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Die Initiative "Wasserschutzbrot" bringt Wasserversorger, Landwirte, Müller und Bäcker beim Grundwasserschutz in Franken zusammen. Nun ist sie auch in Forchheim angekommen.

Die Stadtwerke Forchheim gehen mit ihrer Teilnahme an der Initiative einen weiteren Schritt in die Richtung Trinkwasserqualität in Forchheim. Nicole Nefzger, Projektmanagerin vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL) bringt den Grundgedanken der Initiative auf den Punkt: "Weniger Dünger auf dem Acker, weniger Nitrat im Grundwasser, faire Preise für die Landwirte - und trotzdem handwerklich hergestelltes Brot, gebacken in familiengeführten Bäckereien. Grundwasserschutz, der schmeckt!"

Um am Ende Brot, Gebäck und anderes aus dem Wasserschutzmehl zu produzieren, ist eine enge Zusammenarbeit notwendig: Dominik Galster, Landwirt aus Gosberg, baut im Wasserschutzgebiet Zweng Wasserschutzweizen an. Dabei verzichtet er auf die letzte Stickstoffdüngung seines Weizens vor der Ernte. Zwar wird der Weizen dadurch etwas kleiner und auch der Eiweißgehalt sinkt etwas, doch dadurch gelangt auch wesentlich weniger Nitrat ins Trinkwasser. Die Stadtwerke Forchheim honorieren dieses Engagement mit einer Ausgleichszahlung.

Der Weizen wird dann in der Mühle Litz in Gremsdorf separat gemahlen. Das Wasserschutzmehl wird im Anschluss an die drei teilnehmenden Bäckereien Nagel und Pfister aus Forchheim sowie Löw aus Hagenbach ausgeliefert. Sie backen daraus die unterschiedlichsten Köstlichkeiten.

"Mit dem Motto ,Vom Grundwasserschutz zur nachhaltigen Regionalentwicklung' kann jeder Verbraucher mit dem Kauf des Wasserschutzbrotes seinen Beitrag leisten", fasst Frank Hafner, Leiter des Sachgebiets Wasserwirtschaft der Regierung von Oberfranken, einen weiteren Grundgedanken des Projekts zusammen. Immerhin sind es bereits acht Wasserversorger, 32 Landwirte, sechs Mühlen und 25 Bäckereien, die sich frankenweit engagieren.

"Das Wasserschutzbrot trifft genau diesen Zeitgeist. Neben der weiteren Senkung des Nitratgehalts rücken sie gleichzeitig unsere regionalen Mühlen und Bäckereien in den Mittelpunkt des Geschehens", lobt der Forchheimer Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) das Engagement der Stadtwerke Forchheim.

Für Christian Sponsel, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Forchheim, liegen laut Pressemitteilung die Vorteile auf der Hand: "Unser Trinkwasser wird einerseits noch sauberer, da wir unseren schon sehr geringen Gehalt an Nitrat noch mehr senken können, und anderseits unterstützen wir damit unsere lokalen Bäckereien." Der Kunde schmeckt den Unterschied nicht, aber er unterstützt den regionalen Trinkwasserschutz. red

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