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SkF: Betreuerinnen sind am Limit

Der Ortsverein des "Sozialdienstes katholischer Frauen Kronach e.V." lud zur Jahreshauptversammlung. Im Ortsverein sind die gesetzlichen Betreuerinnen Susanne Daum, Carina Huber-Geldner, Anna Scheibli...
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Der Ortsverein des "Sozialdienstes katholischer Frauen Kronach e.V." lud zur Jahreshauptversammlung. Im Ortsverein sind die gesetzlichen Betreuerinnen Susanne Daum, Carina Huber-Geldner, Anna Scheiblich und Irina Wige beschäftigt.

Die Diplom-Sozialpädagoginnen berichteten aus ihren Zuständigkeitsbereichen - so auch Daum über den Betreuungsverein, der derzeit über 80 Klienten im Rahmen gerichtlich festgelegter Aufgabenkreise betreut. "Die Anzahl steigt kontinuierlich an", konstatierte Daum. Mittlerweile sei man am absoluten Belastungslimit und könne derzeit keine neuen Klienten mehr annehmen. Die Komplexität der Fälle nehme ebenso zu wie auch eine verstärkte Aggressivität der Klienten, so dass man schon wegen "Randale im Büro" die Polizei hinzuziehen musste.

Im vergangenen Jahr erfolgten auch über 100 Einzel-Beratungen für ehrenamtliche gesetzliche Betreuer und Bevollmächtigte. Zu ihren fünf Vorträgen zu Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung fanden sich über 100 Teilnehmer ein. Mittlerweile erfolgte die dringend notwendige Gesetzesreform - vor allem hinsichtlich der Vergütung pro Betreuungsfall für hauptamtliche Betreuer, die seit 2005 nicht erhöht worden war. Die Erhöhung sei aber in keiner Weise kostendeckend für die von 2005 bis 2019 aufgelaufenen Fehlbeträge. "Das ist eine Katastrophe", zeigte sich Daum enttäuscht. Gleichzeitig würdigte sie die finanzielle Unterstützung des Landkreises, des Erzbistums sowie der Regierung von Oberfranken.

Daum berichtete auch stellvertretend für Huber-Geldner über die "Offenen Hilfen" mit einer unverändert hohen Anzahl von über 180 sozialen Beratungen. Gleichgeblieben sei auch das Hauptklientel: Sozialhilfeempfänger beziehungsweise Hartz-IV-Empfänger, aber auch Rentenempfänger sowie Alleinerziehende oder Geringverdiener mit vielen Kindern. Diesen Menschen versuche man mit Geld aus staatlichen Mitteln oder Stiftungen zu helfen.

Sehr stolz auf das erfolgreich laufende Projekt "Lebenswirklichkeit in Bayern" zeigte sich Anna Scheiblich. Mit dem Modellprojekt des Integrationsministeriums fördert der Freistaat eine Kultur- und Wertebildung für bleibeberechtigte Migrantinnen in Bayern. "Mit praktischen und niedrigschwelligen Angeboten sollen die Frauen erreicht werden und dabei Alltags- und Kulturleben in Deutschland kennenlernen", erklärte sie. Von März bis Dezember 2018 konnten so über 20 Aktionen mit durchschnittlich acht Frauen im Alter zwischen Anfang 20 bis 30 Jahren durchgeführt werden.

Seit über 40 Jahren unterstützt der Verein die Arbeit mit Inhaftierten in der JVA Kronach. Dabei verwaltet man im Auftrag des Justizministeriums einen Entlassungsfonds für Straffällige, aus dem entlassene Straftäter unterstützt werden können. Außerdem begleitet der Verein Ehrenamtliche, die die Gefangenen unterstützen. Daum sprach von großen Herausforderungen durch die stark angestiegene Anzahl von Häftlingen mit Migrationshintergrund.

Die Kinder-Ausstattungs-Tauschzentrale (K.A.T.Ze.) feierte, so Vorstandsmitglied Elisabeth Schmidt, 2018 ihr 40-jähriges Bestehen. Der Umsatz lag bei 3000 Euro, rund 700 Euro weniger als 2017. Aufgrund laufender Ausgaben erwirtschaftete man ein Minus von 3400 Euro, das man über andere Mittel finanzieren müsse.

Pastoralreferentin Birgitta Staufer-Neubauer würdigte den Altenheim-Besuchsdienst. Sie wie auch Pfarrer Thomas Teuchgräber stellten die vom Verein geleistete Arbeit heraus. Einen Überblick über die Finanzen gab Ortsvorsitzende Angelika Woll. Die Kassenprüferinnen Monika Hüttinger und Gisela Fehn bescheinigten eine einwandfreie Buchführung.

Der Ortsverein zählt 68 Mitglieder, inklusive fünf Neuzugänge. Aufgrund der vorhandenen Mittel konnte man die Arbeitsverträge von Irina Wige und Birgit Fischer in "unbefristet" verlängern. In diesem Zusammenhang war es Woll ein großes Anliegen, Gisela Fehn - von 2001 bis Ende Mai 2019 "gute Seele" des Büros - für ihren riesengroßen Einsatz zu danken und ihr für den Ruhestand Glück und Segen zu wünschen. hs

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