Tschirn

Singen und Klatschen für die Freiheit

Erstmals hatte der Gospelchor einen Auftritt in der St.-Jakobus-Kirche in Tschirn, der den Mauerfall vor 30 Jahren in den Mittelpunkt rückte.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Gospelchor gastierte auf Vermittlung von Dekan Detlef Pötzl erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte in Tschirn. Bei seinen letzten Auftritt in diesem Jahr war die Kirche St. Jakobus bis auf den letzten Platz gefüllt.  Foto: Michael Wunder
Der Gospelchor gastierte auf Vermittlung von Dekan Detlef Pötzl erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte in Tschirn. Bei seinen letzten Auftritt in diesem Jahr war die Kirche St. Jakobus bis auf den letzten Platz gefüllt. Foto: Michael Wunder

Tschirn —  Die von anderen Auftritten gewohnte "Frische und Fröhlichkeit" strahlte der Gospelchor auch bei seinem ersten Auftritt in der St.-Jakobus-Kirche in Tschirn aus. Unter der Leitung von Christiane Stömer-Rauh erfreuten die 30 Sängerinnen und Sänger in der voll besetzten Kirche die Besucher mit zahlreichen älteren und neueren Gospels und Spirituals sowie moderner Unterhaltungsmusik.

Beim letzten Auftritt des vor wenigen Wochen 25 Jahre alt gewordenen Chores in diesem Jahr hatte man wiederum ein buntes Programm geboten. Dieses war mit dem Motto "Freiheit - freedom" umschrieben und sollte an den Fall des Eisernen Vorhangs vor fast genau 30 Jahren erinnern. Bereits zu Beginn des Konzerts bot man den Besuchern mit "Come let us sing!" die Möglichkeit zum Klatschen, Schnipsen und Mitsingen.

Musikalisches "lift up"

Matthias Simon, der zusammen mit Birgit Kestel durchs Programm führte, erklärte den Zuhörern, dass man bei dem neuen Gospel "Lift up the name of Jesus", bei dem sich der Text immer wieder wiederholt, ein musikalisches "lift up" zu hören bekommt. Der Titel stammt aus der Feder von Tore W. Aas, dem Gründer und musikalischen Kopf des weltbekannten Oslo Gospel Chores. Nach "Shout to the Lord" ging es mit "Imagine" und "We are the world" weiter. Die beiden letztgenannten Titel erzählten vom Traum der Freiheit, der auf den Traum von einem Ende zweier deutscher Staaten übertragen werden kann.

Einen Ausflug in den A-cappella-Gesang machte man mit "Wade in the water" und "I've got peace". Beide Titel erzählen davon, dass Gott die Menschen begleitet und wie er sich in ihrem Leben bemerkbar macht. Rhythmischer und flotter wurde es mit "Born again" und dem Loblied "Glory to god almighty".

In die Welt der Pop- und Unterhaltungsmusik entführte man das Publikum mit "You raise me up". Nachdem es stark auf die Adventszeit zugeht und bereits die ersten Weihnachtsmärkte ihre Pforten geöffnet haben, gab es mit "A star is shining tonight" auch ein Weihnachtslied, welches vom Stern von Bethlehem erzählt.

Mit dem Song "Man in the mirror" inszenierte sich Michael Jackson als karitativer Künstler. Während der Profi bis zu seinem Tod über 300 Millionen Dollar an 39 Hilfsorganisationen spendete, ging der Erlös des Gospelkonzerts an die Pfarrkirche Tschirn für die Sanierung der Orgel. Aus dem Musical "König der Löwen" stammte "Can you feel the love tonight". Um Vertrauen, wie es die Menschen auch beim Fall der Mauer hatten, ging es im letzten Song "Put your hand in the hand".

Zwischen den beiden Zugaben "Oh Happy day" und "Jesus, what a wonderful child" stellte Matthias Simon noch die Solisten vor. Dies waren Fabienne Heinritz, Katharina Lurz, Christin Neder-Brown, Sophia Malter, Barbi Schreiber, Klaus Förtsch, Sebastian Scharl, Michael Schneider und Matthias Simon. Am Saxofon wirkte Elisabeth Kestel mit. Dekan Detlef Pötzl hatte eingangs die Gäste in der Pfarrkirche begrüßt. Er meinte, dass das Kirchweihfest ein schöner Anlass und Zeitpunkt für dieses musikalische Geschenk sei.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren