Lichtenfels

So ähnlich wie bei Prinz Harry

Schillers Klassiker "Kabale und Liebe" wurde vom Fränkischen Theater Schloß Maßbach im Meranier-Gymnasium Lichtenfels aufgeführt. Ein bisschen fühlte man sich an das britische Königshaus erinnert.
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Schillers "Kabale und Liebe" wurde vom Fränkischen Theater Schloß Maßbach im Meranier-Gymnasium aufgeführt. Foto: Gerda Völk
Schillers "Kabale und Liebe" wurde vom Fränkischen Theater Schloß Maßbach im Meranier-Gymnasium aufgeführt. Foto: Gerda Völk
Es gibt eine Reihe vom Beispielen, die belegen, dass anders als im ausgehenden 18. Jahrhundert eine Liebe zwischen einem höheren und einem niederen Stand doch möglich ist. Als jüngstes Beispiel sei die demnächst stattfindende Hochzeit von Prinz Harry und seiner Verlobten, der US-Schauspielerin Meghan Markle, genannt. Schillers Drama "Kabale und Liebe" führt eindrucksvoll vor Augen, wie schwer einst Freiheiten wie die selbstbestimmte Wahl eines Ehepartners erkämpft werden mussten.


Leidenschaft mit Kälte gepaart

Bei Schiller ist es die Bürgerliche Luise Miller, deren Liebe zu dem adligen Ferdinand tragisch endet. Augustinus von Loë hat sich im Wesentlichen an Schillers Sprache orientiert. Im Stück kommt dessen ganze Bandbreite zum Ausdruck. Leidenschaft wechselt mit zynisch analysierender Kälte, Zote mit Liebesschwur.
Luise Miller (Anna Schindlbeck), aus bürgerlichem Hause stammend, tollt in ihrer überschwänglichen Jugend und Verliebtheit mit dem adeligen Ferdinand (Lukas Redemann), Sohn des Präsidenten von Walter am Hof eines deutschen Fürsten, über die Bühne. Reichlich genervt über das Necken und Jagen der beiden Verliebten sitzt Luises Vater (Ingo Pfeifer) am Klavier und komponiert.
In der Maßbacher Inszenierung, die sie vor zumeist jugendlichem Publikum im Meranier-Gymnasium Lichtenfels zeigten, ist Luises Vater ein boshitragender Liedermacher mit Schnauzer und Halstattoo. Ferdinands Vater (Marc Marchand), Präsident von Walter am Hof eines deutschen Fürsten, ist die nicht standesgemäße Verbindung seines Sohnes ein Dorn im Auge. Präsident von Walter hat die Nachricht von der geplanten Hochzeit seines Sohnes mit Lady Milford (Susanne Pfeiffer), der Mätresse des Fürsten, bereits in der Stadt verbreiten lassen. Doch sein Sohn denkt nicht an eine Heirat. Er möchte sich ganz der Liebe zu Luise hingeben und wendet sich von der Welt seines Vaters ab. Um die Liebenden doch noch auseinanderzubringen, greift Präsident von Walter auf Anraten seines Sekretärs Wurm (Vincenzo Tatti) zu einer Intrige. Sie wollen Luise als treulose Geliebte präsentieren, die mit Ferdinand ein doppeltes Spiel treibt. Luises Vater wird verhaftet und in den Turm gesperrt. Seine Tochter wird gezwungen einen Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb (Georg Schmiechen) zu schreiben, der dann Ferdinand in die Hände fällt. Dieser rast vor Eifersucht.
Peter Piccianis Bühnenbild besteht aus einer drehbaren Insel, in der alle relevanten Räume der Schillerschen Handlung vorhanden sind.
"Das Theater will immer beides, unterhalten und nachdenklich machen": Am Ende der Aufführung von Schillers "Kabale und Liebe" sieht man sich an die Worte von Schulleiter Stefan Völker erinnert.
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