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Zeil am Main
historischer verein

Sind Römer bis ins Gebiet des heutigen Kreises Haßberge vorgedrungen?

Der Historische Verein Landkreis Haßberge hatte zu einem Vortrag mit dem Thema "Römer östlich des Limes" in Zeil eingeladen. Das Interesse war groß, wie der Verein schildert. Historiker Gerrit Himmels...
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Gerrit Himmelsbach
Gerrit Himmelsbach

Der Historische Verein Landkreis Haßberge hatte zu einem Vortrag mit dem Thema "Römer östlich des Limes" in Zeil eingeladen. Das Interesse war groß, wie der Verein schildert. Historiker Gerrit Himmelsbach, der im Landkreis Haßberge bereits mehrfach aktiv war und ist, sprach zu dem Thema.

In seinem Vorwort erklärte der Schriftführer des Vereins, Mark Werner, warum man diesen Vortrag in den Landkreis holte. Gewissenhafte Geschichtsfreunde haben nach seinen Angaben in den letzten Jahren im Kreisgebiet eine Fülle an Funden römischer Herkunft hervorgebracht, die nach Einschätzung der offiziellen Denkmalpflege vermuten lassen, dass die Römer selbst das Gebiet des heutigen Landkreises Haßberge betreten haben.

Himmelsbach beschrieb, dass die Römer bis zu ihrer Niederlage im Teutoburger Wald im Jahr neun nach Christus mehrfach ins Maingebiet vorgestoßen seien. Sie hätten dort Fuß fassen wollen, wovon das in den 1980er Jahren entdeckte Legionslager bei Marktbreit im Kreis Kitzingen Zeugnis gebe.

Dabei tappten die Invasoren laut Gerrit Himmelsbach keineswegs durch ein Urwaldgebiet, wie häufig berichtet wird, sondern sie versuchten, eine Kulturlandschaft zu erobern, die in Jahrtausenden zuvor von Menschenhand geschaffen wurde. Viele Plätze seien erst in den letzten Jahren durch moderne Suchmethoden entdeckt worden, und es sei denkbar, dass auch in Franken noch das eine oder andere Lager der Entdeckung harrt. Himmelsbach rief dazu auf, die Augen offen zu halten und bei Funden mit dem Historischen Verein zusammenzuarbeiten. Das Thema der "Römer in Franken" sei insgesamt ein junges Forschungsgebiet. Als populär bezeichnete er eine These, wonach römische Holzfällerkommandos bis in den Steigerwald und darüber hinaus vorgedrungen sein könnten.

Zusammenfassend könnte man laut Vereinsangaben sagen, dass es eher verwunderlich wäre, wenn die Römer das Gebiet des heutigen Landkreises Haßberge nicht betreten hätten. red